Fußball-WM in Südafrika Fifa rätselt über leere Ränge


Verwunderung allerorten: Viele Spiele der WM in Südafrika fanden bisher vor halbleeren Rängen statt. Die Fifa steht vor einem Rätsel, galten die meisten der insgesamt 64 Partien doch als ausverkauft. Der Fußballverband hat neben dem Vuvuzela-Problem eine weitere Baustelle.

Rätselraten bei den lokalen Organisatoren und beim Fußball-Weltverband Fifa über die zahlreichen leeren Sitze bei den WM-Spielen: Bei der Endrunde in Südafrika bleiben bei etlichen Spielen Tausende Plätze leer, obwohl nach Fifa-Angaben 97 Prozent der drei Millionen zur Verfügung stehenden Tickets abgesetzt wurden. Beim Spiel Niederlande gegen Dänemark am Montagmittag im Soccer-City-Stadion von Johannesburg wurden zwar offiziell 83.465 Zuschauer (Fassungsvermögen 84.490) angegeben. Doch im weiten Rund waren rund 10.000 Plätze frei.

Im Free-State-Stadion von Bloemfontein (Fassungsvermögen (40.911) waren offiziell 30.620 Besucher. Diese Zahl schien mit den tatsächlich Anwesenden beim 1:0-Erfolg Japans gegen Kamerun übereinzustimmen. Aber auch hier fehlten letztendlich ein Viertel der Zuschauer-Kapazität.

Die Fifa hat angekündigt, die Gründe für verwaiste Plätze in den WM-Stadien zu untersuchen. "Es ist natürlich nicht schön, WM-Spiele mit frei gebliebenen Plätzen zu sehen", sagte Fifa-Mediendirektor Nicolas Maingot: "Wir untersuchen derzeit die vielschichtigen Gründe. Im diesem Moment ist es noch zu früh, Schlussfolgerungen zu ziehen."

Tickets sind verkauft, Sitze bleiben leer

Am Sonntag waren beim Spiel zwischen Algerien und Slowenien in Polokwane sowie bei der Partie zwischen Serbien und Ghana in Pretoria zahlreiche Plätze frei geblieben, obwohl die Tickets verkauft waren. "Die Karten sind verkauft, aber die Plätze bleiben dennoch leer. Das ist also kein Problem des Ticketings", sagte Maingot.

Trotz der Schwierigkeiten ist die Fifa mit den Zuschauerzahlen zufrieden. "Wir liegen bei einem Schnitt von fast 51.000 Zuschauern pro Spiel, das ist sehr hoch", so Maingot weiter.

Vor WM-Beginn hatte die Fifa bekannt gegeben, noch 53.000 nicht abgesetzte Eintrittskarten in den Verkauf zu geben. Darunter befanden sich auch 38.000 der teuren sogenannten Hospitality-Tickets, die nicht abgesetzt wurden. Sie bieten unter anderem Catering in einer Loge und VIP-Betreuung bei den WM-Spielen.

Die angebotenen Hospitality-Karten bewegen sich pro Stück umgerechnet zwischen 160 und 240 Euro. "Vor allem die Nachfrage aus Europa nach diesen Karten war nicht entsprechend", hatte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke bereits erklärt. Die Fifa-Agentur Match, die den Ticketverkauf abwickelt, hat bereits ein dickes Minus eingestanden. Ebenfalls in Umlauf kurz vor dem Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko kamen 15.000 Karten des untersten Preissegments von umgerechnet 16 Euro, teilweise mit Sichtbehinderung. Auch hier hieß es zunächst, sie hätten reißenden Absatz gefunden. Die Wirklichkeit in den zehn WM-Stadien Südafrikas sieht allerdings anders aus.

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SID/dab SID

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