BASKETBALL Sinken und Stinken


Nach der 75:95-Niederlage bei den Cleveland Cavaliers platzte Michael Jordan der Kragen. Trotz schwacher eigener Leistung übte er scharfe Kritik am Team.

Michael Jordan beordert die Journalisten zur Pressekonferenz in die Umkleidekabine. Ein Bild das eigentlich schon alles sagt. Der Superstar war wütend und frustriert zugleich.

Jordan kochte dermaßen, dass er nicht einmal den Weg zu den Medienvertreten antreten wollte. Und dann mussten die Berge eben zum Propheten.

Kritik am Team

»Ich denke, wir stinken. Ich sehe keinen, der mir den Rücken frei hält. Jeder erwartet nur, dass ich es für ihn tue«, wetterte der 38-Jährige über die Lage bei seinen Washington Wizards.

His Airness fühlte sich nach dem 75:94-Debakel gegen die Cleveland Cavaliers von seinem Team im Stich gelassen. »Diese Burschen sind jung genug, um einen Schritt nach vorn zu tun und sich zu bemühen. Ich spüre nicht, dass von dem Team auch nur das Nötigste kommt«, monierte er.

Auf dem Boden der Tatsachen

Der Grund für Jordans derartigen Unmut ist leicht nachvollziehbar: Der beste Basketballer aller Zeiten ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Zehn Niederlagen in 13 Spielen. So hat sich die Lichtgestalt sein Comeback unter Garantie nicht vorgestellt.

Der Misserfolg gegen die Cavaliers krönt diese erschreckende Bilanz. Cleveland ist in einer ähnlich schlechten Form wie Washington. So wäre zu erwarten gewesen, dass wenigstens gegen dieses Team die Talfahrt gestoppt werden kann.

Zum anderen hat Jordan selbst noch beste Erinnerungen an die Cavs. Gegen sie erzielte er am 28. März 1990 mit den Chicago Bulls 69 Punkte: Sein persönlicher Rekord.

Katastrophale Quote

Aber auch der Ausnahmespieler selbst hat an der jetzigen Situation sein »Anteil«. Er ist zwar Mal um Mal Topscorer in den Reihen von Washington, seine Trefferquote erweist sich aber recht konstant als katastrophal.

Gegen Cleveland landeten lediglich neun seiner 24 Feldwurfversuche im Korb. Das ergibt einen Trefferanteil von 40,4 Prozent und damit die Negativmarke in seiner NBA-Karriere.

Die Wizards sind keine Bulls

»Ich will nichts entschuldigen. Ich habe viele gute Möglichkeiten ausgelassen. Doch das kann nicht der Grund sein, dass unser Boot so unterging«, rechtfertigte Jordan diese Tatsache.

Aber auch wenn sich der Herr der Lüfte noch so Luft macht. Dass die Washington Wizards von jetzt nicht die Chicago Bulls der 90iger sind, war ihm bereits vor der Saison klar. Es ist schwer und es wird schwer bleiben.

Christian Meyer


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