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Rassismus-Affäre: NBA sperrt Clippers-Boss Sterling lebenslang

Die Entscheidung kam schnell und mit voller Härte: Clippers-Besitzer Donald Sterling darf wegen seiner rassistischen Ausfälle nie mehr an NBA-Aktivitäten teilnehmen und soll sein Team verkaufen.

Im NBA-Rassismusskandal um Donald Sterling hat Liga-Commissioner Adam Silver ein klares Ausrufezeichen gesetzt und den Clippers-Boss lebenslang gesperrt. Silver gab das Urteil am Dienstag auf einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in New York bekannt. "Die von Sterling geäußerten Ansichten sind zufiefst beleidigend und schädlich. Dass sie von einem NBA-Teambesitzer kommen, macht den Schaden noch größer und empört mich", sagte der Chef der nordamerikanischen Basketballiga.

Silver sanktionierte Sterling zudem mit der gemäß den NBA-Statuten Maximalstrafe von 2,5 Millionen Dollar. Des Weiteren machte er klar, dass er das aus den 29 weiteren NBA-Besitzern bestehende Board of Governeurs antreiben werde, Sterling zu einem Verkauf der Clippers zu drängen. Für einen derartigen Schritt sind 75 Prozent der Stimmen notwendig. "Ich habe mit mehreren Besitzern gesprochen und sie haben mir ihre volle Unterstützung zugesagt", betonte Silver.

Sterling ist durch die Sanktionen von sämtlichen NBA-Geschäften ausgeschlossen. Der 80-Jährige darf weder das Clippers-Gelände, noch Ligaspiele oder Trainingseinheiten besuchen.

NBA identifiziert Sterling

Sterling war auf zwei veröffentlichten Aufzeichnung zu hören, wie er im Gespräch mit seiner Freundin diskriminierende Bemerkungen gegenüber Afro-Amerikanern machte. Der Clippers-Chef forderte seine Freundin auf dem Mitschnitt auf, keine Dunkelhäutigen mit zu "seinen Spielen" zu bringen. "Es sorgt mich sehr, dass du zur Schau stellst, dass du dich mit schwarzen Menschen abgibst", ist zu hören.

"Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass der Mann auf den Aufzeichnungen Mister Sterling ist und das die abscheulichen Meinungen ebenfalls die von Mister Sterling sind", so Silver. Die Clippers hatten die Authentizität der Aufnahmen zunächst infrage gestellt.

Die Äußerungen von Sterling hatten zahlreiche Proteste ausgelöst. Erste Sponsoren kündigten an, die Zusammenarbeit mit dem Club zu beenden oder vorerst einzustellen.

LeBron James lobt Silvers Entscheidung

Die Unterstützung für die Clippers-Spieler ist hingegen weiter ungebrochen. Nachdem die Profis des Clubs aus Los Angeles bei ihrem Playoff-Spiel in Oakland ihre Aufwärmkleidung auf links getragen hatten, um den Clippers-Schriftzug zu verbergen, solidarisierten sich auch die Miami Heat um LeBron James mit der gleichen Aktion. Der Superstar der Heat dankte am Abend via Twitter Commissioner Silver für die Bestrafung Sterlings.

Dirk Nowitzki und seine Teamkollegen traten wie die San Antonio Spurs unter anderem mit schwarzen Socken an, um ihre Haltung zu demonstrieren. "Mein Verständnis ist, dass die ganze Liga es tut", sagte Mavs-Coach Rick Carlisle, der drei schwarze Armbänder vor der Partie trug. "Dass sie es zusammen machen und sagen, dass es nicht richtig ist, respektiere ich."

Sterling hatte die Clippers 1981 für 12,5 Millionen Dollar erworben. Er ist der dienstälteste Club-Besitzer der Liga. Der aktuelle Marktwert wird auf 575 Millionen Dollar geschätzt.

mad/DPA / DPA

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