Haft in Landsberg Beckenbauer will Hoeneß besuchen


Echte Freunde halten in der Not zusammen. So sieht das auch der "Kaiser". Franz Beckenbauer will Uli Hoeneß im Gefängnis einen Besuch abstatten, kündigte er jetzt im Fernsehen an.

Vor wenigen Monaten noch Präsident des FC Bayern - seit einigen Tagen Häftling in der JVA Landsberg: Für Uli Hoeneß sicher eine gewaltige Umstellung. Doch seine Freunde halten weiter zu ihm, allen voran Franz Beckenbauer. Der "Kaiser" gab jetzt in einer Diskussionsrunde im TV zu verstehen, wie selbstverständlich es für ihn sei, zu seinem Freund Hoeneß Kontakt zu halten - vor allem gerade jetzt während der Haftzeit.

Gefragt danach, ob er Hoeneß in Landsberg besuchen werde, sagte Beckenbauer beim Pay-TV-Sender Sky: "Sicher, das haben wir auch so abgesprochen." Er wisse, wie schwierig das sei "Er hat nur zweimal zwei Stunden pro Monat, und die sind seiner Familie vorbehalten. Aber ich habe mich schon beim FC Bayern angemeldet."

Die erste Woche im Gefängnis

Hoeneß hatte - von der Öffentlichkeit zunächst unbemerkt - am Montag seine Haftstrafe in Landsberg abgetreten. Erst als er dort angekommen war, bestätigten seine Anwälte und bayerische Behörden, dass Deutschlands prominentester Steuersünder in der Haftanstalt eingetroffen war. Hoeneß war im März zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er dem Fiskus mit einem Geheimkonto in der Schweiz mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten hatte.

Wie schlimm das Gefängnis zu Hoeneß sein muss, darüber macht sich Beckenbauer besonders viele Gedanken. "Gerade für einen so gewaltigen Menschen wie Uli". In Gedanken sei er immer bei Hoeneß, sagte er. Dieser sei die "personifizierte Freiheit". Gerade deshalb sei eine Gefängnisstrafe für Hoeneß so schlimm.

Die volle Haftzeit wird dieser aber wohl nicht absitzen müssen. 18 Monate vor dem voraussichtlichen Haftende beginnt üblicherweise der offene Vollzug, in dem ein Häftling nur noch die Nächte hinter Gitter verbringt und tagsüber beispielsweise einer normalen Arbeit nachgehen kann. Zudem könnte er bei guter Führung nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe entlassen werden, also nach zwei Jahren und vier Monaten. Das wäre im Herbst 2016.

Beckenbauer hofft auf rasche Hafterleichterungen für Hoeneß. "Wenn ich die bayerischen Gesetze richtig interpretiere, könnte er nach drei Monaten in den offenen Vollzug", sagte er. Wenn das so ist, müsste sich der Kaiser vielleicht sogar beeilen, um seinen Freund noch im Gefängnis zu besuchen. Drei Monate gehen schließlich rasch vorbei.

anb

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