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Gefangenentausch US-Basketballerin Brittney Griner kommt im Tausch gegen russischen Waffenhändler frei

Brittney Griner, WNBA-Star und zweifache olympische Goldmedaillengewinnerin
Brittney Griner, WNBA-Star und zweifache olympische Goldmedaillengewinnerin
© Alexander Zemlianichenko / AP / DPA
Die bislang in russischer Haft sitzende US-amerikanische Basketballerin Brittney Griner ist im Zuge eines Gefangenenaustausches freigekommen. Die USA liefern im Gegenzug den Waffenhändler Viktor But aus.

US-Basketballerin Brittney Griner ist frei. Die 32-Jährige war in diesem Jahr in Russland zu neun Jahren Haft verurteilt worden und kam nun im Zuge eines Gefangenenaustausches frei. Sie wurde gegen den in den USA inhaftierten russischen Waffenhändler Viktor But (auch Bout) auf dem Flughafen in Abu Dhabi ausgetauscht, wie das russische Außenministerium in Moskau am Donnerstag mitteilte. Die Verhandlungen hatten seit Monaten angedauert. Russland und die USA hatten bereits in der Vergangenheit ungeachtet der Spannungen im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Gefangene ausgetauscht.

In einem von den USA heftig kritisierten Verfahren hatte ein russisches Gericht Griner im August wegen Drogenbesitzes zu neun Jahren Lagerhaft verurteilt. Zuletzt war sie in ein Frauenstraflager in der russischen Teilrepublik Mordwinien in der Großregion Wolga verlegt worden. Dabei bestand von Anfang an die Hoffnung, dass die 32-Jährige bei einem Austausch von Gefangenen freikommen könnte.

Drakonische Strafe für geringe Menge Haschisch-Öl

Die Athletin hatte nach Feststellung der Justiz bei einer Gepäckkontrolle am Moskauer Flughafen Scheremetjewo sogenannte Vape-Kartuschen und Haschisch-Öl bei sich. Es soll sich um 0,5 Gramm gehandelt haben. Dies wurde als illegaler Drogenbesitz und versuchter Schmuggel gewertet. Das Gericht sah keine mildernden Umstände. Griner hatte sich schuldig bekannt. Washington hatte Moskau von Anfang an ein politisch motiviertes Verfahren vorgeworfen – vor allem wegen des hohen Strafmaßes.

Griner spielte seit 2015 beim russischen Spitzenclub UMMC Jekaterinburg im Ural und gewann mit ihm viermal die Euroleague. In der amerikanischen Frauen-Profiliga WNBA gewann sie 2014 mit den Phoenix Mercury die Meisterschaft, mit der US-Nationalmannschaft holte sie außer zwei Olympiasiegen auch zweimal Gold bei Weltmeisterschaften.

Viktor But war vermutlich Geheimdienstmitarbeiter

Russland wiederum erhielt im Gegenzug den früheren Sowjetoffizier Viktor But. Er sei im Flugzeug auf dem Weg nach Russland, hieß es in Moskau. Er soll verbrecherische Regime und Rebellen in zahlreichen Ländern illegal mit Waffen ausgerüstet haben. Der als "Händler des Todes" berüchtigte Russe war als Waffenhändler in den USA inhaftiert. Über den Grund für Moskaus Interesse an But kann man nur spekulieren. Es wird vermutet, dass But in Diensten des Militärgeheimdienstes GRU stand.  Für einen gewöhnlichen Kriminellen hätte der Kreml kaum so viel Interesse gezeigt.

tis DPA

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