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Nationalspieler: Wegen Erdogan-Treffen? Unbekannte demolierten Mercedes von Ilkay Gündogan

Es geschah vorm Testspiel gegen Saudi Arabien: Unbekannte schlugen am Mercedes GLE von Ilkay Gündogan die Scheibe ein. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Die Tat könnte politisch motiviert sein.

wm kompakt - ilkay gündogan nach pfeiffkonzert

Nationalspieler Ilkay Gündogan wurde im Testspiel gegen Saudi-Arabien lautstark ausgepfiffen

DPA

Köln, einen Tag vorm Testspiel gegen Saudi-Arabien. Ilkay Gündogan ist zusammen mit seinen Teamkollegen im Kölner Luxushotel Hyatt am Rheinufer untergebracht. Von dort geht es am anderen Tag mit dem Mannschaftsbus zur Bayarena nach Leverkusen, wo das Länderspiel am Abend des 8. Juni stattfindet. Der Mercedes GLE von Ilkay Gündogan parkt unweit des Mannschaftshotels – und wird in der Nacht von Unbekannten demoliert.

Ilkay Gündogan erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft in Köln dem stern. Fotos des Fahrzeugs zeigen, dass die hintere, rechte Seitenscheibe eingeschlagen wurde. Die Täter sind bislang unbekannt. Da nichts entwendet wurde, schließt die Polizei eine politische motivierte Tat nicht aus.

Gündogan wegen Treffen mit Erdogan in der Kritik

Offenbar halten die Ermittler es für möglich, dass Gündogans Begegnung mit dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan der Auslöser für das Verbrechen gewesen sein könnte. Gündogan nahm am 13. Mai zusammen mit Mesut Özil eine umstrittene Einladung von Erdogan in London an, überreichte ihm ein Trikot mit der persönlichen Widmung "für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll".

Gündogan steht seit dem Treffen unter Druck, wurde in Testspielen ausgebuht und erhielt mehrfach Beleidigungen. "Die Reaktionen haben mich getroffen, vor allem auch die persönlichen Beleidigungen. Weil ich schon der Meinung bin, dass einige Vorwürfe, die jetzt gegen Mesut Özil und mich aufgekommen sind, nicht zu 100 Prozent stimmen", sagte er bei einer Pressekonferenz Anfang Juni.

Überwachungskameras könnten die Tat gefilmt haben

Der nähere Hergang der Tat ist bisher nicht bekannt. Unklar ist vor allem, ob der in Gelsenkirchen geborene, türkischstämmige Nationalspieler, der sich zuvor mit dem DFB-Team im Trainingslager in Südtirol aufhielt, das Fahrzeug selbst dort abstellte. Nach Angaben der Polizei erstatte Gündogan die Anzeige persönlich. Auswertungen von Überwachungskameras sollen bei der Aufklärung helfen.


Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass der Staatsschutz in der Angelegenheit ermittle. Das ist falsch. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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