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WM-Kader: Nationalmannschaften gespickt mit Bundesliga-Legionären

Vier Wochen vor WM-Start beginnt die heiße Phase der Kader-Nominierungen. Neben einer Vielzahl an Bundesliga-Spielern gibt es auch die ein oder andere Überraschung. stern.de analysiert die wichtigsten Entscheidungen der Nationaltrainer.

Bittere Pille für Luca Toni, Hoffnung für Australiens Harry Kewell: Einen Monat vor Beginn der Fußball- Weltmeisterschaft in Südafrika haben die meisten Nationaltrainer das Geheimnis über ihre Auserwählten gelüftet, bis zum endgültigen Meldeschluss am 1. Juni kann jedoch noch einiges passieren. So steht beim deutschen Auftaktgegner Australien Offensivstar Kewell im vorläufigen Aufgebot, doch wegen hartnäckiger Leistenbeschwerden ist die Teilnahme des Stürmers von Galatasaray Istanbul weiter ungewiss.

Bei Titelverteidiger Italien scheint der Traum von Luca Toni von einer neuerlichen WM-Teilnahme geplatzt. Nach übereinstimmenden Medienberichten verzichtet Nationaltrainer Marcello Lippi auf den vom FC Bayern München an den AS Rom ausgeliehenen Torjäger.

In Spanien bangen die Fans noch um die verletzten Fernando Torres und Francesc Fábregas, Coach Vicente del Bosque hat die beiden Stars dennoch in seinen 30-Mann-Kader berufen.

Die Iberer setzen ansonsten auf jenen Stamm, der vor zwei Jahren in Österreich und der Schweiz im Finale gegen Deutschland den EM-Titel gewann. Wie Bundestrainer Joachim Löw, der seinen 27er-Kader bereits in der vergangenen Woche der Öffentlichkeit präsentiert hatte, veranstalten auch alle übrigen Nationalcoaches in den kommenden Wochen noch ein Casting. Erst am 1. Juni müssen sie ihre endgültigen, 23 Spieler umfassenden Aufgebote der FIFA nennen.

So hat del Bosque gleich fünf Torhüter nominiert, die ab dem 24. Mai um die drei freien Plätze im Aufgebot kämpfen. Dagegen fehlt etwas überraschend Barcelonas Jungstar Bojan Krkic, ob wohl der Stürmer des entthronten Champions-League-Siegers zuletzt in der Liga brillierte.

Viele Bekannte aus der Bundesliga

Die Bundesliga wird bei der ersten WM auf afrikanischem Boden wieder zahlreich vertreten sein. Für Portugal geht Bremens Stürmer Hugo Almeida auf Torejagd, die beiden Kölner Maniche und Petit fehlen hingegen erwartungsgemäß im Kader des WM-Vierten von 2006. In Griechenland setzt Otto Rehhagel auf den Noch-Berliner Theofanis Gekas und den Nürnberger Angelos Charisteas, der Frankfurter Ioannis Amanatidis musste Rehhagel hingegen verletzungsbedingt absagen.

Kamerun setzt auf Jungstars aus der Bundesliga. Joel Matip von Schalke 04, Eric Choupo-Moting vom 1. FC Nürnberg und Georges Mandjeck von Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern gehören ebenso zum vorläufigen Aufgebot der "Unbezähmbaren Löwen" wie der Freiburger Mohamadou Idrissou und Marcel Ndjeng vom FC Augsburg.

Auch die Nigerianer hoffen in Südafrika auf Tore aus Deutschland. Der schwedische Trainer Lars Lagerbäck berief den Wolfsburger Obafemi Martins und den Hoffenheimer Chinedu Obasi. Ein großes Fragezeichen steht bei den Super Eagles noch noch hinter John Obi Mikel vom Chelsea, der derzeit noch am Knie verletzt ist. Spätestens seit der Aufstockung der Teilnehmerzahl auf 32 Teams sind Weltmeisterschaften auch immer eine Tummelplatz für Exoten. So dürften die Spieler des Nationalteams von Honduras, das sich in den kommenden Wochen in der Nähe von Heidelberg den Feinschliff für das Turnier holen wird, ebenso nur Experten bekannt sein, wie die Akteure von Uruguay.

Der niederländische Bondscoach Bert van Marwijk ließ am Dienstag zunächst weiter offen, ob er Ruud van Nistelrooy vom Hamburger SV berufen wird. Ein ganz großes Geheimnis machen die Serben um ihren Kader. Der Verband meldete am Dienstag zwar fristgerecht sein vorläufiges Aufgebot an den Weltverband FIFA, publik wurden die Namen der Spieler aber nicht. Die FIFA wird die vorläufigen Aufgebote aller 32 WM-Teilnehmer am Donnerstag auf ihrer Homepage veröffentlichen.

DPA/dab / DPA

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