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Schlag 12 - der Mittagskommentar aus Berlin: Heldendämmerung für Doper

Bis zu drei Jahre Haft für Doper: Mit einem neuen Gesetz will die Bundesregierung Sportbetrügern den Kampf ansagen. Das ist gut so - aber nicht weit genug gedacht.

Von Silke Müller

Anti-Doping-Kampf: Sportler, die sich mit verbotenen Mitteln einen Vorteil verschaffen, sollen künftig mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren bestraft werden

Anti-Doping-Kampf: Sportler, die sich mit verbotenen Mitteln einen Vorteil verschaffen, sollen künftig mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren bestraft werden

Jetzt wollen sie also den Spitzensportlern an den Kragen. Bis zu drei Jahre wandert in den Knast, wer beim Doping erwischt wird. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) Mittwoch vorstellen wollen. Das ist gut so.

Mit der Begründung, die Sportler seien "der Kern des Unrechts", richtet die Regierung jedoch den Scheinwerfer auf Marionetten am Ende einer langen und lukrativen Vermarktungskette, die nur in seltenen Fällen mehr verdienen als die Fädenzieher hinter ihnen. Auf Menschen, die ihren Körper unter Einsatz ihrer Gesundheit hochrüsten und denen wir euphorisch zujubeln, die wir aber wie atomare Brennstäbe fallen lassen, wenn ein Fleck auf ihrer weißen Weste landet.

Systematische Verwandlung in Siegroboter

Unsere Gesellschaft giert nach Spitzenleistungen, Stars und Vorbildern. Doch die sauberen Supertypen werden alt: Steffi Graf, Boris Becker, Franz Beckenbauer. Waren sie alle über jede Versuchung erhaben? Oder lag es schlicht an der laxen Kontrolle zu ihren sportlichen Hochzeiten? Im Tennis etwa wird erst seit 2006/2007 nach einheitlichen Regeln der ITF kontrolliert. Und Andre Agassi, Grafs ebenso geschätzter Ehemann, gestand, in seinen Profi-Jahren mit Chrystal Meth experimentiert zu haben.

Im Schwimmsport zum Beispiel müssen sich die Deutschen gegen Kampfmaschinen aus Ländern behaupten, die ihre Sportler systematisch und unter Verletzung der Menschenwürde in Siegroboter verwandeln. Wir sehen das, hauen aber drauf, verhöhnen und verspotten die heimischen Athleten, wenn sie hinterherschwimmen. Warum? Weil wir vielleicht insgeheim erwarten, dass sie mitspielen im Dopingzirkus. Weil wir Sieger wollen. Was in der Konsequenz heißt: Lasst Euch halt nicht erwischen!

Zerstörerische Macht des Gerüchts

Ein verlogenes System, das auf die einprügelt, die den Schein nicht wahren können. Denn aufzufliegen ist die größte Niederlage in der deutschen Heldenerzählung. Schlimmer als Verlierer sind in der öffentlichen Wahrnehmung gefallene Helden, des Dopings überführte Sportler mit aberkannten Siegen. Das neue Gesetz kann diesem scheinheiligen Spiel nur dann beikommen, wenn es hilft, das oft als mafiös beschriebene System hinter den Athleten zu zerschlagen. Immerhin drohen Manipulierern, die Sportler einer tödlichen Gefahr durch Doping-Mittel aussetzen, künftig bis zu zehn Jahre Gefängnis. Doch damit solche Machenschaften auffliegen, müssen Whistleblower und Kronzeugen unterstützt werden. Und es muss gelingen, die Athleten vor der zerstörerischen Macht des Gerüchts zu schützen.

Denn wer unter Doping-Verdacht gerät, kann einpacken. Die Weltmacht Sport hingegen generiert unbeeindruckt neue Stars und Fabelrekorde. Und wir alle jubeln mit.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(