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Sondergesetz zur Fußball-WM: Kabinett will nächtliches Public Viewing möglich machen

In lauen Sommernächten gemeinsam vor der Großleinwand jubeln - das will die Bundesregierung den Fans zur WM ermöglichen. Sie plant ein Gesetz, das fürs Public Viewing den Lärmschutz aufweichen soll.

Der Sommer steht kurz bevor, und mit ihm die Fußball-Weltmeisterschaft. Weil die aber in Brasilien statt findet und viele Partien hierzulande erst zu später Stunde laufen, möchte das Bundeskabinett an diesem Mittwoch eine Sonderverordnung beschließen. Das Gesetz soll Fußball-Fans Public Viewing auch nachts ermöglichen - indem es den Lärmschutz vorübergehend aufweicht. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bestätigte heute einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Demnach wären Übertragungen auf Großleinwänden nach 22 Uhr und in Ausnahmefällen auch nach Mitternacht erlaubt. "Das gemeinschaftliche Fußballgucken unter freiem Himmel gehört zu einer Fußball-Weltmeisterschaft einfach dazu. Bei einem solchen Anlass halte ich Ausnahmen vom Lärmschutz für gerechtfertigt", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Die Fanmeilen sollen während der Weltmeisterschaft im Zeitraum von 12. Juni bis 13. Juli zu Sportanlagen erklärt werden - damit würde Public Viewing auf Videoleinwänden mit dem Stadion-Besuch gleichgestellt. Hendricks betonte, über die Genehmigung in jedem konkreten Fall müssten aber die Kommunen entscheiden.

Spielbeginn auch weit nach Mitternacht

Bei der Weltmeisterschaft beginnen knapp die Hälfte der 64 Begegnungen erst um 22 Uhr deutscher Zeit oder später. Grund für die Sonderverordnung ist das Bundesimmissionsschutzgesetz, wonach bei öffentlichen Veranstaltungen nach 22 Uhr in allgemeinen Wohngebieten der Geräuschpegel 40 dB(A) nicht überschreiten darf. Dieser Wert wird beim Public-Viewing meistens übertroffen. Im Verordnungsentwurf wird den Kommunen ein Ermessensspielraum für die Genehmigung eingeräumt.

Bereits im Januar hatte Hendricks angekündigt, dass es eine Sonderregelung geben werde. Auch bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 und der Fußball-EM 2008 hatte es Ausnahmen für das Public Viewing gegeben. Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Brasilien werden in der Vorrunde zehn Spiele um Mitternacht angepfiffen, eines sogar erst um 3 Uhr. In der Finalrunde sind es neun Begegnungen um 22 Uhr.

car/DPA / DPA

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