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Beachvolleyball: Deutsche Gala im heißen Sand

Das deutsche Beachvolleyball-Duo Eric Koreng und David Klemperer hat wieder groß aufgespielt. Im brütend heißen Chaoyang Park siegten die Kieler dank einer klasse Vorstellung gegen die chinesischen Top-Favoriten. Im Viertelfinale wartet nun mit den amerikanschen Weltmeistern das beste Team der Welt.

Von Jens Fischer, Peking

Es war ein Samstagmorgen in Peking zum Verlieben. Die Regenfälle der letzten Tage hatten den Smog vertrieben und man fühlte sich wie im Urlaub. In Griechenland oder Italien. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein - es war angerichtet für das Beachvolleyball-Achtelfinale im Chaoyang Park. Und der Morgen begann mit dem großen Auftritt eines deutschen Duos, das als letztes noch im olympischen Turnier verblieben war.

Eric Koreng und David Klemperer machten zu früher Stunde das Spiel ihres Lebens. Vor brechend voller Hütte und bei glühender, für Sport fast unverantwortlicher, Hitze, siegten sie nach großem Match gegen die Lokalmatadoren Penggen Wu und Linyin Xu sicher und souverän in zwei Sätzen (21:15, 21:18) und zogen damit ins Viertelfinale ein.

Die Deutschen waren nervenstark

Koreng und Klemperer zeigten eine großartige Leistung. Sie begannen stark, der ohrenbetäubende Lärm im Chaoyang Pakt Beachvolleyball Ground ließ sie kalt. Nervenstark und eiskalt begannen sie das Match und offenbarten bis zum Ende keine Schwächen. Die beiden chinesischen Spieler wurden vom frenetischen Applaus des begeisterten Publikums nach vorne gepeitscht. Immer wieder ist auffällig, zu welcher Euphorie die Chinesen fähig sind, wenn einheimische Sportler um Ehre, Reputation und Medaillen kämpfen. Angeheizt von extra engagierten Vortänzern tanzten, jubelten und schrien die Zuschauer im Glutofen Chaoyang Park – ihre beiden Helden unten im Sand sollten einfach nicht verlieren.

Aber Koreng und Klemperer hatten etwas dagegen und sicherten sich einen Erfolg, der so nicht zu erwarten war. Nach dem frühen Aus der anderen drei deutschen Duos waren sie die einzigen im Wettbewerb Verbliebenden und zeigten, dass mit ihnen bei den olympischen Spielen weiter zu rechnen sein wird. "Nach einem schlechten Start ins Turnier haben wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Besonders unser Lucky-Looser-Match hat uns nach vorne gebracht", meinte Klemperer nach dem großen Sieg im Gespräch. "Wenn wir so spielen, ist es für jeden schwer, uns zu schlagen." Und Koreng ergänzte: "Ich war mir wirklich erst nach dem letzten Punkt sicher, dass wir das heute gewinnen werden."

Im Viertelfinale wartet das beste Duo der Welt

Jetzt allerdings wartet im Viertelfinale ein schwerer Brocken auf die beiden Deutschen. Die beiden Amerikaner Phillip Dalhausser, genannt "Das Biest", und Todd Rogers, im Fachjargon "Der Professor", werden die Gegner sein. Beide gelten als das beste Team der Welt und sind in Peking der große Favorit auf die Goldmedaille. Allerdings hatten sie im Spiel vor Klemperer/Koreng große Probleme mit den beiden stark aufspielenden Schweizern Martin Laciga und Jan Schnider. Im entscheidenden dritten Satz lagen sie bereits mit 0:6-Punkten hinten, als sie die große Aufholjagd starteten. Am Ende gewann sie hauchdünn und sind weiter im Turnier.

"Ich kann es nicht fassen, dass wir noch gewonnen haben", sagte der in der Schweiz geborene Dalhausser nach dem Sieg. Besonders ihm war es zu verdanken, dass die beiden Amis das Spiel noch drehten. Er wurde seinem "Kampfnamen" mal wieder vollauf gerecht und brillierte im Sand mit einer unglaublichen Präsenz. Aber auch Rogers wird sich noch steigern können - in jedem Fall wartet auf die beiden Deutschen Klemperer und Koreng nun das Spiel ihres Lebens.

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