Olympia in Vancouver: Ski alpin Revanche geglückt - Riesch holt Gold


Maria Riesch hat das zweite Olympia-Duell mit US-Star Lindsey Vonn für sich entschieden. In der Super-Kombination holte sie Gold. Ihre große Rivalin hingegen zeigte Nerven.

Maria Riesch schrie ihre Freude lauthals hinaus - wie Rosi Mittermaier, Katja Seizinger & Co. ist das Alpin-Ass jetzt Olympiasiegerin. Mit den vielgerühmten Qualitäten als Stehauf-Frau sicherte sich die Slalom-Weltmeisterin die olympische Goldmedaille in der Super-Kombination - einen Tag nach ihrer Abfahrts-Enttäuschung mit Platz acht. Als Zweite nach der Abfahrt war sie den entscheidenden Slalom angegangen und behielt die Nerven - im Gegensatz zu der nach der Schussfahrt führenden Lindsey Vonn, die ausschied. Silber holte sich Julia Mancuso (USA), Bronze ging an die Schwedin Anja Pärson, nur 24 Stunden nach ihrem schweren Sturz in der Spezialabfahrt.

Fast erinnerte die beeindruckende Rückkehr von Riesch an die WM in Val d'Isère. Dort waren die ersten Entscheidungen daneben gegangen, dazu gab es einen schmerzhaften Sturz im Training. Und dann, als nur noch kühnste Optimisten an den Erfolg glaubten, wedelte Maria Riesch wie einst Rosi Mittermaier zu Slalom-Gold. "Was sie auszeichnet ist, dass sie immer wieder aufsteht, wenn sie auf den Deckel kriegt", pries Alpin-Direktor Wolfgang Maier in Whistler eine Gabe seiner Frontfrau. "Das ist eine Eigenschaft, die bei Sportlern ganz selten ist."

"Starke Wiederauferstehung"

Nach zwei WM-Titeln vor einem Jahr für die deutschen Alpinen durch Riesch und Kathrin Hölzl gab es nun die erste Olympia-Medaille seit Martina Ertl 2002 - endlich spielen auch die Skirennfahrerinnen wieder auf der großen Winterspiel-Bühne vorne mit. Riesch ist dritte deutsche Kombinations-Olympiasiegerin nach Christl Cranz 1936 und Katja Seizinger 1998.

Von einer "starken Wiederauferstehung" hatte Riesch schon nach der entschärften und verkürzten Abfahrt gesprochen. "Ich bin froh, dass ich nach gestern heute wieder auf dem Level bin", sagte die 25-Jährige, die aber erst einmal allen im Team den Atem stocken ließ. Beim ersten Sprung verdrehte es sie in der Luft. Zum Glück kostete es nur Zeit und hatte keine schlimmeren Folgen. "Natürlich erschrickt man da", gestand die hochkonzentrierte Partenkirchenerin.

Pärson mit Schmerzen zu Bronze

Dass Riesch es packen würde, war ihrer Teamkollegin Gina Stechert schon vor dem Slalom klar. "Wer sie kennt, weiß, dass sie zurückschlägt. Das wird sie heute machen", versprach die einmalige Weltcup-Gewinnerin, die selbst nach Rang sechs in der Abfahrt im Slalom ausschied. Beachtliche Comeback-Qualitäten zeigte auch die Schwedin Anja Pärson, die sich einen Tag nach ihrem spektakulären Sturz wieder auf die Abfahrt wagte - es reichte trotz quälender Schmerzen sogar zu Bronze.

Vonn hatte nach dem Triumph in der Spezial-Abfahrt den Kombi-Sieg schon nach dem ersten Lauf abgehakt, in dem sie 0,33 Sekunden schneller war als die Ski-Freundin aus Partenkirchen. Der Feier- und Interview-Marathon am Vortag hatte gehörig Kraft gekostet. "Das war ein langer Tag", sagte die 25-Jährige. Die Leidensfähigkeit bei ihrer Schuhrandprellung war auch nicht mehr so groß wie am Vortag. "Der Schmerz bringt mich fast um." Für die Freundschaft der beiden dürfte es aber nicht schlecht sein, dass nun beide eine Goldene um den Hals hängen haben.

Wie ihr Jugend-Idol Seizinger ist Riesch nun Olympiasiegerin. Und wie ihr großes Vorbild, von der die 25-Jährige immer noch die Bilder der Nagano-Siegerehrung vor Augen hat, startete Riesch schlecht in die Olympischen Spiele. Seizinger durfte nach dem verbockten Start vor zwölf Jahren am Ende gleich zweimal die deutsche Hymne hören - vielleicht ein gutes Omen für die Alpin-Königin.

SID/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker