WM 2010 Bei Ghana fliegen die Fetzen


Eklat in der ghanaischen Nationalmannschaft: Nach einem Pöbel-Anfall wollte Nationalcoach Milovan Rajevic Nationalspieler Sulley Muntari aus der Mannschaft werfen. Nur die Fürsprache der Mitspieler verhinderte den Rauswurf.

Zwei Tage vor dem Herzschlagfinale Deutschland geht es bei der ghanaischen Nationalmannschaft drunter und drüber. Erst sorgte Enfant terrible Sulley Muntari mit Attacken gegen Teamkollegen und Trainer Milovan Rajevic für einen Eklat und stand in "Anelka-Manier" kurz vor dem Rauswurf, dann musste der in Berlin geborene Kevin Boateng bei dem serbischen Coach auf die Couch.

Anders als der Franzose Nicolas Anelka habe Muntari sein "schlechtes Benehmen" eingesehen und sich beim Trainer, dem Betreuerstab und der Mannschaft entschuldigt, teilte der Ghanaische Fußball-Verband mit. Nach dem 1:1 gegen Australien sei er am Samstagabend "aus Frust" über den verpassten Sieg ausgerastet. Für sein Fehlverhalten in der Kabine sei das Offensiv-Ass zurechtgewiesen worden.

Medien meldeten schon Rauswurf


Zuvor hatten Medien über einen Rauswurf des Profis von Champions-League-Sieger Inter Mailand berichtet. Pressesprecher Randy Abbey tat zunächst alle Bericht als "nicht wahr" ab, ehe er zumindest den heiklen Vorfall einräumen musste. Abbey betonte aber: "Muntari hatheute Morgen trainiert und bleibt im Kader."

Muntari rastete laut "ghanasoccernet" aus, weil er bei dieser WM bisher nur in der Schlussphase der Partie gegen Australien (1:1)eingewechselt worden war. Der Hitzkopf habe Rajevac, den technischen Stab und einige jüngere Mitspieler verflucht. Zudem habe Muntarigegen seinen Spind getreten und im Teambus seine Tiraden fortgesetzt. Daraufhin habe Rajevac seine sofortige Verbannung aus dem Team gefordert, berichtete das Portal unter Berufung auf einen GFA-Offiziellen. Anschließend hätten Kapitän Stephen Appiah und Verbandschef Kwesi Nyantakyi den Trainer um Nachsicht gebeten - offenbar mit Erfolg.

Mit seinem jüngsten Ausraster machte Muntari seinem Ruf als Rüpel alle Ehre. Denn seit fünfeinhalb Jahren liegt der starke Techniker mit dem Verband immer wieder im Clinch. Nachdem er im vergangenen einem Länderspiel einfach ferngeblieben war, warf ihn Rajevic für den Afrika-Cup aus dem Kader. Erst nachdem Muntari Abitte geleistet hatte, wurde er für die WM nominiert und versprach Besserung - offensichtlich ein leeres Versprechen.

Psychologische Hilfe für Boateng


Ghanas Nationalcoach muss sich unterdessen bei der Vorbereitung auf das Spiel gegen Deutschenland auch um seinen Spielmacher Kevin-Prince Boateng kümmern. „Er darf auf die Provokationen der Deutschen nicht eingehen. Ich werde ihn psychologisch vorbereiten. Er soll einfach Fußball spielen und frei im Kopf sein. Er ist in Deutschland geboren, aber deswegen darf er sich nicht verrückt machen", sagte Rajevac.

Gute Nachrichten gab es für Ghana derweil von den Spielern Isaac Vorsah und John Mensah. Hoffenheim-Profi Vorsah kann nach überstandenen Knieproblemen gegen Deutschland spielen. Auch Mensah hat seine Oberschenkelprobleme überwunden und ist einsatzbereit. Ghana reicht gegen die DFB-Auswahl ein Remis, um wie beim WM-Debüt 2006 in die K.o.-Runde zu kommen.

DPA/SID/tis DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker