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Olympisches Straßenrennen: Sánchez holt Gold, Schumacher gibt auf

Der Spanier Samuel Sánchez hat das olympische Straßenrennen gewonnen. Während er bei extremer Hitze im Sprint siegte, stiegen fast alle deutschen Fahrer vorzeitig aus dem Rennen aus. Auch Medaillenhoffnung Stefan Schumacher kam nicht ins Ziel.

In einer Hitzeschlacht an der Chinesischen Mauer sind die Medaillenträume der deutschen Radsportler frühzeitig geplatzt. Gold-Hoffnung Stefan Schumacher gab das olympische Straßenrennen rund 55 km vor dem Ziel auf und musste tatenlos und völlig erschöpft zusehen, wie Samuel Sánchez Olympiasieger wurde.

Der Spanier triumphierte nach 6:23:49 Stunden im Sprint über fünf Konkurrenten. Silber gewann der Italiener Davide Rebellin, Bronze ging an Fabian Cancellara aus der Schweiz. Der Russe Alexander Kolobnew wurde Vierter, Andy Schleck aus Luxemburg Fünfter, der Australier Michael Rogers kam als Sechster ins Ziel.

Klassiker-Spezialist Schumacher ging nach seinen furiosen Auftritten bei der Tour de France, wo er zwei Zeitfahren gewann sowie zeitweise im Gelben Trikot fuhr, als einer der Favoriten auf die 245 km lange Strecke. Doch die große Hitze von über 30 Grad sowie 90 Prozent Luftfeuchtigkeit machten dem WM-Dritten fast von Beginn an zu schaffen.

Schumacher gibt mit quälenden Kopfschmerzen auf

"Ab der vierten Runde habe ich Kopfschmerzen bekommen. Ich dachte, mir platzt der Schädel. Heute hat sich auf dem Rad keiner gut gefühlt, es war von Anfang an eine Quälerei", sagte ein von den Strapazen sichtlich gezeichneter Schumacher. Auch der zweimalige Weltmeister Oscar Freire aus Spanien, der ebenfalls aufgab, beklagte sich: "Das war das heißeste Rennen seit Jahren."

Auch der frühere Junioren-Weltmeister Gerald Ciolek (Pulheim), Bert Grabsch (Wittenberg) und Jens Voigt (Berlin) gaben unter diesen Bedingungen vorzeitig auf. Der Freiburger Fabian Wegmann hielt sich noch am längsten in der Spitzengruppe, schaffte es als einziger Deutscher bis ins Ziel und beendete das Rennen auf Rang 21.

Die Medaillenjagd hatte nach einer "Stadtrundfahrt" durch die chinesische Metropole auf den sieben Schlussrunden mit jeweils einem Anstieg nahe der weltberühmten Mauer begonnen. Die ersten Rennstunden prägten die Außenseiter Horacio Gallardo (Bolivien) und Patricio Almonacid (Chile) durch eine Flucht kurz nach dem Startschuss. Das südamerikanische Duo fuhr einen Vorsprung von über 15 Minuten auf das Feld heraus, wurde jedoch eingeholt.

SID/DPA / DPA

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