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Basketball: Noch ein Schritt bis Peking

Die deutschen Basketballer sind nicht mehr weit von ihrem großen Traum entfernt. Durch den klaren Sieg über Brasilien und einer spielerischen Gala muss jetzt noch ein Sieg her, um bei Olympia dabei zu sein. Diesmal überzeugten nicht nur Nowitzki und Kaman, sondern das gesamte Team.

Im Kampf um das begehrte Olympia-Ticket haben sich Deutschlands Basketballer dank einer tollen Teamleistung zwei Matchbälle erspielt. Nach der Gala beim 78:65 (45:26) über Brasilien kann das Team um die NBA-Stars Dirk Nowitzki und Chris Kaman schon am Samstag gegen Kroatien die Fahrkarte nach Peking buchen. Zwar war Nowitzki mit 20 Punkten neben dem frech aufspielenden Pascal Roller (15), Demond Greene (14), Chris Kaman (12) und dem starken Starting-Five-Neuling Konrad Wysocki (10) einmal mehr bester deutscher Punktesammler, doch so homogen wie am Freitag in der Olympia-Qualifikation in Athen trumpfte eine deutsche Basketball-Nationalmannschaft lange nicht mehr auf. Als die Spieler in die Kabinen gingen, riefen sie immer wieder "Team, Team".

"Es war ein wichtiger Schritt, aber das Ziel ist noch nicht erreicht. Es war eine tolle Leistung der Jungs", meinte Bundestrainer Dirk Bauermann, "jetzt warten die Kroaten auf uns. Hoffentlich sind wir dann durch. Ich habe immer gesagt, dass wir eine gute Mannschaft haben." Auch Verbandspräsident Ingo Weiss bejubelte "eine unglaubliche Mannschaftsleistung", und Roller berauschte sich am "tollen Rhythmus in den ersten drei Vierteln."

Jetzt Duell gegen Kroatien

"Wir haben uns alle gut gefühlt. Die Trefferquote war extrem hoch. Wir haben den Brasilianern durch Dreier in den richtigen Momenten das Genick gebrochen", analysierte Greene, "aber das war erst der erste Schritt. Jetzt müssen wir den ersten Matchball verwandeln."

Nach der über weite Strecken überzeugenden Vorstellung wird das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann jetzt von Kanada-Bezwinger Kroatien herausgefordert. Sollte Deutschland im 14. Duell mit den Südosteuropäern der neunte Sieg gelingen, stünde am Montag die Olympia-Einkleidung für die Mannschaft auf dem Programm. Im Falle einer Niederlage gibt es am Sonntag ein Endspiel um den letzten der drei Startplätze für das Olympia-Turnier.

Mit der Berufung von Wysocki in die Startformation bewies Bauermann ein gutes Händchen. In der hypernervösen Anfangsphase gelangen dem Neu-Frankfurter die ersten fünf Punkte. Nach den ersten Nowitzki-Zählern lag die diesmal sehr aggressiv verteidigende DBB-Auswahl mit 7:2 in Führung. Vor allem den Distanzwürfe Marcelinhos war es zu verdanken, dass Brasilien dranblieb. Aufbauspieler Marcelo Huertas wurde dagegen wie von Bauermann gewünscht an die Kette gelegt. Center Diegeo Splitter hatte es schwer gegen Nowitzki, Kamann und später auch Kapitän Femerling.

Kaman überzeugt erneut

Trotzdem gingen die Brasilianer kurz nach Beginn des zweiten Viertels (15:13) sogar erstmals in Führung, als der bis dahin vom Wurfpech verfolgte Nowitzki auf der Bank saß. Kurz darauf stand die Lichtgestalt des deutschen Basketballs wieder auf dem Feld, doch erst eine Auszeit von Bauermann beendete den Lauf des Gegners. Nach Nowitzkis erstem Dreier nach 15 Minuten riss der lange Blonde wie ein Fußballer die Arme in die Luft, und die deutschen Fans im weiten, leeren Rund der Olympiahalle stimmten Sprechchöre an. Ein krachendes Ausrufezeichen unter überragende zweite zehn Minuten setzte Hamann mit einem Dunking. Dann traf Demond Greene mit seinem ersten und insgesamt achten Dreier zum hochverdienten Pausenstand.

Vor allem Kaman, der sich in der Defensive einen Rebound nach dem anderern schnappte und auch unter dem gegnerischen Korb punktete, war zunächst dafür verantwortlich, dass der Vorsprung ausgebaut wurde. Beim 33:57 versuchte es Brasilien mit einer Ganzfeldverteidigung, doch die deutsche Auswahl ließ sich auch davon nicht beeindrucken. Nur noch einmal schöpften die Südamerikaner Hoffnung, als Nowitzki kurz nach Beginn des Schlussviertels mit dem vierten Foul auf die Bank beordert wurde. Die Brasilianer kamen näher, aber die deutschen Korbjäger ließen sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen.

DPA / DPA

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