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Biathlon: Starker Saison-Auftakt für Kati Wilhelm

Gelungener Start für die deutschen Biathlon-Frauen in die neue Saison: Im 15-km-Rennen im schwedischen Östersund lief Kati Wilhelm auf den zweiten Rang. Sie musste sich nur der Lokalmatadorin Helena Jonsson geschlagen geben. Magdalena Neuner wurde Vierte.

Kati Wilhelm strahlte als Zweite über das ganze Gesicht und auch die viertplatzierte Magdalena Neuner war mehr als zufrieden: Auch ohne Sieg haben die erfolgsverwöhnten deutschen Biathletinnen einen vielversprechenden Saisonauftakt gefeiert. Wilhelm nährte die Hoffnungen auf eine bessere Saison, Neuner traf beim Auftakt in Östersund am Schießstand mit traumwandlerischer Sicherheit. "Ich habe im Einzel noch nie so gut geschossen. Ein Fehler ist okay", sagte die jüngste Gesamtweltcup- Gewinnerin nach dem 15-Kilometer-Rennen am Donnerstag.

Nach der durchwachsenen vergangenen Saison meldete sich Kati Wilhelm hinter der Siegerin Helena Jonsson aus Schweden in dem tief verschneiten Wintersportort auf Anhieb mit einem Podiumsplatz zurück. "Laufen und Schießen, beides hat gut geklappt", sagte die 32-Jährige. "Mit einem Podestplatz in die Saison zu starten, das ist fast perfekt. Ich bin überglücklich."

Auch Top-Platzierungen für die anderen Biathletinnen

Einen Tag nach dem souveränen Erfolg von Olympiasieger Michael Greis sorgten die Biathletinnen mit weiteren Top-Platzierungen durch Martina Beck (Mittenwald) als Achte und Andrea Henkel (Großbreitenbach) auf Platz elf für ein gutes Mannschafts-Ergebnis. "Ich bin sehr zufrieden, angesichts. Angesichts der Umstände haben wir nahezu das Optimale rausgeholt", sagte Bundestrainer Uwe Müßiggang und spielte damit auf die Krankheitsfälle in seinem Team an.

Zwar reichte es für die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm, die mit zwei neuen Trainern wie Greis eigene Wege geht, nicht zum ganz großen Erfolg, doch mit dem zweiten Platz nach einem Schießfehler und einem Rückstand von 39,7 Sekunden auf die fehlerfrei gebliebene Jonsson war die 32-Jährige rundum zufrieden: "Wir versuchen etwas Neues, das scheint aufzugehen." Magdalena Neuner, die wegen Krankheit im Sommer acht Wochen nur eingeschränkt trainieren konnte, war 1:15,4 Minuten hinter der Schwedin zurück.

Am ersten Schuss gefeilt

"Wir haben besonders an meinem ersten Schuss im Training gefeilt, weil ich da immer so lang gebraucht habe", sagte Kati Wilhelm, die bei den ersten fünf Schuss einmal patzte. "Nach dem ersten Schießfehler lief es umso runder. Schön, dass es so aufgegangen ist." Nach überstandener Krankheit schlug sich auch Magdalena Neuner prima, besonders am Schießstand zeigte sich die sechsmalige Weltmeisterin stark verbessert. Nur einen Fehlschuss leistete sie sich, doch in der Loipe war sie noch zu schwach. "Läuferisch war das okay nach der Krankheitsphase. Ich bin rundherum glücklich. Ich konnte nicht schneller. Ich habe schon gedacht, ob ich die fünf Runden durchstehe. Für die Vorgeschichte war es perfekt", meinte sie.

Im Flutlicht hatten sich am Vorabend Greis und Frank Ullrich nach dem Sieg beim Weltcup-Auftakt erst umarmt, dann hatten sich der Biathlon-Star und der Star-Trainer mit netten Worten umgarnt. "Ich denke, wir haben einen sehr guten Weg gefunden, der Frank Ullrich und ich", sagte Greis nach seinem 20-Kilometer-Erfolg in Östersund. Der dreimalige Olympiasieger wollte vom schlagzeilenträchtigen Sommer- Theater nichts mehr wissen. Nach seinem zehnten Weltcup-Sieg wunderte sich Greis über den Wirbel, den seine öffentlich vorgetragene Kritik an Trainingsmethoden und Führungsstil ausgelöst hatte.

Volker Gundrum/DPA / DPA

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