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Fußball-WM: Die Nationalmannschaft vor Mexiko: Vorwärts in die Vergangenheit

Im Luschniki-Stadion von Moskau qualifizierte sich Bundestrainer Joachim Löw vor neun Jahren für die WM in Südafrika. Nun kehrt er mit einer erprobten Auswahl zum WM-Auftakt zurück.

Von Mathias Schneider, Moskau

Im Trainingsdress des DFB läuft Joshau Kimmich mit einem Gewicht hinter sich über einen Fußballplatz

Nicht nur Joshua Kimmich freut sich darauf, dass das DFB-Team endlich in die WM startet

Getty Images

Nun läuft sie also endlich, diese WM, mit einem Paukenschlag ist sie eröffnet worden. Oder war es doch eher ein Paukenschlägchen? 5:0 siegte der Gastgeber im Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien, ein Traumstart ist dies für Russland auch, wenn die Stimmung im Stadion dann doch ein bisschen inszeniert wirkte. Und doch bekam man schon einmal ein Gefühl, was diese Deutschen in zwei Tagen erwarten wird im Olympiastadion Luschniki, zumindest was die Akustik anbelangt. 81.000 Russen jubelten brav, mal lauter, mal leiser und kamen doch nach 90 Minuten weit unter einer kollektiven Euphorie ins Ziel. Als man eine gute Stunde nach der Partie das Stadion verließ, trieben lediglich südamerikanische Fans und ein paar mexikanische Hombres über den Stadionvorplatz. Von Russen keine Spur. Als sei für sie die Stadionumgebung zur Sperrzone erklärt worden. Dafür durfte man durch ein Spalier an Sicherheitskräften die 400 Meter zur U-Bahn stolzieren, ein zweifelhaftes Vergnügen.

Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Sonntag in diese WM startet, wird sie sich so sicher wie nie fühlen, so viel ist schon einmal Gewiss. Und die Spielstätte dürfte zumindest  Bundestrainer Joachim Löw nicht gänzlich fremd erscheinen, er hat hier ja eine seiner wichtigeren Schlachten geschlagen, damals im Oktober 2009, WM-Qualifikation. Eine alte Schüssel stellte das Rund damals dar, heute eine jener zeitgenössischen Stadionanlagen wie man sie überall auf dem Feld findet, wo die Fifa mit ihren Auflagen Station gemacht hat. 1:0 siegte Löw mit seiner Elf vor neun Jahren, viel Glück und ein starker René Adler sorgten damals für den Sieg.

Joshua Kimmich freut sich auf WM-Start

Die Geschichte liefert also allerlei Packenden, die von den Deutschen ergriffen werden können, um mit gutem Gefühl ins Turnier zu gehen. Zwei Tage vor dem Turnierstart war draußen in Watutinki, gut 30 Kilometer vor den Toren der Stadt, dann auch keine Spur von Aufregung zu spüren. Der junge Außenverteidiger Joshua Kimmich war in den großen Pressekonferenzsaal geladen. "Wir sind alle froh, dass es bald los geht", teilte Kimmich wenig überraschend mit, wie zu erfahren war, gestaltet sich die Zeit vor den Toren der Stadt ein wenig eintönig.

Mit großen Überraschungen zum Auftakt des Turniers ist dann nicht zu rechnen. Einzig die Frage, ob Löw im offensiven Mittelfeld Mesut Özil oder Julian Draxler das Vertrauen schenkt, bleibt nach jetzigem Stand als Variable offen. Ansonsten dürften in der Viererkette vor Neuer die Außenverteidiger Kimmich und Hector die beiden Innenverteidiger Hummels und Boateng flankieren. Das Scharnier der Elf besteht aus Kroos und Khedira, davor wirbeln definitiv Marco Reus und Thomas Müller und versuchen Timo Werner in Szene zu setzen. 

Kimmich glaubt auf jeden Fall, "dass die Mischung ganz gut passt".

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Der Teammanager Oliver Bierhoff diagnostizierte eine "sehr fokussierte Vorbereitung". Die Mannschaft finde zusammen". Es sind die gleichen Worte, hundertfach gesprochen vor jedem Turnier. Bislang unterlegten die Deutschen ein jedes Mal ihre Ankündigungen mit einem starken ersten Auftritt, sie kommen ja unter Löw traditionell gut aus den Blöcken, kein Auftaktspiel, das sie nicht souverän gewonnen hätten.

Noch nie hat eine mexikanische Nationalmannschaft in einem Turnier gegen Deutschland gewonnen. Nach der Partie der russischen Nationalmannschaft sah man ihre Fans bereits vor dem Luschniki-Stadion tanzen. 

Als wollten sie den Ort bereits für sich einnehmen.

Eine Kombo zeigt llinks Joachim Löw mit einer Espresso-Tasse am Mund und rechts Ägyptens Stürmer Mohamed Salah beim Training
tkr

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