HOME

Stern Logo WM 2006

Zinedine Zidane: Entschuldigung ja - Bedauern nein

"Materazzi sagt Worte, Worte, die sehr hart sind" - Zinedine Zidane hat sich erstmals über sein Foul an Italiens Marco Materazzi geäußert und sich entschuldigt. Bedauern aber könne er es nicht.

Drei Tage nach seinem Kopfstoß gegen den Italiener Marco Materazzi im WM-Finale hat sich der französische Fußballstar Zinédine Zidane für sein Ausrasten öffentlich entschuldigt. Zidane sagte im Bezahlsender Canal Plus, Materazzi habe ihn am im Berliner Olympiastadion mit "sehr harten Worten" beleidigt. Befragt zum genauen Wortlaut der Beleidigung sagte Zidane: "Das waren sehr persönliche Dinge, das betrifft meine Mama, meine Schwester."

"Er (Materazzi) sagt Worte, Worte, die sehr hart sind und wiederholt sie mehrfach. Sie hören sie einmal und versuchen wegzugehen. Das habe ich getan. ... Sie hören sie zwei Mal, dann das dritte Mal...", so der Mittelfeldstar, der von Schiedsrichter Horacio Elizondo daraufhin die Rote Karte erhalten hatte. Es war das letzte Profi-Fußballspiel für den Spielmacher, der zuletzt bei Real Madrid unter Vertrag stand.

"Ich entschuldige mich bei den Kindern, die das gesehen haben", sagte Zidane. So etwas sei "unentschuldbar". So dürfe man sich nicht verhalten. "Ich muss es laut und deutlich sagen, weil es von zwei bis drei Milliarden Fernsehzuschauern und Abermillionen Kindern gesehen wurde."

Bedauern wollte Zidane seine Handlungsweise aber nicht. "Ich kann meine Handlung nicht bedauern, weil das bedeuten würde, dass er Recht hatte, es zu sagen. Ich kann es nicht, ich kann es nicht, ich kann es nicht sagen. Nein, er hat kein Recht das zu sagen, was er sagt", so Zidane, der den genauen Wortlaut nicht verraten wollte.

Unterdessen könnte Zidane die Auszeichnung zum besten Spieler der WM laut Fifa-Präsident Joseph Blatter wieder aberkannt werden. "Der Gewinner ist noch nicht von der Fifa bestimmt, sondern von einer Journalisten-Wahl. Die Fifa-Exekutive hat das Recht und die Pflicht einzugreifen, wenn gegen die ethischen Grundsätze des Sports verstoßen wird", sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes der italienischen Zeitung "La Repubblica".

Zidane wurde trotz des Kopfstoßes und der folgenden Rote Karte einen Tag später zum Sieger der unter Journalisten ausgetragenen Wahl zum besten Spieler der WM 2006 erklärt. Allerdings waren die meisten Stimmen schon vor dem Endspiel abgegeben worden. Die Wahlurnen schlossen nur 80 Minuten nach dem Schlusspfiff in Berlin.

DPA / DPA

Wissenscommunity