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Rhythmische Sportgymnastik: Die schönste aller Olympia-Disziplinen

Ist ja nur ein bisschen rumhüpfen, denken viele: Rhythmische Sportgymnastik wird hoffnungslos unterschätzt. Warum Sie die Auftritte der Gymnastinnen bei Olympia auf keinen Fall verpassen sollten.

Die deutsche Gymnastik Jana Berezko-Marggrander, hier bei einem Wettbewerb im Jahr 2015, tritt auch in Rio an

Die deutsche Gymnastin Jana Berezko-Marggrander, hier bei einem Wettbewerb im Jahr 2015, tritt auch in Rio an

Gestern saß ich zufällig vor dem Fernseher, als das olympische Badminton-Finale lief. Hut ab vor der Leistung des dänischen und japanischen Teams. Die Schnelligkeit, die Schlagkraft der Spielerinnen verdienen Respekt. Aber Spaß hat das Zusehen nicht gemacht. Viel zu hektisch, viel zu verbissen. Sportliche Wettkämpfe müssen auch nicht gut aussehen? Müssen nicht, aber können! Wer was fürs Auge will, sollte unbedingt bei Rhythmischer Sportgymnastik einschalten. Denn was die Sportlerinnen da präsentieren, ist das Maximale an technischer Perfektion und körperlicher Ästhetik. Eine Disziplin, die für Gänsehaut sorgt.

Heute Nachmittag beginnt die Qualifikation in dieser reinen Frauen-Disziplin, die seit 1984 olympisch ist. Rhythmische Sportgymnastik wird unter Musikbegleitung und mit Handgeräten durchgeführt. In den Einzelwettbewerben in Rio absolviert jede Gymnastin vier Auftritte: Mit Reifen, Ball, Keule und Band. Bei den Gruppenwettbewerben treten fünf Frauen gleichzeitig an. 

Ausdauer, Kraft und Ästhetik

Rhythmische Sportgymnastik gehört zu den olympischen Disziplinen, über die man kaum spricht - und die zudem hoffnungslos unterschätzt, ja mitunter auch verspottet wird. Da wird ja nur ein bisschen gehüpft und getanzt? Weit gefehlt! Die Übungen erfordern höchste Konzentration und Körperbeherrschung. Das Handgerät muss immer in Bewegung bleiben, die Übungen fließend sein. Ein Höchstmaß an Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit sind zentrale Voraussetzungen. Neben der sportlichen Leistung geht es aber auch um die Ästhetik, den Ausdruck. 

Genau diese Kombination macht den Reiz der Rhythmischen Sportgymnastik aus. Es ist nicht nur Sport, es ist auch Kunst. Das unterschiedet diese Sportart von den meisten anderen olympischen Disziplinen. Die aufwändigen Choreographien gleichzeitig mit viel Anmut und Eleganz auszuführen ist das Ziel. Und die große Schwierigkeit: Da ich Rhythmische Sportgymnastik früher selber betrieben habe, weiß ich, wie anspruchsvoll sie ist. 

Dominiert wird die Sportgymnastik übrigens von den Russinnen. Mit acht Goldmedaillen führen sie die Liste der Olympiasieger an. Ob die deutschen Gymnastinnen in diesem Jahr eine Chance haben, wird sich im Laufe des Wochenendes zeigen. Schalten Sie doch einfach mal rein - sie werden begeistert sein. 

Hier finden Sie den Zeitplan der Rhythmischen Sportgymnastik für dieses Wochenende.

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