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DTM: Der "fliegende Holländer" ist Halbzeit-Meister

Der Niederländer Christijan Albers hat beim Dreifach-Erfolg für Mercedes den fünften Lauf zum Deutschen Tourenwagen Masters in Nürnberg gewonnen.

Der "fliegende Holländer" Christijan Albers hat sich beim Mercedes-Festival auf dem Norisring die Halbzeit-Führung im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) gesichert und seinen Teamkollegen Bernd Schneider wieder von der Spitze verdrängt. Während Routinier Schneider wegen eines verpatzten ersten Boxenstopps seine Siegchance verlor, feierte der junge Mercedes-Pilot am Sonntag auf dem Stadtkurs in Nürnberg seinen dritten Saisonerfolg und übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung. Albers siegte auf dem Traditionskurs, zu dem in drei Tagen offiziell 128.000 Zuschauer kamen, vor seinen Markenkollegen Marcel Fässler (Schweiz) und Schneider (St. Ingbert). Es war der erste Dreifach-Erfolg für Mercedes in dieser Saison und der fünfte Sieg für die Schwaben im fünften Rennen.

Der dreimalige DTM-Champion Schneider, Inhaber der Pole Position, war ziemlich verärgert nach dem Hitze-Marathon. "Natürlich bin ich sauer. Ich wollte gewinnen und ich war total sicher, dass ich nach dem Boxenstopp noch gewinnen kann", meinte der Routinier, der die Frage nach dem Grund für den ungewöhnlich langen ersten Boxenstopp mit "keine Ahnung" beantwortete. Sein junger Kollege hingegen jubelte: "Ich bin unglaublich froh. Das Team hat super Arbeit gemacht. Diese Saison ist ein Traum."

"Fränkisches Monaco"

Bei der Traditionsveranstaltung, die in der Branche wegen des Stadtkurses und der Stimmung auch "fränkisches Monaco" genannt wird, mussten erstmals 72 statt 44 Runden gefahren werden. Albers siegte nach 165,6 km und 1:00:50,599 Stunden. In der Gesamtwertung führt der 24-jährige Niederländer mit 36 Punkten vor Schneider (35) und Fässler (29). Bester Opel-Pilot im Rennen war der Brite Peter Dumbreck als Vierter, Titelverteidiger Laurent Aiello wurde im Audi Sechster.

Erst vor zwei Wochen auf dem Lausitzring hatte Schneider die Spitze übernommen und mit dem 37. DTM-Sieg seiner Karriere eine Rekordmarke aufgestellt. Auch in Nürnberg ließ der Tourenwagen-Star keine Zweifel an seiner Klasse aufkommen. Schneider eroberte am Samstag die Pole Position; insgesamt belegten vier Mercedes CLK die ersten beiden Startreihen.

Schneider ebenfalls mit Problemen

Doch im Rennen gab es offensichtlich ein Problem beim ersten Boxenstopp von Schneider. Der Halt in der 18. Runde dauerte ungewöhnlich lange, Schneider verlor viel Zeit und war schließlich hinter Audi-Pilot Aiello Fünfter, während Kollege Albers an der Spitze vor Fässler fuhr. Durch ein Überholmanöver in der 32. Runde kam Schneider wieder vor den Titelverteidiger aus Frankreich. Nach dem zweiten Stopp (51.) kam der Routinier aus dem Saarland auf den dritten Platz. Zuvor war der vor ihm platzierte Dumbreck durch Audi- Pilot Peter Terting aufgehalten worden.

Auch am Start war es nicht ganz programmgemäß für Mercedes gelaufen. Jean Alesi handelte sich wegen eines Frühstarts eine Durchfahr-Strafe ein, wodurch der Franzose zwischenzeitlich auf den zehnten Platz zurückfiel und am Ende Fünfter wurde. "Das war eine absolut korrekte Entscheidung", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Es sind alles Menschen. Er hat es etwas zu gut gemeint."

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