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WM-Vergabe Fifa droht Korruptionsskandal


Schwere Vorwürfe gegen die Fifa: Zwei ranghohe Mitglieder des Fußball-Weltverbandes sollen im Zuge der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ihre Stimmen zum Kauf angeboten haben. Laut "Sunday Times" haben verdeckte Journalisten sie sogar dabei gefilmt.

Eine Zeitung hat schwere Korruptionsvorwürfe gegen den Fußball-Weltverband Fifa erhoben. Laut "Sunday Times" sollen sich zwei Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees im Gespräch mit Reportern des britischen Blattes für Geldangebote im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 empfänglich gezeigt haben. Die Journalisten hatten sich demnach als amerikanische Geschäftsleute ausgegeben, die die WM 2022 in die USA holen wollten.

Einer der Fifa-Vertreter soll erklärt haben, eine Spende in Höhe von umgerechnet 570.000 Euro an ihn, um Fußballplätze in seinem Land zu bauen, würde sein Abstimmungsverhalten beeinflussen. Der zweite, bei dem es sich um einen der sieben Vize-Präsidenten der Fifa handeln soll, hat dem Bericht zufolge sogar nach 1,6 Millionen Euro zur Einrichtung einer Sportakademie gefragt. Zudem soll er den verdeckten Reportern berichtet haben, dass bereits Vertreter zweier weiterer Bewerberländer versucht hätten, seine Stimme zu "kaufen". Beide Funktionäre sollen beim Bestechungsversuch gefilmt worden sein.

"Die Fifa wird unmittelbar alles Material analysieren"

Der Fußballverband kündigte eine Untersuchung an. "Die Fifa hat bereits alle Informationen und Dokumente angefordert", hieß es in einer schriftlich verbreiteten Stellungnahme am Sonntag. "Dessen ungeachtet wird die Fifa unmittelbar alles Material analysieren, das ihr zur Verfügung steht." Erst wenn die Sichtung des Materials abgeschlossen ist, könne über mögliche weitere Schritte entschieden werden. In der Zwischenzeit werde es keine weiteren Kommentare aus der Schweiz geben.

Am Freitag hatten die USA ihre Bewerbung für 2018 zurückgezogen und erklärt, sich ganz auf die WM-Vergabe für 2022 zu konzentrieren. Daraufhin hatte England seine Bewerbung für 2022 für beendet erklärt, um sich allein um die WM 2018 zu bemühen, die entsprechend der Fifa-Gepflogenheiten an ein europäisches Land gehen wird.

Die USA hatten ihre Bewerbung um die WM 2018 erst am Freitag zurückgezogen, um sich voll auf die Kandidatur für 2022 zu konzentrieren - zumal die FIFA hat durchblicken lassen, dass sie das Turnier in acht Jahren in Europa ausrichten will. Im Rennen um die WM 2018 sind noch die Bewerbungen von England, Russland sowie den Kandidaten-Duos Spanien/Portugal und Niederlande/Belgien. Für 2022 haben außer den USA auch Japan, Südkorea, Australien und Katar Ambitionen.

Die FIFA-Exekutive wird ihre Entscheidung über die Vergabe beider Weltmeisterschaften am 2. Dezember in Zürich treffen.

DPA/dab DPA

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