Comeback von Justine Henin Traum von Olympia-Gold und Wimbledon-Triumph


Ein neues Leben, ein schönes Abenteuer: Justine Henin heizt mit ihrem Comeback das wieder entfachte Tennis-Fieber in Belgien weiter an und will sich mit dem ersten Wimbledon-Sieg und Olympia-Gold 2012 noch zwei Wünsche erfüllen.

Das Comeback von Justine Henin schlägt hohe Wellen. Die 27-Jährige gewann vor ihrem Rücktritt fast alles - nur nicht den Titel in Wimbledon auf dem "heiligen Rasen" an der Church Road . "Das ist ein Traum von mir. Das will ich schaffen. Das hat Priorität", betonte Henin am Mittwoch, nachdem sie am Abend zuvor ihre Rückkehr auf die Tour im belgischen Fernsehen bestätigt hatte.

Die zurückgekehrte Mutter Kim Clijsters hat beim US-Open-Triumph gerade vorgemacht, wie es geht. Doch Henin will nicht nur Wimbledon gewinnen, wo sie zwei Finals verlor: "Wenn ich zurückkomme, dann nicht nur für ein Jahr. Eher für drei, vier Jahre - und dann kommt auch noch ein Höhepunkt, die Olympischen Spiele 2012 in London." Gold hat Henin 2004 schon in Athen gewonnen, dazu sieben Grand-Slam-Titel und insgesamt 41 Turniere. Die Erfolge brachten fast 20 Millionen Dollar Preisgeld ein. Dabei dürfte es kaum bleiben. "Ich bin sicher, für uns hat ein schönes Abenteuer begonnen", sagte Henin ihren Fans.

Auch Clijsters begeistert

Ihre Ankündigung, den vor 16 Monaten verkündeten Ruhestand zu beenden, stieß auch bei Clijsters auf Begeisterung. "Justines Comeback ist eine extrem gute Nachricht für das Damen-Tennis, aber noch besser für das gesamte Belgien", erklärte Clijsters. Mit der erst 19 Jahre alten US-Open-Halbfinalistin Yanina Wickmayer gibt es nun sogar ein starkes Trio. "Ich habe immer gewusst, dass sie zurückkommt. Das ist das schönste Geschenk, dass sie sich machen konnte", sagte Henins Vater José der Zeitung "Het Laatste Nieuws".

"Welch ein Glück!" kommentierte die Zeitung "La Dernière Heure" am Mittwoch und erinnerte daran, dass das belgische Tennis nach den zu frühen Rücktritten der beiden ehemaligen Weltranglisten-Ersten ins zweite Glied abrutschte. Nun sieht die Welt ganz anders aus: "Justine kann vom Unmöglichen träumen - und wir mit ihr", schrieb das Blatt.

Entsprechend groß war der Medienauflauf bei einer Pressekonferenz von Henin am Mittwoch. Die 1,67 Meter kleine Kämpferin mit der schönsten einhändigen Rückhand mochte selbst nicht von Rückkehr reden. "Es öffnet sich ein neues Leben für mich", sagte Henin, die die Zeit seit ihrem Rücktritt als manchmal schwer, aber auch bereichernd bezeichnete. "Ich wollte wie der Rest der Welt leben und endlich ganz eine Frau sein können", erklärte sie. In den Momenten, als die geschiedene Wallonin mit sich allein war, wurde ihr klar: "Ich habe noch viele Dinge zu erreichen. Ich muss an die Grenzen gehen und mir neue Ziele setzen." Ex-Ehemann Pierre-Yves Hardenne erklärte, er habe von ihren Plänen nichts gewusst.

Ihr bislang letztes von 600 Profi-Einzeln bestritt Henin am 8. Mai 2008 in Berlin, dort verlor die dreimalige German-Open-Siegerin im Achtelfinale 7:5, 3:6, 1:6 gegen die Russin Dinara Safina, eine ihrer farblosen Nachfolgerinnen als Nummer eins der Welt. Sechs Tage später trat sie, auch erschöpft von gesundheitlichen und privaten Problemen, zurück und schloss eine Rückkehr aus. Zwei Einladungsturniere im belgischen Charleroi und in Dubai sollen nun die Generalprobe für die Australian Open werden. Turnierdirektor Craig Tiley frohlockte in Melbourne: "Wenn man einen ehemaligen Champions auf dem Comeback-Pfad begrüßen kann, ist das eine Chance, die man nicht verpassen möchte."

Robert Semmler/DPA DPA

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