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1:2 gegen Belgien Neymar scheitert kläglich und Brasilien sucht die Schuld bei Gott

Neymal-Gif: Die Stimmung nach Brasiliens WM-Aus 2018
Die Brasilianer können es nicht fassen. Die WM 2018 hat für sie ein überraschendes Ende genommen. Im Viertelfinale der WM 2018 verlieren sie 1:2 gegen Belgien. Seit 16 Jahren hat die Fußballernation Brasilien nun schon keinen WM-Titel mehr geholt. Neben Fernandinho, der ein Eigentor erzielt, steht vor allem ein Spieler im Fokus der Kritik: Neymar. Der 26-jährige Stürmer hatte in diesem Turnier zweimal getroffen – zu wenig Leistung, sagen viele Kritiker. Die brasilianische Zeitung Folha de Sao Paulo schreibt heute ernüchtert: Stattdessen macht er mit dramatischen Täuschungsmanövern auf sich aufmerksam, die ihm weltweit viel Spott einbringen. Kein Wunder, dass die Häme nach dem WM-Aus besonders groß ist.

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Kaum war die Niederlage gegen Belgien im Viertelfinale perfekt, ging in  Brasilien die Suche nach dem Schuldigen los: Im Fokus steht dabei auch Superstar Neymar. Der Hauptschuldige wird jedoch ganz woanders verortet.

Diesmal flossen keine Tränen. Nicht bei Coutinho, dem nicht viel gelang. Nicht bei Fernandinho, der die Katastrophe eingeleitet hatte. Nicht mal bei Neymar, der sonst so oft weint.

Die brasilianischen Spieler lagen auf dem Rasen im Stadion von Kasan und schienen es schlichtweg nicht fassen zu können. 1:2 gegen Belgien. Raus aus der WM. Ein schlechteres Abschneiden noch als beim Debakel 2014. Seit 16 Jahren nun schon kein Titel mehr.

Und das mit einer starken Mannschaft. Nach einer starken zweiten Halbzeit. Nach 26:8 Torschüssen. Nach unendlich vielen Großchancen. Schlecht waren sie nicht.

Neymar
Neymar schlägt die Hände über, nachdem ihm gegen Belgien ein Strafstoß verweigert wurde
© Thanassis Stavrakis / DPA

Es war viel Pech dabei

Es war viel Pech dabei, aber kaum war das Spiel vorbei, begann die Jagd nach den Schuldigen. Ein WM-Halbfinale ohne Brasilien verlangt nach Schuldigen. Brasilien wäre nicht Brasilien, wenn es nicht sofort Sündenböcke präsentieren kann.

Fernandinho. Ein grausames Spiel, sagten sie in der Heimat über den Mann, der ins eigene Tor traf.

Paulinho. Der Mittelfeldspieler vom FC Barcelona fand während der gesamten WM nie zu seiner Form und ließ beste Torchancen aus.

Gabriel Jesus. Der Mittelstürmer von Manchester City traf nicht ein einziges Mal in fünf Spielen. Ein Stürmer ohne Tore. Das hatte es im Land der Ronaldos, Peles, Ronaldinhos, Romarios zuletzt 1974 gegeben.

Neymar: Falsche Entscheidungen, schlechte Abschlüsse, viele Ballverluste

Und Neymar. Auch Neymar. Zu viel Show. Zu viel Drama. Seine Leistungskurve zeigte zwar nach oben, aber im Spiel gegen Belgien gelang ihm nicht viel. Falsche Entscheidungen, schlechte Abschlüsse, viele Ballverluste.

Er war wieder mal derselbe Neymar, der bei dieser WM viele Sympathien verlor. Einmal krümmte er sich nach einem leichten Foul am Boden, als müsste er sterben. Zwei Elfmeter versuchte er herauszuschinden, aber die Schiedsrichter sind mittlerweile bei ihm besonders skeptisch.

Neymar hat sich mit dem Auftreten bei der WM 2018 keine Freude getan. Nicht bei den Fans weltweit, die sich im Netz über ihn lustig machen. Nicht bei den Schiedsrichtern, die auf seine Täuschungsmanöver nicht mehr hereinfallen. Nicht mal bei den Mitspielern und Fans, denen er zu egoistisch erscheinen muss. Auch nicht bei den Sponsoren und Managern, die ahnen müssen, dass sein Marktwert nicht gerade gestiegen ist.

Es sollte seine WM werden. Er schoss am meisten aufs Tor. Er traf zweimal. Er scheiterte kläglich.

1:2 gegen Belgien: Neymar scheitert kläglich und Brasilien sucht die Schuld bei Gott

Brasiliens Ausscheiden ist kein sportliches Debakel

Nach dem Spiel suchten die Spieler nach Antworten. Sie lobten die starken Belgier - und hatten Recht damit. Sie bestätigten, dass sie alles gegeben hatten - und hatten Recht damit. Sie hatten einen guten Trainer, hatten gut trainiert, ein gutes Quartier, eine gute Mischung. Sie hatten diesmal eigentlich alles. Eben auch Pech. Ihr Ausscheiden war anders als das der Deutschen oder der Argentinier kein Debakel.

"Gottes Wege sind unergründlich“, sagte Torwart Allison über die Gründe. "Es war dein Wunsch", sagte Neymars Mutter über Gott. "Wir müssen den Wunsch Gottes akzeptieren", sagte Kapitän Miranda. Eine richtige Erklärung hatten sie nicht.

Miranda, der wohl seine letzte WM gespielt hat, brachte dann die Hoffnung zurück in dieser traurigen Nacht von Kasan: "Diese Junge haben Talent. Sie werden schon noch eine WM gewinnen."

tis

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