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Ski alpin: Maria Riesch rast allen davon

Skirennläuferin Maria Riesch hat ihren vierten Weltcupsieg gefeiert. Ihre stärkste Konkurrentin Lindsey Vonn wurde in den Dolomiten nur Dritte.

Maria Riesch strahlte über den vierten Saisonsieg in die TV-Kameras, Lindsey Vonn schlitterte als Dritte nach einem hastigen Glückwunsch frustriert auf ihren Skischuhen davon. Einen Tag nach dem neunten Platz im Super-G nahm die deutsche Doppel-Olympiasiegerin in der Abfahrt von Cortina d'Ampezzo erfolgreich Revanche und baute ihre Führung im Gesamtweltcup aus. "Ich war nach dem Rennen gestern etwas nervös am Start. Es ist ein richtig gutes Gefühl, nach einer kleinen Enttäuschung wieder zurückzukommen", sagte Riesch, die im Zielbereich zwischen Tofana und Monte Cristallo beim Fast-Sturz von Vonn zusammengezuckt war.

Die Amerikanerin war in atemberaubender Innenlage wie so häufig volles Risiko gefahren und nur knapp den Fangzäunen entkommen. "Es hat mir heute mein Herz schockiert", berichtete Vonn, die wegen medizinischer Kontrollen nicht zur Pressekonferenz in der örtlichen Turnhalle antrat. Nach ihrem schnellen Abgang in den Schatten der Kameragerüste hatte sie sich erst wieder nach einer fünfminütigen Beratung mit Ehemann Thomas gefangen. "Ich bin froh, dass ich hier reden und atmen kann. Das ist wie ein Sieg für mich."

Ihre Dauerrivalin und Freundin Maria Riesch sicherte sich mit einer Sekunde Vorsprung auf Vonn nicht nur ihren 18. Erfolg im Weltcup, sondern machte auch einen wichtigen Schritt im Kampf um die große Kristallkugel. Vor dem zweiten Super-G in Cortina am Sonntag liegt sie nun 165 Punkte vorne. "Wenn man den Gesamtweltcup gewinnen will, darf man sich solche Ausrutscher wie gestern nicht häufig erlauben. Umso schöner ist, dass ich heute zurückgeschlagen habe", sagte Riesch.

Mit Prosecco eingestimmt


Mit einem Glas Prosecco hatte sich die Partenkirchenerin am Vorabend gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Gina Stechert (19.) und Isabelle Stiepel (37.) im Mannschaftshotel auf die Schussfahrt eingestimmt. "Das ist ein gutes Omen", erklärte die 26-Jährige schmunzelnd. Das gleiche Erfolgsrezept war bereits in Lake Louise zum Tragen gekommen, als Riesch die beiden ersten Abfahrten der Saison gewann.

In der schnellsten Disziplin ist das alles dominierende Spitzenduo derzeit unangefochten, bei den vergangenen 14 Schussfahrten standen jeweils Vonn (9) oder Riesch (5) ganz oben auf dem Podium. "Wenn ich einen großen Fehler mache, erreiche ich immer noch das Podest", sagte Vonn, die sich auch ihrer zweitplatzierten Teamkollegin Julia Mancuso geschlagen geben musste.

Zum Abschluss des Wochenendes in den Dolomiten will die dreimalige Gesamtweltcup-Siegerin den nächsten Angriff auf Riesch in deren selbst erklärter "Problem-Disziplin" Super-G unternehmen. "Ich habe jetzt mehr Motivation", sagte Vonn.

DPA / DPA
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