Kathrin Boron Zum letzten Mal am Ruder


Kathrin Boron kann bei diesen Spielen zu einer Legende im Rudersport werden. Bei ihrer fünften Olympia-Teilnahme könnte sie im Doppel-Vierer heute ihre fünfte Goldmedaille gewinnen. Doch die die deutsche Crew muss einen übermächtigen Konkurrenten fürchten.

Bühne frei und Vorhang zu - Kathrin Boron hofft auf ein standesgemäßes Ende ihrer großen Karriere. Die Symbolfigur des Rudersports, mit vier Olympiasiegen und acht Weltmeistertiteln die erfolgreichste Athletin der deutschen Olympiamannschaft von Peking, soll die Ehre der bisher enttäuschenden DRV-Flotte retten. Nach dem Aus des Deutschland-Achters und des Einers steht die 38 Jahre alte Potsdamerin bei den 14 Finals der olympischen Regatta im Rampenlicht. Ihrer Vorfreude auf den Showdown am Sonntag tut das keinen Abbruch: "Dass ich ständig auf das fünfte Gold angesprochen werde, setzt mich nicht unter Druck. Ich wollte immer vorne sein - das war beim ersten Mal und ist auch diesmal so."

Auf den Spuren einer Legende

Die Ausnahmeskullerin wandelt auf den Spuren von Steven Redgrave. Mit dem fünften Sieg bei den fünften Olympischen Spielen könnte sie den Rekord der englischen Ruder-Legende einstellen. Dafür ist allerdings ein außergewöhnlicher Kraftakt nötig. Obwohl der Sieger im Doppelvierer seit 1988 in Seoul immer aus Deutschland kam, geht die Crew um Schlagfrau Stephanie Schiller (Potsdam) nicht als Favorit ins Rennen. Anwärter auf Gold sind Großbritannien und China. Nur eine optimale Teamleistung kann den Triumph dieser beiden Boote verhindern. "Im Finale kommt es darauf an, dass alle bisherigen Fehler ausgebügelt werden", sagte Boron.

Immerhin konnte der große Abstand zu den Britinnen in den vergangenen, trainingsintensiven Monaten verkürzt werden. Im Vorlauf am vergangenen Sonntag mussten die Weltmeisterinnen lange kämpfen, um die DRV-Crew am Ende mit einer halben Bootslänge auf Distanz zu halten. "Wir sind näher rangekommen", urteilte Borons Mitstreiterin Manuela Lutze (Magdeburg) voller Hoffnung auf ein Happy End im Shunyi Park.

Nach Peking ist endgültig Schluss

Borons Entschluss, die Karriere zu beenden, ist lange gereift: "Wenn manche mit 20, 22 Jahren an einem vorbeifahren, fängt man schon an zu überlegen." Die gewonnene Zeit soll vor allem Tochter Cora zugutekommen. Zudem will sie sich wieder intensiver ihrem Job als Bankkauffrau widmen. Doch so ganz kann sie dem Sport nicht den Rücken kehren: Eine Trainerausbildung ist bereits geplant. Die Wehmut hält sich deshalb in Grenzen: "Ich habe keine Angst, in ein Loch zu fallen."

DPA DPA

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