Portugal - Iran "Es wird hart"


Im Spiel gegen den Iran kann Portgual erstmals seit 40 Jahren wieder die zweite Runde einer Weltmeisterschaft erreichen. Für die Mannschaft um Ali Daei geht es dagegen bereits um alles.

Nach dem mühevollen Auftaktsieg gegen Angola kann Luiz Felipe Scolari den EM-Zweiten Portugal erstmals seit 40 Jahren bei einer WM in die zweite Runde führen. "Es sind noch sechs Punkte zu vergeben und ich erwarte einen Sieg. Aber es wird hart", sagte der portugiesische Coach vor der Partie gegen den Iran am Samstag in Frankfurt. Für die Asiaten geht es nach der 1:3-Niederlage gegen Mexiko schon um alles. Die Mannschaft von Trainer Branko Ivankovic will ihre letzte Chance nutzen. "Wir haben uns noch längst nicht aufgegeben. Die Mannschaft wird eine Trotzreaktion zeigen", sagte Verbandspräsident Mohammad Dagdan.

Auch bei ihrem zweiten Auftritt können die Portugiesen voraussichtlich wieder nicht in Bestbesetzung auflaufen. Zwar ist Deco nach seiner Knöchelverletzung ins Mannschaftstraining eingestiegen und steht der "Selecao" wieder zur Verfügung. Scolari ließ aber offen, ob der Spielmacher von Beginn an dabei ist.

Auch der Einsatz von Jungstar Cristiano Ronaldo ist fraglich. Der Stürmer von Manchester United laboriert an einer Muskelverhärtung im Oberschenkel. Ein Einsatz wäre möglich, aber nicht unbedingt nötig. Im Falle Deco hatte sich Scolari vor dem ersten Spiel vorsichtshalber gegen eine Nominierung ausgesprochen. Denkbar, dass der Trainer bei Cristiano Ronaldo ähnlich handelt. "Wenn wir ihn brauchen, wird er spielen", sagte der Trainer.

Die Portugiesen wissen um ihre Favoritenrolle, wollen den Gegner aber nicht unterschätzen. "Ich weiß zwar wenig über die Mannschaft, aber wir erwarten ein schwieriges Spiel. Für Iran ist es die letzte Chance", sagte Rekord-Nationalspieler Luis Figo, der bei einer Rückkehr von Deco wieder auf die Außenposition rückt. Auch Mittelfeldspieler Costinha warnte vor dem nächsten Gegner. "Die Mannschaft ist stark, weil viele Spieler aus der Bundesliga dabei sind", sagte der Defensivspezialist, der möglicherweise für Tiago wieder in die Startformation rückt.

"Die beste Mannschaft aller Zeiten

Im iranischen Lager ist die anfängliche Euphorie über die "beste Mannschaft aller Zeiten" verflogen. Nach der Auftaktniederlage musste Trainer Ivankovic harte Kritik iranischer Medien einstecken, auf die der sonst so souveräne Kroate zunehmend gereizt reagierte. Bei einer weiteren Schlappe wäre nicht nur der Traum vom erstmaligen Erreichen der zweiten Runde bei einer WM beendet, sondern wohl auch seine Zeit als Nationalcoach. "Wir werden unser Herz und den Körper auf dem Feld haben und etwas für die Menschen tun", versprach der Coach, dessen Vertrag nach der WM ausläuft.

Der heftig umstrittene Altstar Ali Daei hat seine Rückenbeschwerden überwunden und steht wieder zur Verfügung. "Wir werden mit der gleichen Elf wie gegen Mexiko beginnen", sagte Ivankovic und nahm den ehemaligen Bundesliga-Profi in Schutz: "Ali Daei ist der Anführer unseres Teams und sehr wichtig für uns. Es ist nicht richtig, ihn als Sündenbock abzustempeln." Ferydoon Zandi vom 1. FC Kaiserslautern darf zumindest mit einem Kurzeinsatz liebäugeln. Laut Ivankovic hat er "exzellent trainiert" und ist "hundertprozentig fit".

DPA DPA

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