Fußball-WM 2010 Das Schweizer Bollwerk wackelt

Beschweren können sich die Schweizer über das vorläufige Unentschieden nicht: Seit der 31. Minute spielen die Eidgenossen nach einer roten Karte gegen Behrami in der Unterzahl.

Entgegen der Weisheit "Never change a winning team" hatte der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld im Vergleich zum 1:0 gegen Europameister Spanien gleich zwei Änderungen vorgenommen. Für die Leverkusener Bundesliga-Profis Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok standen Valon Behrami vom englischen Premier-League-Klub West Ham United sowie Kapitän und Rekordtorjäger Alexander Frei in der Anfangsformation.

Bei den Chilenen feierte der gegen Honduras (1:0) schmerzlich vermisste Torjäger Humberto Suazo sein WM-Debüt. Suazo war es auch, der bereits nach 70 Sekunden eine Gelbe Karte sah. Sein Foul im Mittelfeld stand symbolisch für die Aggressivität, mit der die Chilenen schon frühzeitig den Spielaufbau der Schweizer zu stören versuchten. Es dauerte jedoch einige Minuten, bis sich beide Mannschaften an den phasenweise böigen Wind, der vom Indischen Ozean ins Nelson-Mandela-Bay-Stadion fegte, gewöhnt hatten.

Nach rund zehn Minuten schienen zuerst die Südamerikaner eine Einstellung dazu gefunden zu haben. Mit einem wuchtigen Schuss aus spitzem Winkel zwang der Leverkuser Arturo Vidal seinen Wolfsburger Liga-Kollegen Diego Benaglo in der 10. Minute zu einer Glanzparade ebenso wie Carlos Carmona mit seinem Nachschuss aus rund 20 Metern.

Mit ihrer Schnelligkeit, Dynamik sowie ihren technischen Qualitäten stellte "La Rocha" die Schweizer vor einige Probleme. Auf der anderen Seite ließ die gut organisierte chilenische Defensive kaum Chancen zu, weil es Hitzfelds "Nati" an den nötigen Ideen fehlte.

In einem Spiel mit Haken und Ösen zeigte der konsequente saudische Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi bis zur Halbzeit vier Gelbe Karten (drei für Chile) und in der 31. Minute die Rote Karte gegen den Schweizer Behrami, der Vidal bei einem Zweikampf an der Seitenline den Arm ins Gesicht schlug. Behrami ist der erste Schweizer, der bei einer WM vom Platz gestellt wurde.

Die schlechten Nachrichten für Hitzfeld rissen danach nicht ab. In der 42. Minute musste Frei verletzt das Spielfeld verlassen - für ihn kam Barnetta. Kurz zuvor war Alexis Sanchez mit einem ungenauen Schuss aus 12 Metern an Benaglio gescheitert.

SID SID

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