Leichtathletik Diskus-Riese Riedel muss aufgeben


Bitteres Ende einer großen olympischen Karriere. Diskus-Riese Lars Riedel musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss den Wettbewerb abbrechen. Sogar ein vorzeitiges Karriere-Ende ist nicht ausgeschlossen.

Die Serie des fünfmaligen Diskusweltmeister Lars Riedel bei Olympischen Spielen ist durch eine Verletzung gerissen. "Möglicherweise ist es ein Muskelabriss im linken Oberschenkel. Ich hoffe es aber nicht", sagte der 37-jährige Chemnitzer. Mit einem Eisbeutel am verletzten Bein wurde Riedel zur weiteren Behandlung aus dem Stadion gebracht, in dem er 1997 seinen vierten WM-Titel gewann. «Hoffentlich kann Lars überhaupt seine Karriere fortsetzen», befürchtet sein Trainer Karl-Heinz Steinmetz.

Riedel hatte schon vor dem Missgeschick im dritten Versuch etwas gespürt. «Aber das darf man dem Gegner nicht zeigen», meinte er. Seine 62,80 m aus dem zweiten Versuch reichten nur zum achten Platz. «Es wird schwer, noch an eine Medaille heranzukommen«, befürchtete sein Trainer schon zu diesem Zeitpunkt. Nach dem ungültigen dritten Versuch lag Riedel im Innenraum und wurde behandelt.

Der Chemnitzer hat Olympia-Gold in Atlanta und Silber in Sydney gewonnen. Im Vorjahr in Paris war er nach sechs WM-Medaillen seit 1991 als Vierter erstmals ohne Podestplatz geblieben und wollte in Athen noch einmal angreifen. Riedel, der über ein Jahrzehnt die Szene beherrscht und alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab, erwarb sich durch seine Erfolge den Ruf als «Herrscher der Ringe» und der Mann mit dem "Goldenen Arm".

Seit einiger Zeit zeigte die Konkurrenz aber keinen Respekt mehr wie früher. «Dazu habe ich schon zu oft verloren. Favoriten sind andere», sagte er vor Athen. Die Konkurrenz zeigte keine Schwäche: Europameister Robert Fazekas, schon in Zürich Sieger, übertraf mit 70,93 den olympischen Rekord von Riedel um 53 Zentimeter und beerbte Virgilijus Alekna (Litauen/69,89). Der Litauer hatte Riedel in Sydney als Olympiasieger und in Paris als Weltmeister abgelöst.

Riedel musste in den letzten Jahren beim Krafttraining große Abstriche machen, weil der Körper verletzungsanfälliger geworden ist. Kniebeugen und Reißen mit der Hantel kann er schon lange nicht mehr. Wenn Interviews im Stehen zu lange dauern und die Beine anfangen zu schmerzen, sucht sich der Sachse auch mal einen Stuhl. «So ist das, wenn man alt wird», sagte er.

Peter Juny,DPA DPA

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