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Eisschnelllauf: "Gold-Gunda" und "Gold-Anni" begeistern

Goldener Hattrick von Anni Friesinger und ein eindrucksvolles Comeback der Rekord-Weltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann: Die deutschen Eis-Ladies haben sich bei den nationalen Meisterschaften bereits in glänzender Form präsentiert.

Goldener Hattrick von Anni Friesinger und ein eindrucksvolles Comeback der Rekord-Weltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann: Die deutschen Eis-Ladies haben sich bei den nationalen Meisterschaften bereits in glänzender Form präsentiert. Reichlich sieben Monate nach ihrem Dreifach-Triumph bei den Weltmeisterschaften in Berlin feierte die "Gold-Anni" aus Inzell den besten Saison- Einstieg ihrer Karriere und schaffte das Kunststück, in Erfurt auf den Sprint-Distanzen zwischen 500 und 1500 m alle Konkurrentinnen souverän zu bezwingen.

Pechstein schneller als Gunda Niemann-Stirnemann

Gunda Niemann-Stirnemann vollzog als junge Mutter mit 37 Jahren eine beeindruckende Rückkehr in die Weltelite mit ihrem 34. Titel und einer Superzeit über 5000 m. Am Sonntag musste sie sich als Dritte der Olympiasiegerin Claudia Pechstein über 3000 m geschlagen geben, sicherte sich aber das Weltcup-Ticket.

Einziger Wermutstropfen des Championats waren die Querelen um die neue Athleten-Vereinbarung, die von einigen Stars nicht akzeptiert wird. Da der Verband den Start beim Weltcup am kommenden Wochenende in Hamar aber an die Unterschrift unter den Vertrag geknüpft hat, sind an diesem Montag die Juristen gefordert.

Schafft Gunda Niemann-Stirnemann wieder den Sprung an die Weltspitze?

Sandra Völker drei Mal auf Rang zwei

"Das war wunderbar. Aber da ich gesund geblieben bin, konnte ich härter als zuvor trainieren", sagte Anni Friesinger nach ihren starken Auftritten. Über 1000 m setzte die Weltmeisterin am Sonntag in der Weltjahresbestzeit von 1:16,60 den i-Punkt auf ihren furiosen Saisonstart. Auf den 500 m hatte sie auch die Olympia-Dritte Sabine Völker überrascht, die nach fast einjähriger Zwangspause wegen einer Viruserkrankung mit der Saisonbestzeit von 38,71 dennoch hoch zufrieden war und drei Mal Rang zwei belegte. Zuvor hatte Anni Friesinger auch auf ihrer Schokoladenstrecke über 1500 m mit dem Bahnrekord von 1:57,73 ihre Klasse unter Beweis gestellt.

Für die über 3000 Zuschauer in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle war die Rückkehr ihres Thüringer Idols das Highlight der Titelkämpfe. Weder sie selbst noch ihr Coach Klaus Ebert hätten jene 7:09,13 Minuten über 5000 m für möglich gehalten. Die 4:14,24 Minuten über 3000 m waren am Sonntag aber ein leichter Dämpfer. Claudia Pechstein war beim Gewinn ihres dritten 3000-m-Titels nacheinander in 4:09,09 eine Klasse besser. "Ich bin dennoch nur glücklich. Ich habe mich sogar dabei erwischt, dass ich den Rummel in den Medien genossen habe. Dennoch bin ich erstaunlich ruhig geblieben", meinte Gunda Niemann, die zuvor elf Mal auf dieser Strecke den nationalen Titel geholt hatte.

Annis Bruder lief gute Zeit

Deutlichen Aufwind nach einer schwachen Vorsaison gibt es unter den deutschen Herren. Annis Bruder Jan Friesinger lief über 1500 m sehr gute 1:49,34 Minuten. Bester Sprinter war der Neu-Inzeller Dino Gillarduzzi, der nach den 500 m am Sonntag auch die 1000 m in 1:11,74 gewann. Wegen eines Versäumnisses der DESG darf Gillarduzzi, der bis zur Vorsaison für Italien lief, jedoch in Hamar noch nicht für Deutschland an den Start gehen.

Auf den langen Kanten gibt nach wie vor der 35-jährige Frank Dittrich (Chemnitz) den Ton an. Nach den 5000 m gewann er zum Abschluss auch die 10 000 m und machte in glänzenden 13:37,25 das Dutzend an nationalen Titeln voll.

Von Frank Thomas, dpa

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