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Nach Pleite in Paris: Die Krise der Angelique Kerber - können ihr nur noch Becker oder Graf helfen?

Mit dem peinlichen Erstrunden-Aus bei den French Open hat das Formtief von Angelique Kerber eine neue Dimension erreicht. Die Weltranglistenerste will nun intensiv über ihre Zukunft nachdenken - und bekommt dabei allerhand gut gemeinte Ratschläge.

Angelique Kerber

Angelique Kerber während ihrer Erstrunden-Niederlage gegen Jekaterina Makarowa bei den French Open in Paris

Die Krise von Angelique Kerber hat sich gleich zu Beginn der French Open noch einmal verschärft. Beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres unterlag die Deutsche in der ersten Runde der Russin Jekaterina Makarowa - und schlimmer noch als die Tatsache an sich war, dass die Deutsche dabei völlig chancenlos gegen die 40. der Weltrangliste war. Noch nie zuvor in der Geschichte des Turniers war die Nummer eins der Setzliste in Paris im ersten Match gescheitert.

Für Kerber war es bereits die 13. Niederlage der Saison. Ihr mysteriöses Formtief geht also weiter, weshalb sich die 29-Jährige nun "zum Nachdenken" in ihre Trainingsbase nach Polen zurückgezogen hat. "Irgendwas wird sich auf jeden Fall ändern müssen", sagte die Kielerin und deutete damit bereits an, dass für sie jetzt alles auf dem Prüfstand steht. Kein Wunder, dass deshalb auch ein klares Bekenntnis zu ihrem langjährigen Coach Torben Beltz bislang nicht zu vernehmen war - zu einschneidend ist der erneute sportliche Rückschlag.

Angelique Kerber sorgt für Kopfschütteln

"Am Ende ist es vielleicht gut, dass die Sandplatz-Saison jetzt vorbei ist", sagte Kerber noch, sorgte damit aber nur für noch mehr Kopfschütteln. Denn ein Problem des Belags ist ihr dauerhafte Straucheln sicher nicht. Woran es aber tatsächlich liegt, das muss in Kerbers Team jetzt analysiert werden - womöglich mithilfe eines frischen Blicks von außen. 

"So kann es nicht weitergehen, das weiß sie am besten", sagte Boris Becker in seiner Funktion als Experte beim Fernsehsender Eurosport. Ein Wechsel im Trainerstab sei eine Möglichkeit, so die deutsche Tennis-Legende: "Nichts gegen Torben, aber es ist keine Schande, sich auf dem Markt umzuschauen."

Becker brachte gleich einen interessanten Namen ins Spiel: Steffi Graf habe Kerber schließlich schon in der Vergangenheit in paar Tipps gegeben. "Angelique Kerber ist die zweitbeste deutsche Tennisspielerin aller Zeiten", sagte Becker: "Warum soll sie sich nicht die Hilfe der besten Deutschen aller Zeiten holen?" Außerdem sei Grafs Mann, Andre Agassi schließlich in seiner Funktion als neuer Coach von Novak Djokovic inzwischen ja auch schon wieder auf der Tour, da könne Graf ja dazukommen, ergänzte Becker mit einem leichten Schmunzeln.

Aber auch Becker selbst wird zumindest von außen als Kandidat gehandelt. Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner sagte in einem Interview: "Wer sicher auch helfen könnte, wäre Boris. Er weiß, wie man mit Druck umgehen kann und solche Situationen meistert." Vielleicht solle sich Kerber einfach mal mit ihm treffen, so Rittner.

"Ich hoffe, sie trifft die richtigen Entscheidungen"

Allerdings dürfen beide Varianten mit den großen deutschen Tennis-Legenden getrost als unrealistisch eingeschätzt werden. Graf lebt bereits seit ihrem Karriereende als zurückgezogener Familienmensch in Las Vegas und hat bisher keinerlei Anstalten gemacht, daran etwas zu ändern. Becker gefällt sich in seiner Rolle als TV-Experte zurzeit ausgesprochen gut.

Aber ob es nun Beltz, Becker, Graf oder ein ganz anderer für Kerber richtet (auch Namen wie Chris Evert oder Martina Navratilova machten bereits die Runde) - wichtig ist, dass sie überhaupt wieder in Form kommt. Sonst droht ein Absturz ins Bodenlose, denn in der zweiten Saisonhälfte hat sie massenhaft Punkte (allein 3000 in Wimbledon und bei den US Open) und Titel zu verteidigen. Die Aufsteigerin des vergangenen Jahres steht am Scheideweg ihrer Karriere. "Ich hoffe, sie trifft die richtigen Entscheidungen", sagt Boris Becker. Diese Hoffnung teilen wohl alle deutschen Tennis-Fans mit ihm.

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