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WM 2022 Bundesliga-Trainer Steffen Baumgart: "Noch nie erlebt, dass ein Land so wenig hinter seiner Nationalmannschaft steht"

Köln-Trainer Steffen Baumgart: Die Unterstützung für die Nationalmannschaft fand er nicht ausreichend.
Köln-Trainer Steffen Baumgart: Die Unterstützung für die Nationalmannschaft fand er nicht ausreichend.
Drei Spiele, dann war alles aus – dafür wurde ausgiebig über Politik geredet. Köln-Trainer Steffen Baumgart hat dazu eine klare Meinung.

Sollte man sich die WM in Katar überhaupt ansehen? Und wenn ja, dann nur unter Protest? Sollten die Spieler gegen die WM demonstrieren, vor Anpfiff oder gar während des Spiels? Mit diesen und ähnlichen Punkten setzten sich vor und während der WM viele Fußball-Fans auseinander – und vergaßen dabei die Unterstützung für die Nationalmannschaft, findet Bundesliga-Trainer Steffen Baumgart.

Im Gespräch mit der "Kölnischen Rundschau" sagt der Chefcoach des 1. FC Köln, er habe den Zusammenhalt in Deutschland bei diesem Turnier vermisst:  "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Land so wenig hinter seiner Nationalmannschaft steht, wie es bei uns der Fall ist. Das ist sehr traurig und macht mich nachdenklich."

Baumgart: Sportler sollten sich nicht vor den Karren spannen lassen

Auch zum zweiten Punkt, den Diskussionen um die politische Haltung, hat Baumgart eine klare Meinung. So dürften Sportler zwar grundsätzlich eine Haltung einnehmen. Aber bei der Fußball-WM sei zu viel über Politik geredet worden: "Wir sollten aufhören, Spieler zu instrumentalisieren. Wir Sportler sollten uns nicht vor den Karren spannen lassen." Deutschland hatte zunächst geplant, mit einer speziellen Binde in den Spielen aufzulaufen. Nachdem die FIFA scharfe Sanktionen androhte, setzte die Nationalmannschaft mit zugehaltenen Mündern vor dem ersten Spiel ein Zeichen.

Für den sportlichen Misserfolg möchte er aber nicht alleine die politischen Diskussionen verantwortlich machen. So sei das sportliche Niveau in der gesamten Welt inzwischen deutlich vorangeschritten, Europa sei nicht mehr der Mittelpunkt der Fußball-Welt: "Es sollte anerkannt werden, dass mittlerweile auf der ganzen Welt gut ausgebildet und gespielt wird", so Baumgart im Interview.

DPA

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