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Bestechungsskandal im Handball: Kiels Manager Schwenker tritt zurück

Angesichts des Bestechungsskandals kommt der Rücktritt von Uwe Schwenker als Manager des THW Kiel nicht überraschend. Erstaunlich mutet aber die Begründung des Handball-Rekordmeisters an. Nicht die Vorwürfe gegen Schwenker seien der Grund für den Rücktritt, sondern der Versuch, "weiteren Schaden" vom Verein abzuwenden.

Der unter Manipulationsverdacht stehende Manager Uwe Schwenker vom deutschen Handball-Meister THW Kiel ist erwartungsgemäß zurückgetreten. Das gab der Verein am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Kiel offiziell bekannt, nachdem Medienberichte den Abtritt des früheren Nationalspieler bereits angekündigt hatten. Grund für den Rücktritt seien allerdings nicht die gegen Schwenker erhobenen Vorwürfe, teilten Gesellschafter und Beirat des Vereins mit.

Gegen Schwenker ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der Untreue. Dem Verein wird vorgeworfen, Spiele in der Handball-Champions-League durch Schiedsrichterbestechungen manipuliert zu haben. Schwenker bestreitet die Vorwürfe nach wie vor. Begründungen für ungeklärte Bargeldabhebungen in Höhe von mehr als 100.000 Euro in den vergangenen Jahren hat der 50-Jährige bislang jedoch nicht gegeben.

"Schaden vom Verein abwenden"

Die Verantwortlichen des THW sehen aber auch nach Einsicht in die 1000 Seiten starken Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft "keine belastbaren Beweise" gegen Schwenker. Daher wird der bisherige Manager auch nicht entlassen. Der Rückzug des früheren Nationalspielers habe vielmehr das Ziel, "den überragenden sportlichen Erfolg der Mannschaft des THW Kiel nicht zu gefährden und den Verein vor weiteren Schaden zu bewahren", hieß es in der Erklärung der THW-Führung.

Seit vier Wochen ist der deutsche Rekordmeister in Erklärungsnot, weil sowohl der Verwendungszweck von Zahlungen in Höhe von insgesamt 92.000 Euro im Jahr 2007 an den kroatischen Spielervermittler Nenad Volarevic, einen Freund des früheren THW-Trainers Zvonimir Serdarusic, als auch Abbuchungen im vergangenen Jahr über rund 60 000 Euro nicht belegt werden können. Mehrere Zeugen einer Feier auf dem mallorquinischen Anwesen von HSV-Präsident Andreas Rudolph wollen zudem gehört haben, dass Schwenker Schiedsrichterbestechungen zugegeben hat. Rudolph zitierte den Kieler Manager mit den Worten: "Andreas, die Champions League werdet ihr nie gewinnen. Ich brauchte lange, um zu erfahren, dass dafür Schiedsrichter bestochen werden müssen."

Prestigeduell in der Champions League

Im laufenden Champions-League-Saison steht der THW Kiel erneut im Halbfinale. Dort kommt es zum deutschen Prestigeduell mit den Rhein-Neckar-Löwen, wie die Auslosung am Dienstag in Wien ergab. Im zweiten Semifinale trifft der HSV Hamburg wie im Vorjahr auf BM Ciudad Real. Seinerzeit gewann der spanische Vertreter mit einem Tor Vorsprung.

Im EHF-Pokal empfängt der VfL Gummersbach zuerst die Spanier von CAI BM Aragon, im Pokalsieger- Wettbewerb muss die HSG Nordhorn im Hinspiel bei Kadetten Handball Schaffhausen in der Schweiz antreten. Die Hinspiele sind für den 25. und 26. April, die Rückspiele für den 2. und 3. Mai angesetzt.

DPA / DPA

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