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Magdalena Neuner im stern: Sie will gewinnen - aber Titel sind ihr egal

Biathlon-Star Magdalena Neuner mag es zwar, auf dem Siegerpodest zu stehen, doch Titel sind der siebenfachen Weltmeisterin nicht mehr wichtig. Außerdem ist sie genervt von ihrem Image als "Gold Lena". Das und mehr erzählt Neuner im stern-Interview.

Die deutsche Biathletin Magdalena Neuner, zweifache Olympiasiegerin und siebenfache Weltmeisterin betreibt ihren Sport nicht mehr, um weitere Titel zu gewinnen. "Ob ich ein achtes Mal Weltmeisterin werde, ist doch egal", bekannte die 23-Jährige im Interview mit stern. Trotzdem trainiere sie noch immer so hart wie früher. Denn: "Ich will schon gewinnen. Es ist total schön auf dem Siegerpodest." Aber Titel seien ihr inzwischen egal.

Magdalena Neuner sagte, sie sei sich bewusst, dass sie nach ihren Medaillen bei den Olympischen Spielen von Vancouver kritischer beobachtet werde. Dazu hätten auch die Rücktritte ihrer Mannschaftskolleginnen Kati Wilhelm und Martina Beck beigetragen. "Früher hat zur Not eine andere von uns gewonnen", so Neuner. Aber sie könne den Druck gut aushalten. Außerdem lese sie schon keine Artikel mehr über sich. "Auch wenn mir meine Oma die immer fein ausgeschnitten in die Küche legt. Mein Kachelofen freut sich", erklärte die Sportlerin.

Neuner: "Ich bin nicht süß und klein"

Genervt ist Magdalena Neuner von ihrem Image als "Gold Lena". Im stern sagte sie: "Das regt mich total auf. Ich bin nicht süß und klein. Ich bin Magdalena, eine Persönlichkeit und wünsche mir Respekt." Eine Anzeigenkampagne in Dessous, sei der Versuch gewesen, ihr Image als strickendes und Harfe spielendes bayerisches Mädel loszuwerden. Magdalena Neuner sagte: "Das ist nur ein Teil von mir. Ich will auch als erwachsene Frau wahrgenommen und nicht auf ein einziges Klischee reduziert werden."

Der sportliche Erfolg hat für Magdalena Neuner auch Schattenseiten. Die junge Biathletin, die 2009 monatelang von einem Stalker verfolgt und bedroht worden war, sagte dem stern: "Manchmal führe ich ein Leben wie im Zoo." Ihre Fans seien ihr sehr wichtig, aber es gäbe eine "kleine militante Gruppe, die echt durchgeknallt ist". Schon ein paar Mal hätten in der Vergangenheit Männer vor ihrer Tür gestanden, die glaubten, Neuner würde sie heiraten wollen. Einige Male musste sie bereits die Polizei zur Hilfe rufen.

Schon länger arbeite sie daran, Dinge lockerer zu nehmen. "Der Kopf muss auch in Form sein", so Neuner. Geholfen habe ihr die monatelange Arbeit mit einem Heilpraktiker, dem sie sehr vertraue. "Wenn ich jetzt sage, wir haben energetisch gearbeitet, werden einige lachen. Manche denken vielleicht, man sei kaputt im Kopf. Aber gerade im mentalen Bereich gibt es Dinge, die schwer zu vermitteln sind." Aber mit Hilfe des Heilpraktikers sei es ihr gelungen, negative Gedanken auszuschalten. Inzwischen könne sie mit einem Schmunzeln zum Stehendschießen - ihrer Problemdisziplin - laufen. Ihr Fazit der Zusammenarbeit: "Meine ganze Lebenseinstellung hat sich geändert. Ich bin ein komplett anderer Mensch geworden."

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