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Stimmen zum Spiel: "Das ist ganz bitter"

Nur ein paar Sekunden haben gefehlt zum erneuten Elfmeterschießen beim Halbfinale gegen Italien. Die Enttäuschung ist groß bei den Spielern. Aber Trainer Klinsmann ist auch stolz auf das Erreichte.

Jürgen Klinsmann:

"Es ist natürlich ’ne Pille, die man erstmal schlucken muss. Die Mannschaft ist sehr niedergeschlagen und tief enttäuscht. Ich habe ihnen schon gesagt, ihr könnt wahnsinnig stolz sein. Aber es wirkt nur bedingt. Wir standen wieder kurz vor dem Elfmeterschießen, zwei Minuten vor Schluss das Tor, das tut besonders weh. Aber der Sport geht immer weiter, ich habe Marcello Lippi schon viel Glück fürs Endspiel gewünscht. Italien war einen Tick cooler, indem sie ihre Chancen genutzt haben. Kompliment für ihre Kaltschnäutzigkeit, in der zweiten Hälfte hatten wir sie unter Kontrolle. Macht er weiter? Ich brauche Zeit, um das sacken zu lassen. Innerlich ist die Entscheidung noch nicht getroffen. Meine Gedanken gingen nur bis zum Endspiel, noch nicht darüber hinaus. Ich habe auch den DFB schon gebeten, mir Zeit zu geben."

Joachim Löw:

"Wir sind natürlich alle zutiefst enttäuscht. Alle Spieler haben alles gegeben, aber die Italiener waren wirklich stark. Man muss ihnen gratulieren, aber auch wir können erhobenen Hauptes vom Feld gehen. Dass wir zwei Minuten vor Schluss so ein Tor bekommen haben, ist natürlich bitter. Man muss aber auch das Positive sehen: Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit Perspektive, die sich gegen Argentinien durchgekämpft hat. Heute hat uns auch das Quäntchen Glück gefehlt."

Miroslav Klose:

"Das Spiel war ausgeglichen. Beide Mannschaften hatten Chancen, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Kompliment an die Italiener, sie haben uns ausgekontert und schöne Tore gemacht. Wir können auf unsere Mannschaft stolz sein mit jungen Spielern, die sich reingehängt haben. Wir wollen nun das Spiel um den dritten Platz gewinnen."

Marcello Lippi (Trainer Italien):

"Jetzt genießen wir den Augenblick. Das ist eine fantastische, einzigartige Sache. Die Mannschaft hat den Enthusiasmus einer ganzen Nation wiederbelebt."

Philipp Lahm:

"Wenn man so kurz vor dem Ende verliert, ist das ganz bitter. Es ist schwer, jetzt eine Erklärung dafür zu finden. Wir sind alle sehr enttäuscht. Es war ein relativ ausgeglichenes Spiel. Auch wir hatten unsere Chancen. Die hätten wir nutzen müssen."

Karl-Heinz Förster (Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982/86):

"Ich bin enttäuscht. Wir waren knapp vor dem Finale. Man muss aber auch objektiv sein und sagen, dass die Italiener das bessere Team waren und die besseren Torchancen hatten. Unsere Mannschaft hat aber nicht enttäuscht und ein gutes Turnier gespielt."

Franz Beckenbauer:

"Man kann nicht sagen, dass die Italiener zwei Tore besser waren. Unsere Mannschaft hätte genauso den Sieg verdient gehabt. Es ist schade. Am Schluss waren die Italiener glücklicher und cleverer. Es war eins der besten Spiele, die ich in der letzten Zeit gesehen habe."

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD):

"Die deutsche Mannschaft hat toll gekämpft bis zum Schluss. So darf man ausscheiden. Wir sind ein guter Verlierer, und Berlin wird der WM ein wunderbares Finale bereiten."

Gianluigi Buffon:

"Wir schauen jetzt am Mittwoch das zweite Halbfinale zwischen Portugal und Frankreich - und hoffen, dass sie sich gegenseitig müde machen."

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