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WM-Eröffnungsspiel: Bafana Bafana verspielt den Traumstart

Die große Party ist ausgeblieben: Südafrika verspielte im WM-Eröffnungsspiel gegen Mexiko nach nervösem Beginn eine Führung.

Rafael Marquez hat Südafrika einen Traumstart in die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden vermasselt. Durch den Treffer des Abwehrspielers vom FC Barcelona in der 79. Minute trotzte Mexiko der Bafana Bafana am Freitag im WM-Eröffnungsspiel ein verdientes 1:1 (0:0) ab und versetzte der Feierlaune in der Regenbogennation einen leichten Dämpfer. Vor 84 490 Zuschauern im ausverkauften Soccer-City-Stadion in Johannesburg war Siphiwe Tshabalala (55.) in der Auftaktpartie der Gruppe A die umjubelte Führung für die Südafrikaner gelungen. Katlepo Mphela verpasste in der 90. Minute den Siegtreffer der Hausherren. Sein Schuss landete am Pfosten.

Mit der Punkteteilung verpasste Südafrika den erhofften ersten Schritt auf dem Weg ins Achtelfinale. Immerhin hat eine Tradition weiter Bestand: Noch nie verlor ein WM-Ausrichter sein erstes Turnierspiel.

Höllenspektakel durch Vuvuzelas


Nach der feierlichen Eröffnung der WM durch Staatspräsident Jacob Zuma sorgten die Fans in Gelb und Grün mit ihren Vuvuzelas für ein Höllenspektakel auf den Rängen, doch davon unbeeindruckt gaben auf dem Rasen zunächst die ganz in schwarz gekleideten Mexikaner den Ton an. Das Team von Javier Aguirre wirkte von der ersten Minute an schneller und spritziger als die Bafana bafana, die vor der Rekordkulisse vor allem im Spiel nach vorne sehr nervös agierte.

Nach 106 Sekunden blockte Kapitän und Rekord-Nationalspieler Aaron Mokoena einen Schuss von Giovani dos Santos zur Ecke ab und verhinderte damit den frühen Rückstand für die Gastgeber. Ein leichtfertiger Ballverlust von Teko Modise im Mittelfeld bescherte dos Santos die nächste Möglichkeit (19.), diesmal zielte der Angreifer von Galatasaray Istanbul zu hoch.

Offensiv bot Südafrika wenig


In der Offensive hatte das zuletzt zwölfmal ungeschlagene Team von WM-Rekordtrainer Carlos Alberto Parreira wenig zu bieten. Auch der frühere Dortmunder Steve Pienaar brachte keine Linie ins Spiel der Südafrikaner, denen im Aufbau einfach zu viele Fehler unterliefen. In der 32. Minute konnten sich die Hausherren bei ihrem Torhüter Itumeleng Khune bedanken, der reaktionsschnell gegen Guillermo Franco klärte und Flurschaden für sein Team vereitelte.

Die leidenschaftlich angefeuerten Südafrikaner hatten erst in der Schlussphase der ersten Hälfte ein paar gute Szenen. Drei Minuten vor der Pause geriet das Gehäuse des 37-jährigen Oscar Perez, der den Vorzug vor Guillermo Ochoa erhalten hatte, erstmals in Gefahr. Doch Katlego Mphela verfehlte mit dem Kopf eine Flanke. Wenig später köpfte Kagisho Dikgacoi über das Tor. Ansonsten hatte die Abwehr der "Tri" mit dem Stuttgarter Bundesligaprofi Ricardo Osorio kaum Arbeit.

Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber ihren übergroßen Respekt endgültig ab und suchten entschlossen den Weg zum Tor. In der 55. Minute lief Tshabalala bei einem Konter der mexikanischen Abwehr auf und davon und ließ Perez aus 14 Metern keine Abwehrchance. Bei den folgenden wütenden Attacken der Mexikaner war auf Khune Verlass: In der 60. Minute entschärfte der Schlussmann einen Schuss von dos Santos. Auf der Gegenseite vergab der von Francisco Rodriguez bedrängte Modise sogar das 2:0. Doch dann war die Abwehr der Hausherren einen Moment lang überhaupt nicht im Bilde und gestattete Marquez vom FC Barcelona den Abstauber zum Ausgleich.

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Lars Reinefeld und Hubert Kahl, DPA / DPA

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