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+++ Newsticker +++: Peking: USA bringen Beziehungen zu China an Rand eines "Kalten Krieges"

Flugschreiber nach Absturz in Pakistan gefunden +++ Haftbefehl wegen Mordes: Erzieherin soll Kita-Kind getötet haben +++ Polizisten von Rechtsextremen attackiert und bedroht +++ Ungarn schleißt umstrittene Transitzone für Migranten +++ Die News des Tages abseits der Coronakrise.

Der chinesische Außenminister Wang Yi

Der chinesische Außenminister Wang Yi war den Journalisten per Video zugeschaltet

AFP

Hinweis: Ständig aktualisierte Informationen zum Coronavirus finden Sie im stern-Liveblog.

Peking: USA bringen Beziehungen zu China an Rand eines "Kalten Krieges"

China hat den USA vorgeworfen, die Beziehungen zwischen beiden Ländern "an den Rand eines neuen Kalten Krieges" zu bringen. "Uns ist aufgefallen, dass einige politische Kräfte in den USA die US-chinesischen Beziehungen in Geiselhaft nehmen und unsere beiden Länder an den Rand eines neuen Kalten Krieges bringen", sagte Außenminister Wang Yi am Sonntag vor Journalisten.

"Neben der Verwüstung durch das neue Coronavirus gibt es auch ein politisches Virus, das sich in den USA verbreitet", sagte Wang bei der Online-Pressekonferenz am Rande des Nationalen Volkskongresses in Peking. "Dieses politische Virus", werde "bei jeder Gelegenheit genutzt, um China anzugreifen und zu verleumden." Einige Politiker hätten "zu viele Lügen über China fabriziert und zu viele Verschwörungen erzeugt".

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind wegen des Handelsstreits, Menschenrechtsfragen und anderer Themen seit langem angespannt. Zuletzt hatten sich die bilateralen Beziehungen unter anderem wegen der Corona-Pandemie und des Status von Hongkong weiter verschlechtert. In der Corona-Pandemie weisen die USA immer wieder darauf hin, dass das Virus in China seinen Ursprung genommen hatte. Zudem wirft Washington Peking vor, die Reaktion auf den Virus-Ausbruch anfangs verschleppt zu haben.

Flugschreiber nach Absturz in Pakistan gefunden

Nach dem Absturz einer Passagiermaschine in einem Wohngebiet in Pakistan ist der Flugschreiber gefunden worden. Dieser soll nun der Untersuchungskommission übergeben werden, wie ein Sprecher von Pakistan International Airlines (PIA) am Sonntag mitteilte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Provinz Sindh kamen 97 der 99 Insassen bei dem Unglück ums Leben. Die Maschine hatte am Freitag eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, als sie nur wenige Minuten vor der Landung in der Stadt Karatschi abstürzte. Die Bergungsarbeiten gingen am Sonntag weiter.

Feuerwehrleute löschen an der Absturzstelle in einem Wohngebiet in Karatschi

Haftbefehl wegen Mordes: Erzieherin soll Kita-Kind getötet haben

Ein drei Jahre altes Mädchen soll in einer Kita in Nordrhein-Westfalen von einer Erzieherin getötet worden sein. Die 25-Jährige sei festgenommen worden und befinde sich wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Mönchengladbach am Freitag mit. Demnach war es bereits im April in einer Viersener Kita zu einem Notarzteinsatz gekommen, da das Kind nicht mehr atmete. Das Mädchen sei später im Krankenhaus gestorben. Die Klinik hatte die Polizei alarmiert, da den Ärzten der Fall verdächtig vorkam. Nach der Obduktion war laut den Ermittlern klar, "dass das Mädchen durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen ist". Wie genau das Kind starb, wurde zunächst nicht bekannt.

Am vergangenen Dienstag wurde die 25-Jährige als Tatverdächtige festgenommen und einen Tag später dem Haftrichter vorgeführt. Inzwischen ist die Frau nicht mehr in der Kita beschäftigt, weshalb Polizei und Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung von einer ehemaligen Erzieherin berichteten. Ob der Frau erst nach ihrer Festnahme gekündigt wurde oder sie bereits vorher ausgeschieden war, blieb unklar.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich am Freitag nicht weiter äußern und kündigten eine gemeinsame Pressekonferenz für einen späteren Zeitpunkt an.

Flugzeug in Karatschi in Pakistan abgestürzt

Ein Flugzeug mit rund 100 Passagieren an Bord ist im Süden Pakistans abgestürzt. Die Passagiermaschine sei in der Nähe der Stadt Karatschi wenige Minuten vor der Landung in einem Wohngebiet abgestürzt, teilte die Luftfahrtbehörde des Landes am Freitag mit. Zunächst waren keine Angaben zu Todesopfern bekannt.

Feuerwehrleute löschen an der Absturzstelle in einem Wohngebiet in Karatschi

Häuser wurden durch den Absturz beschädigt, wie ein Sprecher der Luftfahrtbehörde sagte. Das Militär und die Polizei sperrten das als "Model Colony" bekannte Gebiet rund zwei Kilometer entfernt von der Landebahn ab. Fernsehaufnahmen zeigten eine dichte, schwarze Rauchwolke sowie Krankenwagen, die zur Absturzstelle eilten.

Verletzte wurden aus den Trümmern eingestürzter Gebäude herausgezogen. Mindestens 15 Menschen, die in den beschädigten Häusern verwundet wurden, wurden in das Jinnah-Krankenhaus von Karatschi gebracht, wo der Notstand ausgerufen wurde, sagte der Arzt Seemin Jamali. 

Eine Karte der Region im Süden Pakistans. Das Flugzeug stürzte in Karatchi ab.

Eine Karte der Region im Süden Pakistans. Das Flugzeug stürzte in Karatchi ab.

Der von Pakistan International Airline (PIA) betriebene Airbus mit der Flugnummer PK8303 war auf dem Weg von der östlichen Stadt Lahore nach Karatschi, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft Mohamed Abdullah. 99 Passagiere und 8 Crewmitglieder seien an Bord gewesen.

Der Pilot habe dem Tower technische Probleme der Maschine berichtet, sagte PIA-Chef Arshad Malik. Augenzeugen berichteten lokalen Fernsehsendern, dass sie das Flugzeug um den Flughafen kreisen sahen, bevor es abstürzte.

Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien sein Beileid aus. "Schockiert und betrübt über den PIA-Absturz", schrieb Khan auf Twitter.

Der Absturz erfolgte nur eine Woche nach der Entscheidung der pakistanischen Behörden, den Flugverkehr im Inland wieder aufzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind internationale Flüge in das südasiatische Land noch bis Ende des Monats ausgesetzt.

Polizisten am Herrentag von Rechtsextremen attackiert und bedroht

Polizisten sind bei einem Einsatz am sogenannten Herrentag in Sachsen nach Polizeiangaben von Rechtsextremen attackiert und bedroht worden. Wegen einer Ruhestörung waren Beamte am Donnerstag zu einer Feier nach Königstein in der Sächsischen Schweiz ausgerückt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Dort seien sie unvermittelt von 20 bis 25 Menschen attackiert worden. Es seien Gläser und andere Gegenstände geworfen worden. Zudem seien die Beamten unter "Sieg Heil"-Rufen mit Holzlatten und Stahlrohren bedroht worden, hieß es. Ein Polizeiauto wurde demnach beschädigt.

Die Polizei forderte Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei und die Bundespolizei an. Letztlich seien rund 120 Beamte im Einsatz gewesen. 30 Menschen seien vorläufig festgenommen worden. Mehrere von ihnen seien bereits wegen rechtsmotivierter Straftaten bekannt. Bei Durchsuchungen fanden die Einsatzkräfte unter anderem Waffen sowie Anscheinswaffen, Betäubungsmittel und rechtsextremes Propagandamaterial.

Ungarn schließt Transitzone für Migranten nach EuGH-Urteil

Ungarn hat die Schließung seiner umstrittenen Transitzone zur Unterbringung von Asylbewerbern angekündigt. Damit folge die Regierung einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), sagte Regierungsmitglied Gergely Gulyas am Donnerstag in Budapest. Der EuGH hatte die Unterbringung von Asylbewerbern in einem abgeschotteten Containerlager an der ungarisch-serbischen Grenze in der vergangenen Woche als "Haft" eingestuft. Die Transitzone sei "eine Lösung gewesen, die Ungarns Grenzen geschützt hat", sagte Gulyas. Das Urteil des EuGH sei "bedauerlich", doch da Ungarn es befolgen müsse, sei die Schließung der Transitzone unvermeidlich. 280 Insassen würden in Asylbewerber-Unterkünfte verlegt.

Stärkster Wirbelsturm in Jahrzehnten verwüstet Teile Indiens und Bangladeshs - mehr als 20 Tote

Der starke Wirbelsturm "Amphan" hat in Indien und Bangladesch mindestens 22 Menschen das Leben gekostet. Sie starben etwa durch zusammenkrachende Häuser oder umstürzende Bäume, wie zuständige Behörden mitteilten. In weiten Teilen der 15-Millionen-Einwohner-Stadt Kolkata im Nordosten Indiens sei der Strom ausgefallen. Der Flughafen der Stadt war völlig überflutet, es gab umgestürzte Strommasten und umgekippte Autos, wie Fernsehbilder zeigten. 

Laut der Regierungschefin des betroffenen nordostindischen Bundesstaates Westbengalen sei die Katastrophe größer als Corona und es brauche drei, vier Tage, um das ganze Ausmaß der Schäden abzuschätzen. Der Sturm erreichte laut dem indischen meteorologischen Dienst Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde und brachte viel Regen und Gewitter. 

Mehr als drei Millionen Menschen waren den Behörden zufolge in Notunterkünfte gebracht worden. Laut dem indischen meteorologischen Dienst ist "Amphan" einer der schlimmsten Stürme in der Region der vergangenen 20 Jahre. Er soll zunächst weiter über Bangladesch nach Bhutan ziehen und sich am Donnerstagnachmittag abschwächen.

Ein Mann rettet Habseligkeiten aus seiner zerstörten Behausung in Mindapur, Westbengalen

Was der Sturm übrig ließ: Ein Mann rettet Habseligkeiten aus seiner von "Amphan" zerstörten Behausung in Midnapore im indischen Bundesstaat Westbengalen

AFP

Italienerin gewinnt wertvolles Picasso-Gemälde bei Lotterie

Ein wertvoller Picasso zum Schnäppchen-Preis: In Paris ist das Werk "Stillleben" des spanischen Kubisten aus dem Jahr 1921 verlost worden, wie bei einer Live-Übertragung des Auktionshauses Christie's mitzuverfolgen war. Der Einsatz der Gewinnerin für die Tombola: 100 Euro. Der Wert des Bildes: Rund eine Million Euro. Losglück bei der elektronischen Ziehung hatte eine Italienerin, die das Gewinnlos als Geschenk erhalten hatte.

Insgesamt wurden den Veranstaltern zufolge gut 51.000 Lose à 100 Euro verkauft und somit 5,1 Millionen Euro für Projekte der Hilfsorganisation Care erzielt. Die meisten Lose kauften Franzosen: Sie machten 29 Prozent der Teilnehmer aus, 21 Prozent kamen aus den USA und 19 Prozent aus der Schweiz. Eigentlich hatten die Organisatoren sogar 200.000 Lose verkaufen wollen, doch der Andrang fiel geringer aus. Care-Kommunikationschefin Emanuela Croce zeigte sich dennoch zufrieden. "Mit mehr als fünf Millionen haben wir ein außerordentliches Ergebnis für eine komplizierte Aktion in komplizierten Zeiten erzielt", sagte sie.

Der Besitzer des Gemäldes, der Kunstsammler David Nahmad, erhält eine Million Euro, der Rest des Erlöses soll an Care-Projekte in Afrika gehen. Dadurch sollen 200.000 Menschen in Madagaskar, Kamerun und Marokko Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten.


News vom Mittwoch, 20. Mai 2020

Berliner Flughafen Tegel kann am 15. Juni schließen 

Der Berliner Flughafen Tegel kann am 15. Juni vorübergehend außer Betrieb gehen. Das haben der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg am Mittwoch in einer Gesellschafterversammlung beschlossen, wie eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen sagte.

Der entsprechende Antrag bei der Luftfahrtbehörde ist schon gestellt. Erholen sich die Passagierzahlen in den nächsten Wochen nicht deutlich, geht der Flughafen in eine zweimonatige Betriebspause. Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg hat durch die Krise mit Einnahmeausfällen in dreistelliger Millionenhöhe zu kämpfen. Der innenstadtnahe Berliner Flughafen Tegel war mit mehr als 24 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr unter den deutschen Standorten die Nummer vier nach Frankfurt, München und Düsseldorf. 

Zuletzt flogen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld nur etwa 2000 Passagiere pro Tag. Das Hauptabfertigungsgebäude in Tegel ist schon seit Mitte März geschlossen, Passagiere checken nur noch im Nebenterminal C ein. Ähnlich ist es in Schönefeld. 

Ende des Jahres soll Tegel ohnehin endgültig vom Netz gehen. Nach mehreren geplatzten Terminen ist geplant, dass am 31. Oktober der neue Hauptstadtflughafen BER eröffnet wird und am 8. November die letzte Maschine in Tegel abhebt. 

Ungarn schränkt Rechte von Trans- und intersexuellen Menschen ein

Ungarns Parlament hat mit den Stimmen der rechtsnationalen Regierungsmehrheit ein Gesetz beschlossen, das die Rechte von Trans-Personen und intersexuellen Menschen drastisch einschränkt. Demnach darf im standesamtlichen Personenregister das biologische Geschlecht eines Menschen, das dort nach seiner Geburt eingetragen wurde, später nicht mehr verändert werden. Insbesondere schließt dies aus, dass eine Person, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat, unter ihrem neuen Geschlecht anerkannt wird und ihre Dokumente in diesem Sinne ändern kann.

Menschenrechtsorganisationen verurteilten die neue Regelung. So erklärte David Vig von Amnesty International Ungarn: "Diese Gesetzgebung (...) setzt Trans-Personen und intersexuellen Menschen weiterer Diskriminierung aus." Sie verstärke eine "intolerante und feindselige Umgebung" für diese Menschen und werfe Ungarn zurück ins Mittelalter.

Der seit 2010 regierende Ministerpräsident Viktor Orban sieht sich immer wieder mit der Kritik konfrontiert, Menschen- und Bürgerrechte in seinem Land zu verletzen. Zudem propagiert er eine ultra-konservative Familienpolitik, die Menschen mit einer von der vermeintlichen Norm abweichenden Sexualität ausgrenzt. Orban führt auch einen ideologischen Kreuzzug gegen die "Gender-Theorie", das heißt gegen die wissenschaftliche Anschauung, dass das Geschlecht eines Menschen nicht nur biologisch bestimmt ist, sondern auch von sozialen und kulturellen Einflüssen abhängt. So ist es Universitäten in Ungarn untersagt, Lehrgänge in diesem Fach anzubieten.


News vom 19. Mai 2020

Marktmanipulation: Verfahren gegen VW-Spitze soll eingestellt werden

Das Strafverfahren wegen möglicher Marktmanipulation gegen VW-Konzernchef Herbert Diess und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch soll gegen eine Zahlung von neun Millionen Euro eingestellt werden. Ein Sprecher des Kontrollgremiums von Volkswagen bestätigte eine entsprechende Einigung zwischen den beiden Angeklagten und der Justiz, über die zuvor das "Manager-Magazin" berichtet hatte.

Verfassungsgericht kippt Regelungen zu Abhörpraxis des BND

Die anlasslose Massenüberwachung des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Ausland verstößt in ihrer jetzigen Ausgestaltung gegen Grundrechte. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gab am Dienstag einer Verfassungsbeschwerde gegen das Ende 2016 reformierte BND-Gesetz statt. Es muss bis spätestens Ende 2021 überarbeitet werden.

Trump und Pompeo verteidigen Entlassung von internem Ermittler

US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Mike Pompeo haben die hochumstrittene Entlassung eines internen Regierungsmittlers vehement verteidigt. Trump sagte am Montag in Washington, er habe das "absolute Recht" zur Entlassung des Generalinspekteurs im Außenministerium gehabt, da dieser noch vom früheren Präsidenten Barack Obama ernannt worden sei. Pompeo bestritt, dass die Entlassung eine "Vergeltungsmaßnahme" gewesen sei, weil Generalinspekteur Steve Linick Untersuchungen gegen ihn geführt habe.    

Barack Obama und Donald Trump üben öffentlich Kritik aneinander.

Nach Angaben der US-Demokraten war Linick dem Vorwurf nachgegangen, dass der Außenminister einen mit Steuergeldern bezahlten Mitarbeiter für die Erledigung privater Dinge eingesetzt habe. Auch soll Linick laut der Oppositionspartei umstrittenen Rüstungsdeals mit Saudi-Arabien nachgegangen sein. Pompeo sagte der "Washington Post" er habe dem Präsidenten die Entlassung Linicks empfohlen, weil dieser den Auftrag des Ministeriums "untergraben" habe. Details dazu nannte der Außenminister nicht. Er dementierte jedoch, dass die Entlassung mit gegen ihn geführten Untersuchungen zu tun gehabt habe.  

Macrons Partei verliert absolute Mehrheit in französischer Nationalversammlung

Durch die Gründung einer neuen Fraktion hat die Partei von Präsident Emmanuel Macron ihre absolute Mehrheit in der französischen Nationalversammlung verloren. Der am Dienstag neu gegründeten Fraktion Ecologie Démocratie Solidarité (Ökologie Demokratie Solidarität) schlossen sich 17 Abgeordnete an, darunter auch mehrere aktuelle und ehemalige Mitglieder der Präsidentenpartei La République en Marche (LREM, Die Republik in Bewegung).    

Die neue Fraktion bezeichnet sich selbst als unabhängig und fühlt sich weder der Opposition noch der Regierungsmehrheit zugehörig. Sie will sich nach eigenen Angaben vor allem für einen "gesellschaftlichen und ökologischen Wandel" einsetzen. Mit der Neugründung verliert die Fraktion der Präsidentenpartei sieben Mitglieder, darunter neben Parteimitgliedern auch einige verbündete Abgeordnete. Sie hat jetzt nur noch 288 Mandate - die absolute Mehrheit liegt bei 289 Mandaten. Die LREM kann bei Abstimmungen aber weiter auf die Unterstützung der verbündeten Parteien MoDem und Agir setzen.


News vom 18. Mai 2020

Große Koalition einigt sich bei Mindestabstand von Windrädern und Solardeckel

Einigung beim Mindestabstand für Windräder und beim Solardeckel: Nach langem Ringen haben Union und SPD einen Durchbruch in wichtigen energiepolitischen Fragen erzielt. Wie die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Carsten Linnemann  (CDU) und Matthias Miersch (SPD) mitteilten, verständigte sich die große Koalition darauf, dass im Baugesetzbuch für Windenergie an Land eine Länderöffnungsklausel eingeführt wird.    

Diese soll den Ländern die Möglichkeit einräumen, einen Mindestabstand "von bis zu 1000 Metern" zwischen Windenergieanlagen und Wohngebäuden in ihren Landesgesetzen aufzunehmen. Davon unberührt bleibe die bayerische Regelung, erklärten Linnemann und Miersch. Sie ist strenger. Außerdem sieht die Einigung vor, dass der 52-Gigawatt-Deckel bei Photovoltaikanlagen "unverzüglich" aufgehoben werden soll. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankerte Fördergrenze von 52 Gigawatt schreibt derzeit vor, dass Solaranlagen nicht mehr gefördert werden, sobald diese Gesamtleistung in Deutschland installiert ist.

Kalbitz bleibt Mitglied der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion

Der bisherige Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz bleibt trotz seines Rauswurfs aus der Partei Mitglied der Landtagsfraktion. Das teilte Kalbitz am Montag in Potsdam nach einer Sondersitzung mit. Die Geschäftsordnung der Fraktion wurde geändert.

EU hisst Regenbogenfahne in Bagdad - Regierung empört

Die irakische Regierung empört sich darüber, dass die EU-Vertretung in Bagdad am Sonntag demonstrativ eine Regenbogenfahne gehisst hat. Dies verletze die religiösen Gefühle vieler Bürger und widerspreche den Werten und sozialen Normen des weit überwiegend von Muslimen bewohnten Landes, erklärte das Außenministerium nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur INA.

Die Fahne ist ein schwul-lesbisches Symbol. Die EU-Vertretung hatte sie nach Medienberichten anlässlich des internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit an diesem Sonntag gehisst. Die Botschaften Kanadas und Großbritanniens schlossen sich an.

Auch der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr empörte sich über die Aktion und sprach von einer "Aggression gegen das Recht und die Religion des Irak". Erst vor wenigen Wochen hatte er gleichgeschlechtliche Ehen als einen der Gründe für die Ausbreitung des Coronavirus bezeichnet. Homosexualität ist nach islamischem Glauben streng verboten.

138 Tote durch gepanschten Alkohol seit Beginn der Corona-Krise in Mexiko

In Mexiko sind seit dem Beginn der Corona-Krise 138 Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol gestorben. Allein im Bundesstaat Puebla wurden 70 Opfer verzeichnet, wie das dortige Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. 15 Patienten würden im Krankenhaus behandelt, die meisten von ihnen schwebten in Lebensgefahr.    

Bereits am Dienstag hatten die Behörden in Puebla mitgeteilt, dass nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol bei einer Trauerfeier in der Gemeinde Chiconcuautla mindestens 23 Menschen gestorben seien. Dutzende weitere Opfer wurden aus den Bundesstaaten Jalisco, Morelos, Yucatán und Veracruz gemeldet. 

Schuldspruch nach tödlichem Brandanschlag auf Palästinenserfamilie

Fünf Jahre nach einem tödlichen Brandanschlag auf eine Palästinenserfamilie hat ein israelisches Gericht den jüdischen Hauptverdächtigen schuldig gesprochen. Das Bezirksgericht in Lod bei Tel Aviv verurteilte den 25-jährigen Amiram Ben-Uliel wegen Mordes in drei Fällen, wie das israelische Fernsehen berichtete. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.

Bei dem Brandanschlag in Duma im Westjordanland waren im Juli 2015 ein 18 Monate altes Kleinkind und seine Eltern getötet worden. Nur ein vierjähriger Junge überlebte die Tat, die militanten Siedlern zugeschrieben wurde, schwer verletzt.

Mindestens fünf Tote bei Anschlag in Ost-Afghanistan

Bei einem Autobomben-Anschlag im Osten von Afghanistan sind mindestens fünf Menschen getötet und 32 weitere verletzt worden. Der Angriff habe sich gegen eine Einrichtung des afghanischen Geheimdienstes gerichtet, teilte die Regierung der Provinz Ghasni am Montag mit. Die Bombe sei in einem Transportfahrzeug platziert gewesen. Bei den meisten Opfern handle es sich um Geheimdienstmitarbeiter, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. Wer hinter dem Anschlag stand, war zunächst unklar. 

Erster Tropensturm vor US-Ostküste in diesem Jahr

Vor der US-Ostküste hat sich der erste Tropensturm im Atlantik in diesem Jahr gebildet. Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums der USA befand sich Sturm "Arthur" am Sonntag kurz vor Mitternacht (Ortszeit) rund 335 Kilometer süd-südwestlich von Cape Hatteras in North Carolina. Mit Windgeschwindigkeiten von 75 Kilometern pro Stunde bewegte er sich langsam parallel zur Küste. Die Meteorologen warnten vor stärkerem Regen und hohem Seegang.

"Arthur" tritt ungewöhnlich früh auf, denn die Tropensturmsaison im Atlantik beginnt eigentlich erst am 1. Juni. Tropenstürme werden jedes Jahr in alphabetischer Reihenfolge benannt. Ab Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 Kilometern pro Stunde spricht man von einem Hurrikan.

"Polarstern" unterbricht Drift für nächsten Personalwechsel

Nach über sieben Monaten der Eisdrift in der Arktis hat das Forschungsschiff "Polarstern" seinen Motor wieder angestellt. "Nun ist es vollbracht, das Team 3 bricht auf", heißt es auf dem Expeditions-Blog. Wegen der Corona-Pandemie muss das Schiff die einjährige Mosaic-Expedition für drei Wochen unterbrechen, um neues Personal an Bord aufzunehmen. Der Eisbrecher fährt bis zur Eiskante des Nordpolarmeeres, wo es auf die Forschungsschiffe "Sonne" und "Maria S. Merian" treffen wird.

Journalistin Marlene Göring auf der Polarstern-Expedition

Nach dem Austausch des Wissenschaftsteams kehrt die "Polarstern" an die Eisscholle zurück, mit der sie seit Monaten driftet, um die Forschungsarbeiten fortzusetzen. Die Schiffe "Sonne" und "Maria S. Merian" sollten am Vormittag von Bremerhaven aus Richtung Arktis starten. Crew und Wissenschaftler waren zuvor in Bremerhaven zwei Wochen in Quarantäne gewesen. Die Corona-Krise hatte die ursprünglich für April geplanten Flüge zum Personalaustauch verhindert.

Mehr als 570.000 Euro für Missbrauchsopfer der Odenwaldschule

Zehn Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals an der südhessischen Odenwaldschule sind mehr als 573.000 Euro an Opfer der Grausamkeiten ausgezahlt worden. "46 Opfer haben Zahlungen der Stiftung erhalten", sagte Ulrich Kühnhold von der Stiftung "Brücken bauen", die die Gelder für das erlittene Leid oder die Übernahme von Therapiekosten finanziert. Vor zehn Jahren kam der jahrelange systematische sexuelle Missbrauch von Schülern ans Licht. Studien zufolge sollen mehr als zwei Dutzend Lehrkräfte und andere Mitarbeiter der Schule an den Verbrechen an bis zu 900 Schutzbefohlenen beteiligt gewesen sein.

"Der Stiftung sind 140 Opfer bekannt, von denen einige bewusst keinen Antrag gestellt haben beziehungsweise vor einer Antragsstellung zurückschrecken, da dies wieder mit einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema verbunden wäre", sagte Kühnhold.

"Combat-18"-Verbot: Renner fordert Augenmerk auf Rechtsrock-Konzerte

Die Innenpolitikerin Martina Renner (Linke) befürchtet, dass die verbotene Neonazi-Gruppe "Combat 18" Rechtsrock-Konzerte zum Aufbau einer neuen Struktur nutzen könnte. "Gerade Musikveranstaltungen sind für die Vernetzung enorm wichtig. Wer diese Veranstaltungen vernachlässigt, kann auch etwaige Neu-Organisierungen nicht im Blick haben", sagte die Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Die Bundesregierung erklärte in einer Antwort auf eine Anfrage von Renners Fraktion, ihr seien keine Musikveranstaltungen im In- und Ausland bekannt, die als Anlässe für Absprachen zur Zusammenarbeit von "Combat 18" gewertet werden könnten. Solche Vernetzungsbestrebungen fänden "in Form von konspirativen Treffen im kleineren Rahmen statt". Zu den rechtsextremistischen Bands aus dem Umfeld von "Combat 18 Deutschland" zählen die Sicherheitsbehörden den Angaben zufolge "Oidoxie" aus Nordrhein-Westfalen, "Exempel" aus Brandenburg sowie "Treueorden" und "Kommando S3" aus Thüringen. Das Bundesinnenministerium hatte die Neonazi-Gruppe "Combat 18" im Januar verboten. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden richtet sich die gewaltbereite Vereinigung gegen die verfassungsmäßige Ordnung, "da sie mit dem Nationalsozialismus wesensverwandt ist".

Schuhe von US-Basketball-Legende Michael Jordan für Rekordpreis versteigert

Ein Paar Sportschuhe von US-Basketball-Legende Michael Jordan ist zu einem Rekordpreis versteigert worden. Die weiß-schwarz-roten Sneakers wurden für 560.000 Dollar (fast 520.000 Euro) verkauft, wie das Auktionshaus Sotheby's am Sonntag mitteilte. Jordan hat die Schuhe, die 1985 für ihn angefertigt worden waren, getragen und signiert.

Ein Paar ausgelatschte Turnschuhe von Michael Jordan haben bei einer Auktion in New York einen Rekordpreis erzielt

Ein Paar ausgelatschte Turnschuhe von Michael Jordan haben bei einer Auktion in New York einen Rekordpreis erzielt

DPA

   

Turnschuhe von Michael Jordan

Der "Air Jordan 1" ist das erste Modell, das der Sportartikelhersteller Nike eigens für Michael Jordan anfertigte. Er trug das Paar in seiner ersten Saison in der nordamerikanischen Profiliga NBA. Der mittlerweile 57-Jährige wurde sechsmal NBA-Champion mit den Chicago Bulls. Der bisherige Rekord für Sportschuhe lag bei 437.000 Dollar. Das fast 50 Jahre alte Paar war im Juli 2019 ebenfalls bei Sotheby's von einem kanadischen Sammler ersteigert worden. Es handelte sich um Nikes "Moon Shoe" aus dem Jahr 1972. Im Gegensatz zu dem jetzt versteigerten Paar war es nie getragen worden.

Museums-Einbrecher macht Selfies mit Dinosaurier-Schädel

Ein junger Mann ist am Wochenende in Sydney in das Australische Museum eingebrochen und hat bei seinem Rundgang Selfies mit einem Dinosaurier-Schädel gemacht. Dabei legte der 25-Jährige seinen Kopf in das weit geöffnete Maul des Schädels, wie Aufnahmen der Überwachungskameras belegen. Später setzte er sich einen Cowboy- Hut auf, den er in einer Garderobe fand, ehe er seine Wanderung durch die Räume des Museums fortsetzte. Dabei posierte er nach Polizeiangaben vom Montag für weitere Selfies mit diversen Exponaten. Am Ende seiner Besichtigungstour stahl er einen nicht näher genannten Kunstgegenstand.

Die Polizei nahm den Mann am Sonntagabend fest. Er muss am Montag vor dem Untersuchungsrichter erscheinen. Das vor über 190 Jahren gegründete Australische Museum ist das älteste Museum des Landes und gilt als das älteste naturhistorische Museum der Welt. Gegenwärtig ist es wegen Renovierungsarbeiten noch bis August für Besucher geschlossen.

Ein Todesopfer bei Absturz während Flugschau in Kanada

In Kanada ist bei einer Flugschau zu Ehren der Anstrengungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Maschine abgestürzt. Dabei kam am Sonntag ein Mitglied der kanadischen Streitkräfte ums Leben, ein weiteres wurde verletzt, wie die Armee mitteilte. Die Maschine der Kunstflugstaffel "Snowbirds" der Luftwaffe war nahe der Stadt Kamloops in der westlichen Provinz British Columbia abgestürzt.     

Das Flugzeug krachte dabei gegen die Fassade eines Hauses, das in Flammen aufging, wie von der örtlichen Wochenzeitung "Kamloops This Week" veröffentlichte Bilder zeigten. Die Maschine verunglückte kurz nach ihrem Start. Sie hatte zusammen mit einem anderen "Snowbirds"-Flugzeug vom Airport von Kamloops abgehoben. Videoaufnahmen eines Zeugen zeigten, wie sich einer der Piloten mit dem Schleudersitz retten konnte. Die beiden "Snowbirds"-Maschinen sollten am Sonntag als Teil einer Schau mit dem Namen "Operation Inspiration" in niedriger Höhe über British Columbia fliegen. Mit der Schau werden die Anstrengungen der kanadischen Bevölkerung zur Eindämmung des Coronavirus geehrt. Die Aktion der aus insgesamt neun Flugzeugen bestehenden "Snowbirds" hatte in der Provinz Nova Scotia an der Ostküste begonnen.

fs / rw / fin / DPA / AFP