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Bestechungsskandal: Neue Betrugsvorwürfe gegen den THW Kiel

Der Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen, Jesper Nielsen, hält es für möglich, dass der THW Kiel auch in der aktuellen Handball-Saison betrügt. "Ich schließe übrigens nicht aus, dass Kiel auch jetzt noch Schiedsrichter besticht", sagte Nielsen in einem Interview. Kiels Ex-Manager Uwe Schwenker drohen derweil Schadenersatzforderungen.

Der THW Kiel sieht sich im möglichen Manipulationsfall weiteren heftigen Attacken ausgesetzt. Der Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen, Jesper Nielsen, hält weitere Betrugsversuche für möglich. Im Interview mit der "Hamburger Morgenpost" sagte der Däne: "Ich schließe übrigens nicht aus, dass Kiel auch jetzt noch Schiedsrichter besticht."

Die deutsche Meisterschaft habe der THW "nicht verdient", so Nielsen weiter. "Der Gewinn der Champions League ist nur durch Betrug zustande gekommen. Und ohne diesen Betrug hätte der THW keine Titelprämie gewonnen, hätte nicht so hohe Sponsoreneinnahmen und keinen 8-Millionen-Etat, mit dem man sich so eine Mannschaft leisten kann", erklärte der Däne. "Mit einem 5-Millionen-Etat wäre die Meisterschaft wohl anders verlaufen."

Derweil drohen dem zurückgetretenen THW-Manager Uwe Schwenker Schadenersatzforderungen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe. Danach wollen die Gesellschafter des Clubs Belege und Erklärungen für vier verdächtige Zahlungen in einer Gesamthöhe von 152.000 Euro. Auch nach schriftlicher Aufforderung gab Schwenker keine entsprechenden Erklärungen ab. Sollten auch nach dem Ende der staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen des Verdachtes auf Untreue keine Erklärungen kommen, drohen die Gesellschafter mit Schadenersatzansprüchen.

Grund dafür sind Passagen im Gesellschaftervertrag des THW Kiel, wonach der Geschäftsführer für "Rechtsgeschäfte aller Art, deren Wert im Einzelfall 30.000 Mark übersteigt ... die vorherige Zustimmung der Gesellschafterversammlung" einzuholen hatte. "Im Alltag jedoch verzichteten die Kieler auf eine solche Kontrolle und gewährten Schwenker wegen "seines jahrelangen zuverlässigen und erfolgreichen Wirkens" bei Spielerverpflichtungen und Transfers ungleich größere Vollmachten", schreibt das Nachrichtenmagazin.

DPA / DPA

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