HOME

Biathletin Magdalena Neuner: "Und dann ziehe ich die Waffe"

Sie ist schön, sie ist jung und sie ist Deutschlands Sportlerin des Jahres: Magdalena Neuner. Der Weltcup-Auftakt der Biathletin in Skandinavien verlief schon mal vielversprechend. An diesem Wochenende in Österreich will das Loipen-Rehlein jetzt richtig durchstarten - mit dem Gewehr.

Der Anfang ist gemacht: Für Magdalena Neuner hat nach vielen gesundheitlichen Tiefschlägen im Sommer der Winter vielversprechend begonnen. "Ich denke, dass die erste Weltcupwoche für mich wirklich super gelaufen ist", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres vor dem nächsten Auftritt der Biathleten von diesem Freitag an in Hochfilzen in Österreich. "Ich hatte einen harten Sommer, hatte viel mit meiner Gesundheit zu tun. Vor der Saison lag ich nochmal komplett zwei Wochen flach, wo ich gar nix machen konnte."

Auch wenn im letzten der drei Östersund-Rennen etwas Zielwasser fehlte, zeigte sich die sechsmalige Weltmeisterin beim Saisonauftakt in Schweden vor allem am Schießstand stark verbessert. "Schießen ist halt auch Kopfsache. Ich laufe jetzt ganz anders an den Schießstand. Ich weiß, dass ich treffen kann. Da bin ich jetzt einfach absolut relaxt und denke mir nichts mehr dabei", sagte sie. Nach Platz vier im Einzel und Rang drei im Sprint war sie in der Verfolgung nur auf Rang 18 gelandet. Trotzdem war Magdalena Neuner glücklich, denn stehend unterliefen ihr lediglich zwei Fehler bei 25 Schüssen.

Mit Schießtrainer zum Erfolg

Im vergangenen Winter sah das noch anders aus. Im Liegen war Magdalena Neuner mit 86 Prozent top, im Stehen kam sie dagegen nur auf eine Quote von 59 Prozent. Trotzdem krönte sie die Saison ungeachtet der mageren Gesamtquote von 73 Prozent mit dem Gewinn des Gesamtweltcups. Zum Vergleich: Die Französin Sandrine Bailly, von Magdalena Neuner im Kampf um die Kristallkugel knapp geschlagen, war mit 83 (85/81) Prozent deutlich treffsicherer.

"Ich habe mich diesen Sommer sehr viel mit meinem Schießen beschäftigt. Habe einen Schießtrainer zurate gezogen, habe mir kleine Tipps von ihm geholt. Im Training ist es gut gelaufen im Sommer und das hat mir Selbstvertrauen gegeben", sagte Magdalena Neuner. Kleinigkeiten haben bei ihr große Wirkung erzielt. "Ich habe den rechten Fuß jetzt ein ganz kleines Stück weiter hinten. Das sind vielleicht fünf Zentimeter. Und dann ziehe ich die Waffe mehr an den Körper", erklärte sie.

Der Schrank im Wohnzimmer

Auch am Gewehr wurde gebastelt. "Ich habe die Veränderungen so machen lassen, dass ich die Waffe besser in der Hand habe und sie besser an die Schulter ziehen kann. Das gibt mir einen sehr stabilen Anschlag und das bringt mir sehr viel", meinte sie. In Hochfilzen will die jüngste Gesamtweltcup-Gewinnerin beweisen, dass die Trefferflut von Östersund keine einmalige Angelegenheit war.

Sie will auch in ihrem dritten Winter im Biathlon-Zirkus wieder vorne dabei sein. Dabei hat sie schon jetzt ihre eigenen Erwartungen weit übertroffen. "Viele haben mich gefragt, was für mich größer ist. Die Weltmeisterschaftsmedaillen oder der Gesamtweltcup. Ich kann halt immer nur auf meinen Schrank im Wohnzimmer schauen und diese große Kugel stehen oder die Medaillen hängen sehen. Dann denke ich mir, dafür habe ich hart trainiert und das war der Lohn dafür. Das gibt einem ein sehr schönes Gefühl. Ich bin sehr glücklich darüber."

DPA/kbe

Wissenscommunity