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Olympia 2014 in Sotschi: Silber und Bronze für deutsche Snowboarderinnen

Das nennt man rehabilitiert! Nach der Enttäuschung im Riesenslalom schlugen die Snowboarder zurück: Silber für Anke Karstens, Bronze für die verletzte Amelie Kober.

Arm in Arm feierten Silbermedaillengewinnerin Anke Karstens und die drittplatzierte Anke Kober ihren Slalom-Coup: Die deutschen Snowboarderinnen haben am Final-Wochenende der Olympischen Winterspiele von Sotschi doch noch groß abgeräumt. Die Bischofswiesenerin Karstens unterlag erst im Finale des Parallel-Slaloms am Samstag der österreichischen WM-Zweiten Julia Dujmovits. "Ich war nicht einmal im Finale diesen Winter, das ist Wahnsinn", sagte Karstens und weinte vor Glück. Kober holte gegen die Italienerin Corinna Boccacini Olympia-Bronze. Die Miesbacherin war durch eine schmerzhafte Verletzung am Ellenbogen gehandicapt.

"Ich kann noch gar nicht realisieren, was ich hier geschafft. Die Starts waren sehr schmerzhaft. Manchmal dachte ich mir, was machst du hier eigentlich", sagte die zweimalige WM-Dritte des Vorjahres. Kobers linker Arm hing meist nur schlaff am Körper, wegen eines Kapselausrisses im Ellenbogen hatten die Teamärzte der 26-Jährigen eigentlich von einem Start abgeraten. Doch die Olympia-Zweite im Parallel-Riesenslalom von 2006 biss auf die Zähne. Diese Saison war Kober nur schwer in Fahrt gekommen, aber dann war der Wettkampftyp bei der letzten Medaillenchance wieder einmal zur Stelle.

Olympia-Qualifikation erst auf den letzten Drücker

Mit dem starken Auftritt rehabilitierte sich das deutsche Raceboard-Team für das schwache Abschneiden im Parallel-Riesenslalom am Mittwoch und holte nun fast doch noch die drei angestrebten Medaillen der Snowboarder. "Das ist Wahnsinn, was die Mannschaft hier heute geleistet hat. Ich bin noch völlig überwältigt, das ist nicht zu überbieten", frohlockte Sportdirektor Stefan Knirsch.

Kobers Zimmerkollegin Karstens hatte erst im letzten Moment die Olympia-Qualifikation geschafft. "Es zeigt schon was man für ein Mensch ist, ob man sich aufrafft und kämpft oder ob man aufgibt", hatte sie vor Sotschi gesagt. Trotz zweier Weltcupsiege und insgesamt sechs Podestplätzen war die Olympia-Fünfte im Riesenslalom von Vancouver 2010 eigentlich als vermeintlich Schwächste des deutschen Damen-Quartetts eingeschätzt worden.

Isabella Laböck, die das WM-Finale im Riesenslalom gegen Dujmovits gewonnen hatte, und Selina Jörg waren bereits im Achtelfinale gescheitert. "Ich war so gut drauf", erklärte Laböck unter Tränen. Jörg unterlag im deutschen Achtelfinale Karstens nur um zwei Hundertstelsekunden. "Der Frust sitzt tief, das ist ganz bitter", sagte sie.

Russe Vic Wild mit zweiten Olympiasieg

Patrick Bussler verpasste das Halbfinale hingegen nur knapp. Der 29-jährige Aschheimer blieb nur 0,15 Sekunden hinter dem viermaligen Weltmeister Benjamin Karl aus Österreich. Bussler hatte bereits als Olympia-Vierter im Riesenslalom überzeugt. Stefan Baumeister aus Aising-Pang war im Achtelfinale gescheitert.

Der Russe Vic Wild fuhr zu seinem zweiten Olympiasieg von Sotschi. Der gebürtige Amerikaner setzte sich gegen den Slowenen Zan Kosir durch. Wild hatte bereits Gold im Parallel-Riesenslalom gewonnen. Bronze ging an den Österreicher Karl.

kng/DPA / DPA

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