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Fußball-Nationalmannschaft: Hier wird das Polen-Spiel doch noch interessant

Das Länderspiel gegen Polen interessiert keinen mehr. Es gibt allerdings Fragen, die wir uns alle in 20 Jahren stellen. Und plötzlich wird das Spiel doch ganz spannend.

Von Mathias Schneider

Tja, die Erkenntnisse. Sie scheinen auf den ersten Blick eher spärlich nach dem 0:0 der deutschen, nun ja, Nationalmannschaft gegen Polen. Zwölf Neulinge durften in Hamburg ran. Es spricht für den Bundestrainer Joachim Löw, dass er nach der Partie nichts als Lob für all die Jungen bereithielt, die ab sofort in allen Biographie-Spalten das Wort Nationalspieler führen (nicht zu unterschätzen, wenn es um Marktwerte und Gehälter geht).

Wenn Löw heute nun jene erlesen 25 oder 26 Akteure benennen wird, die mit ihm ins Trainingslager nach Südtirol reisen werden, legt sich dann allerdings zunächst einmal ein dunkler Schleier der Geschichte über die Partie von Hamburg. Wirklich bedeutsam für die Nominierung ist sie eher nicht gewesen.

So weit, so belanglos? Nicht ganz. Wer gestern den Weg in den Volkspark fand, sollte seine Eintrittskarte tunlichst aufbewahren. Sie stellt nicht weniger als eine veritable Altersvorsorge dar. Echte Trophäen-Jäger werden jeden Preis bezahlen. Nicht heute, nicht morgen, aber in ferner Zukunft. Kein Fußball-Stammtisch wird ohne das 0:0 von Hamburg auskommen. Es gibt genau zehn Fragen, die Sie sich in 20 Jahren stellen. stern.de stellt sie vor.

Diese Fragen stellen Sie in 20 Jahren

1. Länderspiel oder U-21?

2. War der Hamburger SV zum Zeitpunkt der Partie bereits abgestiegen ? (Anschlussfrage, sofern Hamburg mittlerweile wieder Bundesliga spielt: Wann ist der HSV wieder aufgestiegen? Gegen wen spielte er in der Abstiegs-Relegation?)

3. Nahm der zweimalige Welttorhüter des FC Barcelona, Marc-Andre ter Stegen, an der Partie Teil?

4. Wer spielte in der ersten Halbzeit im Tor?

5. Pfiffen die Zuschauer während und nach der Partie, wie eigentlich immer in Hamburg?

6. Welche Spieler der Elf schafften es danach in den WM-Kader?

7. Wechselte Kapitän Julian Draxler noch zu Arsenal London?

8. Wann gab es schon einmal ein vergleichbares Spiel? (ausgenommen USA-Reisen!) Anschlussfrage: Bekamen die Zuschauer damals ihr Geld zurück?

9. Wie hieß der Trainer der polnischen Nationalmannschaft?

10. Was bekamen die Fans nach dem 0:0 gegen Polen als Entschädigung?

Die definitiven Antworten

zu 1. Es handelte sich damals tatsächlich um ein Länderspiel der sogenannten A-Nationalmannschaft, zumindest offiziell. Inoffiziell wird in DFB-Archiven die Partie aber der U-21 zugeschrieben.

Zu2. Der Hamburger SV war tatsächlich noch nicht abgestiegen, er verlor erst zwei Tage später auf eigenem Platz mit 0:4 gegen den heutigen Regionalligisten Greuther Fürth. Hamburg stieg 2020 wieder in die Bundesliga auf.

Zu3. Ja. Er spielte in der zweiten Halbzeit. Fehlerlos.

Zu4. Ron-Robert Zieler, direkter Nachfahre des Timo Hildebrand als ewige Nummer drei.

Zu 5. Während der Partie diesmal nicht, nach der Partie "nur die Polen" (der Bundestrainer).

Zu 6. Draxler, Zieler, Volland (damals noch Hoffenheim, dieser Typ der später zu Manchester United wechselte).

Zu7. Lässt sich nicht mehr zweifelsfrei ermitteln im Dickicht aus Spekulationen und Gerüchten. Soll aber angeblich auf Schalke alt geworden sein.

Zu8. Im März 2007, beim 0:1 gegen Dänemark, damals debütierten sechs Neulinge. Die Zuschauer bekamen nicht ihr Geld zurück, sondern konnten eine sogenannte "Ticket-Option" für ein EM-Qualifikationsspiel erwerben, hatten also ein Vorkaufsrecht. Sie erhielten außerdem als Vergeltung eine Mütze und Schal.

Zu9. Es war der große Adam Nawalka.

Zu 10. Den Weltmeistertitel, genau zwei Monate später!!

Von Mathias Schneider

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