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Ex-Profi gewählt: Jansen nach deutlichem Wahlsieg neuer HSV-Präsident

Acht Monate war der Posten vakant: Jetzt ist der ehemalige HSV- Abwehrspieler Marcell Jansen neuer Präsident des Großvereins Hamburger SV e.V. Die stärkste Rede hielt ein anderer - aber Jansen gehören die meisten Sympathien.

HSV-Chef

Marcell Jansen wurde zum neuen Präsidenten des Hamburger SV gewählt. Foto: Axel Heimken

Der Hamburger SV e.V. hat wieder einen Präsidenten. Neuer Chef des 87.000 Mitglieder starken Großvereins mit seinen 35 Sportabteilungen ist Marcell Jansen. Der 33 Jahre alte ehemalige HSV-Profi ist bei der Mitgliederversammlung des Vereins mit großer Mehrheit gewählt worden.

Jansen erhielt 799 der 1288 gültigen Stimmen. Für den ehemaligen Vizepräsidenten und Schatzmeister Ralph Hartmann votierten 489 Mitglieder. Der 75 Jahre alte Ex-Präsident Jürgen Hunke hielt zwar seine Bewerbungsrede, zog seine Kandidatur aber später zurück.

Damit setzte sich der Favorit durch. Anders als in Interviews zuvor vermied es der einstige Linksverteidiger diesmal, hauptsächlich von den Belangen der Fußball-AG zu sprechen, wenn er sich um einen e.V.-Posten bewirbt. Auch die angekündigte Einflussnahme auf das operative Geschäft des Zweitligisten wiederholte er nicht, sagte stattdessen: «Die operative Entscheidungen trifft der Vorstand.»

Hunke hatte vor dem Verkauf weiterer Anteile an der Fußball-AG gewarnt. Derzeit besitzt der e.V. 76 Prozent. Hartmann hielt eine kämpferische und überzeugende Rede, attackierte den favorisierten Jansen und versprach mehr Kontrolle der Fußball-AG, falls er Präsident werde. «Ich bin kein Mann der Mitte», betonte der dreifache Vater. Die größeren Sympathien lagen jedoch auf Jansens Seite.

Im Bericht des Vorstandes der Fußball-AG erklärte Bernd Hoffmann, keine Visionen über die Situation des HSV in den nächsten fünf Jahren entwerfen zu wollen. «Es gibt keinen wirtschaftlichen Zwang zum Aufstieg», sagte der AG-Vorsitzende und warnte: «Wenn wir aufsteigen sollten, werden wir ein ganz schwieriges Erstliga-Jahr haben.» Die finanzielle Situation nach einer achtjährigen Negativserie mit einem Gesamtfehlbetrag von 66 Millionen Euro und Verbindlichkeiten von 85 Millionen Euro beschrieb Hoffmann mit den Worten: «Wir haben eine schwierige, aber keine desolate Situation.»

In der ersten Zweitliga-Saison des Vereins nach dem Abstieg wird es für die Fußball-AG wirtschaftlich noch enger. «Wir werden ein zweistelliges Millionen-Minus erwirtschaften», gestand Finanzchef Frank Wettstein und ergänzte: «Der Abstieg hat Auswirkungen über fünf Jahre». Grund ist der Erlös aus der TV-Vermarktung, der die Platzierungen im genannten Zeitraum berücksichtigt.

Die Fußball-AG legt erneut eine Fananleihe auf. So soll die in diesem Jahr fällige Fananleihe aus dem Jahr 2012 in Höhe von 17,5 Millionen Euro in ein neues Produkt umgewandelt und auf weitere sieben Jahre gestreckt werden. «Das hilft dem Club, unabhängig zu sein», sagte Wettstein. Von 2022 an will der Verein jährlich zehn bis und maximal 25 Prozent des ursprünglichen Nennbetrages tilgen. Sportvorstand Ralf Becker verdeutlichte das neue Selbstverständnis des Zweitligisten. «Wir sind ein bescheidener, demütiger Verein, aber unwahrscheinlich ehrgeizig.»

Im Gegensatz zur AG hat der HSV e.V. keine finanziellen Sorgen. Schon zum dritten Mal in Serie schloss der Großverein das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis ab. Diesmal waren es 65 000 Euro. Bei der Fußball-AG indes stand im gleichen Zeitraum ein Defizit von 5,8 Millionen Euro.

dpa

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