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Basketball: Deutschland verliert beim Supercup gegen Griechenland

Das relativ deutliche 59:69 gegen Griechenland beim Supercup in Bamberg hat der DBB-Auswahl und Bundestrainer Dirk Bauermann eines vor Augen geführt: Die Integration von Dirk Nowitzki und Chris Kaman erfolgt nicht von heute auf morgen.

Einen Tag nach dem Auftaktsieg gegen Belgien hat Griechenland die deutsche Nationalmannschaft wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht und vor allem Bundestrainer Dirk Bauermann gezeigt, dass bis zur EM in Litauen noch einiges zu tun ist. Die Griechen gewannen beim Supercup in Bamberg mit 69:59 (43:28).

"Diese Mannschaft braucht noch Geduld. Wir müssen akzeptieren, dass wir im Augenblick wohl auch nicht mehr können, und uns mit jedem Spiel weiterentwickeln", sagte Bauermann. NBA-Champion Nowitzki wirkte nach seiner Mini-Pause von drei Wochen noch müde, sein NBA-Kollege Chris Kaman bei seinem zweiten Einsatz nach dreijähriger Pause phasenweise sogar wie ein Fremdkörper.

Dennoch war der Center von den Los Angeles Clippers mit 15 Punkten bester Werfer im deutschen Team. Nowitzki musste sich dieses Mal mit elf Zählern begnügen. Die Integration der beiden sei eine totale Veränderung für seine Mannschaft, betonte Bauermann. Die Griechen, bei denen NBA-Profi Kostas Koufos (Denver Nuggets) auf 17 Zähler kam, stehen damit bereits vorzeitig als Sieger des Vier-Nationen-Turniers fest. Das deutsche Team trifft zum Abschluss auf die Türkei, die Belgien mit 66:60 (36:28) besiegte.

Integration im Schnelldurchlauf

"Normalerweise dauert so ein Integrationsprozess Monate, wir müssen ihn in zwei Wochen hinbekommen", hatte Bauermann schon vor der Partie um Verständnis geworben. Doch nach der ordentlichen Vorstellung gegen Belgien hatte wohl auch der 53-Jährige gehofft, dass seine Auswahl elf Tage vor dem EM-Start gegen Israel schon etwas weiter sei. Gegen Griechenland wartet Deutschland nun schon seit zehn Jahren auf einen Sieg.

Bauermann hatte seine Startformation im Vergleich zum Belgien-Spiel auf einer Position verändert. Kaman begann für Tibor Pleiß und stand damals erstmals von Beginn an mit Nowitzki auf dem Parkett. Doch die beiden Superstars hatten große Mühe, ins Spiel zu finden.

Nowitzki traf in 7:04 Minuten im ersten Viertel keinen seiner drei Würfe und war zudem schnell mit zwei Fouls belastet. Kaman kam zwar auf vier Zähler, benötigte dafür aber sechs Versuche. So waren es die jungen Spieler wie Robin Benzing, Tibor Pleiß oder Ersatz-Spielmacher Heiko Schaffartzik mit zwei Dreiern, die das deutsche Team im Spiel hielten (17:17).

Jagla gehen die Nerven durch

Die Griechen zeigten wie schon am Vortag beim Kantersieg gegen die Türkei aber eine ganz starke Vorstellung. Aggressiv in der Defensive und variabel im Angriff stellten sie das deutsche Team vor große Probleme.

Nowitzki und Kaman fehlte dagegen noch merklich die Bindung zu ihren Mitspielern, mit denen sie erst seit vier Tagen zusammenarbeiten. Die Hellenen zogen so bis zur Pause auf 15 Zähler davon (43:28) und versetzen der deutschen Basketball-Euphorie damit einen ersten Dämpfer.

Der Frust über die durchwachsene Leistung entlud sich bei Jan-Hendrik Jagla nach dem Seitenwechsel in einem Gerangel mit Antonis Fotsis, das die Schiedsrichter mit einer Disqualifikation für beide Spieler ahndeten.

sportal.de / sportal

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