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WM 2006: Die letzten WM-Tickets sind vergeben

Die Schweiz hat es geschafft. Trotz einer 2:4-Niederlage gegen die Türkei nehmen die Eidgenossen an der WM im nächsten Jahr teil. Nach dem Spiel ist es zu Prügeleien zwischen den Spielern gekommen. Auch Australien, Spanien, Tschechien und Trinidad haben sich qualifiziert.

Die Schweizer Fußballnationalmannschaft hat sich am Mittwochabend für die WM in Deutschland qualifiziert. Das von Jacob "Köbi" Kuhn trainierte Team unterlag zwar in Istanbul den starken Türken mit 2:4, sicherte sich aber dank der auswärts erzielten Treffer die Teilnahme an der Finalrunde im nächsten Jahr.

Nach dem 2:0 im Hinspiel waren es völlig überraschend die Schweizer, die im Hexenkessel von Istanbul von Anfang an Akzente setzten: Alexander Frei verwandelte in der ersten Minute einen Strafstoß. Unablässig vom eigenen Publikum angetrieben setzten die ganz in Weiß spielenden Türken aber nach und kamen durch zwei Tore von Tüncay Sanli in der 22. und 36. Minute zu einer 2:1-Halbzeitführung. Sieben Minuten nach der Pause erzielte Necati Ates mit einem Elfmeter das 3:1. Die Entscheidung vor Augen wurden danach aber die Schweizer stärker.

Türken-Coach Terim schlechter Verlierer

In der 64. Minute konnte Frei alleinstehend seine beste Chance des Spiels aus kurzer Distanz nicht nutzen. Aber auch die Türken scheiterten immer wieder aus aussichtsreicher Position. So war es schließlich Marco Streller, der mit einem konzentrierten Schuss aus halblinks die Schweiz in der 84. Minute auf WM-Kurs brachte. Noch einmal spannend wurde es mit dem 4:2 von Tüncay in der 89. Minute, zumal der Schiedsrichter eine Nachspielzeit von vier Minuten anzeigte. Die Sportler in Rot retteten das Ergebnis aber glücklich über die Zeit. "Wir sind ausgeschieden, weil die Schweiz in beiden Spielen mit zwölf Mann spielen konnte. Sowohl Schiedsrichter Michel in Bern als auch De Bleeckere hier in Istanbul waren Schweizer", sagte der türkische Trainer Fatih Terim.

Zwei weitere Entscheidungen

Auch Australien und der kleine Karibikstaat Trinidad und Tobago qualifzierten sich am Mittwoch für die WM-Finalrunde in Deutschland. Australien bezwang Uruguay im Elfmeterschießen mit 4:2. Trinidad und Tobago gewann am Abend im Golfstaat Bahrain mit 1:0 und zieht damit erstmals in eine WM-Endrunde ein. Australien war zuletzt bei der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland mit dabei.

Das WM-Ticket lösten die "Socceroos" in Sydney mit einem dramatischen 4:2-Sieg gegen das favorisierte Uruguay. Den entscheidenden Treffer im Elfmeterschießen erzielte John Aloisi. "Von diesem Augenblick haben wir 32 Jahre geträumt", sagte der Torschütze. Die vom Niederländer Guus Hiddink trainierte australische Mannschaft führte nach dem Ende der regulären Spielzeit mit 1:0. Weil Uruguay das Hinspiel der Play-off-Runde am Samstag in Montevideo ebenfalls mit 1:0 gewonnen hatte, musste ein Elfmeterschießen die Entscheidung herbeiführen. Dabei wurde der Schalker Verteidiger Dario Rodriguez zur tragischen Figur. Im Hinspiel hatte er noch den Siegtreffer für Uruguay erzielt, im Rückspiel aber verschoss er einen Elfmeter. Held des Abends war der australische Torhüter Mark Schwarzer, der zum Jubel der 83.000 Zuschauer im Olympiastadion von Sydney zwei Strafstöße abwehren konnte.

Trinidad und Tobago qualifizierte sich mit einem knappen 1:0 in Bahrain, nachdem sich beide im Hinspiel mit 1:1 getrennt hatten. Den entscheidenden Treffer erzielte Dennis Lawrence in der 49. Minute. Trinidad und Tobago ist der WM-Teilnehmer mit der kleinsten Bevölkerungszahl; in dem Land leben rund eine Million Menschen

Auch Spanien dabei

Spanien hat sich zum zwölften Mal für die Teilnahme an der Endrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Nach dem klaren 5:1-Sieg im Hinspiel reichte den Iberern gegen den Außenseiter Slowakei am Mittwoch im Rückspiel in Bratislava ein 1:1 (0:0)-Unentschieden.

Den Treffer für die Hausherren erzielte in einem Spiel mit wenigen klaren Torchancen der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Filip Holosko (50. Minute). Für die Spanier war der ebenfalls kurz zuvor eingewechselte David Villa in der 70. Minute erfolgreich. Luis García, im Hinspiel als dreifacher Torschütze der Held, saß diesmal auf der Bank. Spaniens Coach Luis Aragonés stellte nach dem Kantersieg in Madrid sein Team in mehreren Positionen um. Bei den Slowaken war der für Wolfsburg spielende Kapitän Miroslav Karhan nach einer gelben Karte im Hinspiel für die zweite Partie gesperrt.

Die nunmehr seit 17 Länderspielen ungeschlagenen Iberer waren seit 1978 bei allen WM-Turnieren dabei. Ausgerechnet vor der WM 1974 in Deutschland war Spanien aber in zwei Entscheidungsspielen an Jugoslawien gescheitert. Der 67-jährige Aragones hatte seinen Rücktritt angekündigt, sollte dieser Fall erneut eintreten.

Tschechien setzt sich gegen Norwegen durch

Gegen Norwegen wiederholten die Tschechen in Prag ihren 1:0-Erfolg aus dem Hinspiel in Oslo, wobei der Dortmunder Tomas Rosicky in der 35. Minute für die Entscheidung sorgte. Damit ist die Tschechische Republik nach der Teilung der Tschechoslowakei erstmals bei einer Fußball-WM dabei.

Reuters/DPA / DPA / Reuters

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