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VfL Wolfsburg: Für die Spitze noch nicht reif

Die "Wölfe" sind hungrig, vor den ganz großen Bissen scheuen sie aber noch. Tabellenführer Wolfsburg ist trotz Sieg über Kaiserslautern realistisch.

Die "Wölfe" sind hungrig, vor den ganz großen Bissen scheuen sie aber noch. "Platz eins, zwei oder drei sind uns egal. Wir können um Rang fünf mitspielen. Das haben wir in den vergangenen Wochen bewiesen", sagte Matchwinner Diego Klimowicz nach dem schwer erkämpften und letztlich glücklichen 2:1 (1:0) des VfL Wolfsburg über den 1. FC Kaiserslautern. Der Argentinier sorgte mit seinem Siegtreffer in der 90. Minute zwar dafür, dass die Niedersachsen die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga behaupten konnten. Spitze war ihr Auftritt trotz des vierten Saisonsiegs in Serie dennoch nicht.

Erik Gerets sah dies ebenso. "In der zweiten Halbzeit haben wir zu viel Fußball mit Herz gespielt und zu wenig mit dem Kopf. Da hätten wir besser stehen müssen", kritisierte der VfL-Trainer. So geriet der nach dem frühen Führungstreffer von Martin Petrow (13.) und den zahlreichen Chancen bereits sicher geglaubte Sieg noch in Gefahr. Erst recht, als Carsten Jancker seine dritte Möglichkeit in der Partie neun Minuten vor Schluss zum zwischenzeitlichen Ausgleich der vor der Pause völlig harmlosen Lauterer nutzte.

"Wir kämpfen immer bis zum Schluss und werden momentan dafür belohnt"

Unmittelbar danach übernahmen die ansonsten als eher zurückhaltend geltenden Wolfsburger Anhänger einen entscheidenden Part. "Ohne sie hätten wir das Tor nicht mehr gemacht. Sie waren unser zwölfter Mann", lobte Gerets die Fans, obwohl die 30 000 Zuschauer fassende VW-Arena mit 18 295 Besuchern nur gut zur Hälfte gefüllt war. Die aber durften mit der Überzeugung nach Hause gegangen sein, eine Elf gesehen zu haben, die anders als noch in der vergangenen Saison eine Einheit bildet und die Pole-Position der Liga keinesfalls kampflos preisgeben wird.

"Wir kämpfen immer bis zum Schluss und werden momentan dafür belohnt. Wir wollen so lange wie möglich da oben stehen bleiben", bekräftigte Wolfsburgs erfahrenster Bundesliga-Spieler Patrick Weiser. Die nächste Aufgabe scheint mit einem weiteren Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach lösbar zu sein.

Allerdings drohen dem VfL nach der Knie-Operation von Marian Hristow zwei weitere Ausfälle. Pablo Thiam erlitt gegen Lautern wahrscheinlich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel und musste ebenso frühzeitig ausgewechselt werden wie Regisseur Andres D’Alessandro, den erneut Leistenbeschwerden plagen. "Die beiden werden wohl nicht dabei sein", bedauerte Gerets.

Weitere Personalprobleme hat sein Nachfolger auf dem Betzenberg, Kurt Jara, zwar nicht zu beklagen. Die Lage ist bei den Pfälzern nach dem Ausscheiden im Pokal und nach der bereits vierten Saison- Niederlage allerdings alles andere als rosig. "Unterm Strich wäre ein Punkt verdient gewesen. Aber nun stehen wir wieder mit leeren Händen da", schimpfte Torhüter Thomas Ernst, der den grippekranken Tim Wiese fehlerlos vertrat.

Grund zur Panik sieht Jara dennoch nicht. "Mit der Leistung und dem Engagement braucht uns für die Zukunft nicht Bange zu sein. Wir werden unsere Punkte holen", glaubt Lauterns Trainer. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am nächsten Wochenende daheim gegen Hertha BSC.

Von Gert Glaner, DPA

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