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DTM: Silberpfeil-Star Schneider holt vierten Titel

Tourenwagen-Routinier Bernd Schneider hat im Mercedes-internen Meisterschaftsduell den Angriff der Jugend noch einmal abgewehrt und seinen vierten DTM-Titel geholt.

Tourenwagen-Routinier Bernd Schneider hat im Mercedes-internen Meisterschaftsduell den Angriff der Jugend noch einmal abgewehrt und seinen vierten DTM-Titel geholt. Dem Silberpfeil-Star genügte am Sonntag auf dem Hockenheimring ein 6. Platz zum Triumph. Im spannendsten Finale in der 16-jährigen Geschichte des Deutschen Tourenwagen Masters brachte ein Reifenplatzer den nur einen Punkt zurückliegenden Niederländer Christijan Albers um seine große Titelchance. "Ich kann es noch nicht begreifen", jubelte Schneider, der zuvor selbst einen Reifenschaden zu beklagen hatte: "Wenn Christijan nicht das Gleiche passiert wäre, wäre es richtig eng geworden. Aber der Renngott war heute klar auf meiner Seite."

Der Franzose Jean Alesi gewann in einem Mercedes-CLK das packende Rennen über 37 Runden bei nur neun Grad in 1:00:46,013 Stunden mit nur 0,213 Sekunden Vorsprung vor Abt-Audi-Widersacher Mattias Ekström (Schweden). Marcel Fässler (Schweiz) kam vor 65 000 Zuschauern in einem weiteren Mercedes als Drtitter ein. Der Brite Peter Dumbreck war als Vierter bester Opel-Vertreter. Albers blieb am Ende nur der enttäuschende 12. Rang. Der 24-Jährige erwies sich aber als fairer Verlierer und gratulierte seinem 14 Jahre älteren Lehrmeister herzlich: "Bernd hat es verdient. Schade, dass ich dieses Pech hatte." Schneider genoss die Champagnerdusche, die Küsse seiner Frau Nicole und die Glückwünsche seines Teams. "Ein toller Erfolg", lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sein bestes "Pferd" im Stall.

In der Endabrechnung weist Schneider mit 68 Punkten 4 mehr als Albers (64) auf. Der Schweizer Marcel Fässler (57), der in Hockenheim und in der Gesamtwertung den 3. Rang schaffte, und Alesi (42) als Fünfter untermauerten die Mercedes-Dominanz. Ekström (46) erreichte den Platz 4.

Schneider nutzte seine um vier Plätze bessere Startposition gegenüber Albers konsequent. Der Saarländer fuhr taktisch klug, ging kein Risiko ein und konnte den Niederländer auf Distanz halten. Auch der erste Boxenstopp änderte nichts an der Reihenfolge zwischen den beiden Rivalen. Der von Rang 9 ins Rennen gegangene Albers attackierte zwar hart, konnte aber die zwischen ihm und Schneider liegenden Kontrahenten nur langsam überholen. Vor allem der entthronte Titelträger Laurent Aiello erwies sich lange Zeit als unüberwindliches Hindernis für ihn.

Spannendes Duell zwischen Schneider und Albers

In der 18. Runde überschlugen sich dann die Ereignisse: Erst rutschte Albers nach einem wilden Angriff ins Gras und verlor dadurch einen Platz. Dann musste der nun vier Plätze vor ihm liegende Schneider außerplanmäßig früh an die Box, weil der linke Hinterreifen an seinem Mercedes CLK einen Plattfuß hatte. "Nach dem Reifenschaden war die Balance nicht mehr gut", sagte der Silberpfeil-Pilot. Albers übernahm nun im titelinternen Duell erstmals die Führung und war für vier Runden auf Meisterkurs. Nach seinem zweiten Halt hatte der Niederländer mit Timo Scheider (Braubach) erneut einen "Prellbock" zwischen sich und dem nun wieder vorn fahrenden Schneider.

Ein Verbremser kostete die Meisterschaft

Erst als sich der Opel-Pilot in der 25. Runde nach einem Bremsfehler drehte, lagen die beiden Titelkandidaten erstmals direkt hintereinander. Dann verspielte der Jungspund durch einen Verbremser seine Meisterschaftschance. Zehn Runden vor Schluss ruinierte er einen Reifen, musste zum dritten Mal an die Box und fiel dadurch aussichtslos zurück. Schneider konnte nun wieder einen Gang zurückschalten und den Triumph sicher und ruhig nach Hause schaukeln.

Pole-Mann Ekström konnte seinen ersten Startplatz nur über ein Viertel der insgesamt 169,238 km langen Distanz verteidigen. Dann zog der frühere Formel-1-Fahrer Alesi auf der Geraden scheinbar mühelos an dem Schweden vorbei. Der Franzose behauptete durch einen beherzten Auftritt die Spitzenposition und konnte die verzweifelten Attacken Ekströms in der letzten Runde mit Bravour abwehren.

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