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Eishockey-WM: Viertelfinale für deutsches Team in weiter Ferne

Die schwarze Serie gegen die Schweiz hält an: Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft hat die deutsche Nationalmannschaft zum sechsten Mal in Folge gegen die Eidgenossen verloren. Nach der deulichen Auftaktniederlage gegen Russland ging es im zweiten Spiel aber wesentlich knapper zu.

Dem Eishockey-Erzrivalen einmal mehr knapp unterlegen, das WM-Viertelfinale in weiter Ferne: Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre schwarze Serie gegen Weltmeisterschafts-Gastgeber Schweiz mit einem unglücklichen 2:3 (1:1, 1:1, 0:0) nach Verlängerung fortgesetzt und am Sonntag zum sechsten Mal in Folge gegen den Nachbarn verloren. Gegen Abstiegskandidat Frankreich soll am Dienstag in Bern zumindest der Einzug in die Zwischenrunde perfekt gemacht werden.

Matchwinner war nach 78 Sekunden der Zusatzspielzeit der Schweizer NHL-Profi Mark Streit in 4:3-Überzahl. Der Kölner Christoph Ullmann (7.) hatte nach dem 0:5 gegen Russland zunächst für den ersten deutschen WM-Treffer gesorgt. Den 1:2-Rückstand durch Roman Wick (9.) und Mathias Seger (24.) glich NHL-Profi Christoph Schubert (34.) in einer intensiven und manchmal giftigen Partie aus und sorgte damit zumindest für den ersten deutschen Punktgewinn.

Viel Tempo und Emotionen

Bundestrainer Uwe Krupp sah das von ihm erwarte Spiel mit hohem Tempo und vielen Emotionen. Krupp konnte auf Verteidiger Michael Bakos zurückgreifen, der nach seiner Augenverletzung aus der Auftaktpartie gegen Weltmeister Russland mit einem Spezialhelm spielte. Doch ausgerechnet Bakos war erneut der Pechvogel: Als der Ingolstädter auf die Strafbank musste, traf Kapitän Streit zum 2:3.

Zuerst durften die Deutschen jubeln. Beim ersten Überzahlspiel wurde ein Schuss von Sven Butenschön wurde erst abgeblockt, dann passte der einstige Nordamerika-Profi den Abpraller mustergültig zum freistehenden Ullmann, der den Puck stoppte und ins offene Tor schob. Die kleine deutsche Fan-Kolonie unter den 11 423 Zuschauern sang auf dem Oberrang laut und euphorisch, während die «rote Wand» in der ausverkauften Halle schwieg. Die Stille war nur kurz: Nach Rückpass von Romano Lemm gelang Wick der aus deutscher Sicht viel zu schnelle Ausgleich, den Bakos und Michael Hackert nicht verhindern konnten.

Tor in Unterzahl

Mittelstürmer Hackert wurde anfangs des zweiten Drittels durch einen mächtigen Check von Thierry Paterlini niedergestreckt, sehr zum Unwillen von Krupp gab es keine Strafe. Bei angezeigter Strafzeit gegen seine Schützlinge traf Verteidiger Seger von der blauen Linie. Doch in der nun sehr intensiven Partie mit viel Einsatz und auch mehr Chancen ließ sich die DEB-Auswahl nicht beeindrucken und glich in Unterzahl durch Schubert aus. Der NHL-Profi aus Ottawa überwand im Nachschuss seinen einstigen Vereinskollegen Martin Gerber zum verdienten 2:2, das zuvor schon Butenschön auf dem Schläger hatte.

Mit großem Kampfgeist überstand das deutsche Team auch eine Minute in 3:5-Unterzahl und rechtfertigte den großen Respekt des Schweizers Trainers und ehemaligen deutschen Nationalspielers Ralph Krueger. Die zuvor gegen Frankreich nur 1:0 siegreichen Gastgeber waren im letzten Drittel stärker, doch der künftige Ingolstädter Schlussmann Dimitri Pätzold hielt seine Kollegen im Spiel. Hecht hatte bei deutscher 5:3-Überzahl sogar die Chance zum Sieg (54.).

DPA / DPA

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