HOME

Boxen: Mayweather vs. McGregor – wer kippt als Erster vor lauter Geld um?

Wenn Floyd Mayweather und Conor McGregor an diesem Samstag in Las Vegas in den Ring steigen, schaut die Sportwelt gespannt zu. Denn es soll der größte Boxkampf aller Zeiten werden. In Wirklichkeit ist es ein Fight zweier Protagonisten, für die nur das Geld zählt.

"Dieser Scheiß ist groß. Ihr könnt nicht böse auf uns sein. Wir haben den Dreh raus", sagte Leonard Ellerbe vor wenigen Tagen ganz offen. Der 52-Jährige hat dieser Tage gut lachen. Kein Wunder, er ist schließlich Präsident von Floyd Mayweathers Vermarktungsfirma und die quillt gerade vor Geld über. Der Grund: der Boxkampf zwischen Mayweather und Conor McGregor am Samstag in Las Vegas.

Von mehr als 200 Millionen Dollar ist die Rede, die Mayweather an Einnahmen durch diesen Kampf bekommen soll. Nötig hat er es eigentlich längst nicht mehr. Der 40-Jährige schwimmt bereits im Geld. Nicht umsonst nennt er sich selbst "Money", besitzt unzählige Luxus-Autos, hat in seinem Rucksack stets eine Million Dollar in bar dabei und zählt mit einem geschätzten Privatvermögen von 765 Millionen US-Dollar zu den zehn reichsten Sportlern der Welt. Doch die Verlockung ist groß, noch reicher zu werden.

In Deutschland werden sich wahrscheinlich viele fragen: Wer ist der Mann überhaupt? Für die Kenner einer der besten Boxer seiner Generation. Von seinen bisherigen 49 Profikämpfen hat Mayweather alle gewonnen. Zudem war er Weltmeister in den unterschiedlichsten Gewichtsklassen: Superfeder-, Leicht-, Halbwelter-, Welter- und Halbmittelgewicht. Seinen letzten Kampf hat "Money" allerdings bereits vor zwei Jahren bestritten. Es war eigentlich sein Karriereende. Doch da gab es diesen irren Iren mit der großen Klappe: Connor McGregor.

Und was hat das mit Boxen zu tun?

"Ich kann ihn überhaupt nicht ab", gestand Mayweather Mitte August bei Late-Night-Show-Moderator Jimmy Kimmel. Er wolle ihn deshalb ausknocken. Damit rechnen auch viele. Denn McGregor ist kein Boxer, sondern Mixed-Martial-Arts-Kämpfer. Trotzdem soll er für den Kampf hundert Millionen Dollar bekommen. In einem Boxring, unter Boxregeln hat er allerdings das letzte Mal im Alter von 14 Jahren gekämpft – unter professionellen Bedingungen noch nie. Es kämpft also eine Box-Legende gegen einen Anfänger.

Alle Experten gehen dementsprechend davon aus, dass Mayweather gewinnt. Warum wird dann so ein Hype gemacht, wenn schon im Vorfeld klar ist, wer gewinnen wird? Ganz einfach: Viele wünschen sich ein Spektakel. Vielleicht rastet Conor McGregor aus, tritt zu und wird disqualifiziert. Oder vielleicht macht er den Mike Tyson und beißt Mayweather ins Ohr. Zuzutrauen ist dem Ultimate Fighting Championship(UFC)-Weltmeister alles. Und genau diese Ungewissheit ist es, die die Sportfans aufhorchen und sich fragen lässt: Kann der Ire vielleicht doch das Unmögliche schaffen?

Es wäre nicht das erste Mal. Innerhalb von vier Jahren wurde aus dem Sozialhilfeempfänger ein UFC-Star. In der Woche vor seinem ersten UFC-Kampf im Jahr 2013 lebte McGregor von 235 Dollar Sozialhilfe. "Es gibt keinen lebenden Mann, der mich schlagen kann. Jesus ist nicht am Leben. Vielleicht kann er von den Toten zurückkommen. Keine Ahnung. Ich würde ihm trotzdem den Arsch verhauen", sagte er einst auf einer Pressekonferenz vor zwei Jahren.

Mayweather und McGregor – die Könige politischer Inkorrektheit

Es ist aber nicht nur die Hoffnung auf ein Spektakel, die diesen Kampf zu einem der größten in der Boxgeschichte macht, sondern das ganze Drumherum. Seit Wochen rühren die beiden die Werbetrommel. Dafür reisten sie sogar extra von Los Angeles über Toronto und New York nach London. Das Niveau hatten sie dabei stets vergessen. Es war ein Gipfel der politischen Inkorrektheit, der einen Donald Trump wohl zu Freudentränen gerührt hätte.

Auf einer Pressekonferenz forderte McGregor Mayweather mit den Worten "Dance for me, boy" zum Tanzen auf, wobei das Wort "Boy" als eine Beleidigung für Schwarze zu verstehen ist. Mayweather konterte wiederum, indem er ihn als "Schwuchtel" bezeichnete.

Mit dieser Art haben sie es geschafft, noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie ist so groß, dass Menschen allen Ernstes zwischen 500 und 17 000 Dollar für Tickets zahlen oder in den USA knapp 100 Dollar hinlegen, um das Gefecht auf dem Pay-TV-Kanal Showtime zu sehen. In Deutschland kann man den Kampf übrigens beim Streaming-Dienst-Anbieter DAZN (Sonntag, 3 Uhr) sehen. Am Ende bleibt es dennoch ein Kampf zwischen einem mehrfach wegen Körperverletzung und häuslicher Gewalt verurteilten Mayweather und einem pöbelnden niveaulosen McGregor: zwei niveaulose Protagonisten, die den Hals nicht voll kriegen. Denen es aber egal sein kann, was andere darüber denken. Denn irgendetwas machen sie ja richtig …


Wissenscommunity