HOME

Werder Bremen: Mit dem Diego-Express durch Europa

Trotz Krise schaffte Werder Bremen in zwei hitzigen Spielen gegen Dynamo Zagreb die Qualifikation zur Champions League. Die Ansprüche an der Weser sind hoch, man zählt sich insgeheim zum festen Mitglied des europäischen Fußball-Adels. Passen dazu lautet der erste Gegner Real Madrid.

Der Druck vor dem Qualifikationsspiel zur Champions League gegen Dynamo Zagreb lastete schwer auf Mannschaft und Machern von Werder Bremen. Das vierte Mal in Folge sollte der Einzug in die europäische Luxusklasse gelingen. Die Bremer wollten sich und der Fußball-Welt zeigen, dass sie auf der europäischen Bühne mittlerweile festes Ensemble-Mitglied sind, nicht in der Hauptrolle, aber auch nicht als Statist. Und, besonders wichtig: mit den 15 bis 18 Millionen Mehreinnahmen sollte der finanzielle und sportliche Vorsprung des nationalen Rivalen FC Bayern nicht zu groß werden.

Die Mannschaft hatte eine vollkommen verpatzte Vorbereitung hinter sich, der halbe Kader war verletzt, die Verpflichtung von Boubacar Sanogo vom Hamburger SV als Nachfolger von Miroslav Klose wurde in der Öffentlichkeit als Noteinkauf gewertet, die teuerste Verpflichtung der Clubgeschichte, Carlos Alberto (8 Millionen), erwies sich bisher als Flop und bekam während eines Trainings einen Schwächeanfall. Die Stimmung an der Weser war am Nullpunkt, ein Spieler übte anonym via "Bild"-Kritik an Trainer Thomas Schaaf, im Heimspiel gegen Bayern gab es eine deftige 0:4-Klatsche, wichtige Spieler wie Diego und Naldo waren außer Form: Das waren keine guten Voraussetzungen, um zum nächsten Sprung anzusetzen und gegen die spielstarken Zagreber zu bestehen.

"Das ist etwas Außergewöhnliches"

Ein Traumtor von Daniel Jensen im Hinspiel und ein wieder erstarkter brasilianischer Wirbelwind namens Diego im Rückspiel in Zagreb sorgten für das "Werder-Wunder". Allen beteiligten war nach der geglückten Qualifikation die Erleichterung deutlich anzumerken. Trainer Schaaf sagte nach dem Spiel im Hexenkessel des Zagrebers Maksimir-Stadions: "Das ist etwas Außergewöhnliches, was hier passiert ist. Das schafft man nicht so leicht. Dafür kann ich der Mannschaft nur großes Lob zollen." Spielmacher Diego formulierte ganz klar den Anspruch des Clubs: "Jetzt sind wir da, wo wir hingehören."

Zum Auftakt der Gruppenphase dürfen die ambitionierten Außenseiter von der Weser zeigen, ob sie die eigenen Ansprüche umsetzen können. Im ersten Spiel treten sie bei Real Madrid an. Nationalspieler Clemens Fritz ist sich sicher: "Wir haben die Qualität, an einem guten Tag jeden Gegner schlagen zu können." Das sollte auf jeden Fall gegen Lazio Rom und Olympiakos Piräus gelingen, die anderen Gruppengegner. Minimalziel ist der Einzug in das Achtelfinale. Das ist ein realistisches Ziel, aber auch kein Selbstgänger.

tis

Wissenscommunity