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Analyse der Spiele: Verband entlastet THW Kiel

Entlastung für den THW Kiel: Der Europäische Handball-Verband sieht nach einer Analyse des Champions-League-Finales 2007 keine Anzeichen für eine Manipulation. Auch in anderen Europacup-Spielen des THW gab es keine Auffälligkeiten.

Der Europäische Handball-Verband (EHF) sieht nach einer genauen Untersuchung des Champions-League-Finals zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt 2007 keinerlei Anzeichen für eine Manipulation. "Die Analyse liefert eine abgestimmte Ausführung des Spiels mit einer klaren Linie in den Entscheidungen. Diese wurde beständig während des gesamten Spiels gehalten", heißt es in einer Mitteilung der EHF, die den früheren Schiedsrichter und Regelexperten des Weltverbandes IHF, Roland Bürgi aus der Schweiz, mit einer Videoanalyse beauftragt hatte.

Anlass waren Vorwürfe, der Sieger THW Kiel habe für das Rückspiel in eigener Halle (29:27/Hinspiel 28:28) allein 96.000 Euro Bestechungsgeld an die polnischen Schiedsrichter Miroslaw Baum/Marek Goralczyk gezahlt und zudem seit 2000 mindestens zehn Champions-League-Spiele verschoben. Sowohl der THW als auch die Schiedsrichter bestreiten alle Vorwürfe.

Zudem untersuchte die EHF alle Europacup-Matches des THW seit 2000. Dabei ergebe sich ein sehr ausgeglichenes Bild bei den Schiedsrichter-Nominierungen. 53 Gespanne aus 27 Ländern hätten die insgesamt 83 Kieler Spiele geleitet.

Laut EHF-Analyse seien im Finale am 29. April 2007 sowohl kleinere als auch größere Entscheidungen ausgewogen zu beiden Seiten getroffen worden, ab der 46. Minute sogar mit einem kleinen Vorteil für die Gäste aus Flensburg. Zu keiner Zeit sei eine Befangenheit der Schiedsrichter zu erkennen gewesen. In mehreren Situationen hätten sie Entscheidungen auch zu Gunsten des THW auslegen können, dies aber nicht getan. Eine zweite unabhängige Analyse werde in Auftrag gegeben, man gehe aber davon aus, dass diese zu demselben Schluss kommen werde.

SID / SID
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