Eröffnung des neuen Tivoli Verunglückter St. Pauli-Fan außer Lebensgefahr


Die Party von Alemannia Aachen zur Eröffnung des neuen Tivoli-Stadions wurde nicht nur durch die 0:5-Blamage gegen St. Pauli verdorben, sondern auch durch den schweren Unfall eines Hamburger Fans. Mittlerweile befindet sich der 38-Jährige nicht mehr in Lebensgefahr.

Der verunglückte Fußball-Fan des Zweitligisten FC St. Pauli schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Das teilten die Hanseaten am Dienstag auf ihrer Internetseite mit. Der 38 Jahre alte Mann war am Vorabend bei der Feier nach dem 5:0-Sieg im neuen Stadion von Alemannia Aachen über eine Brüstung rund neun Meter in die Tiefe gestürzt und mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Aachener Polizei ging am Montag von einem Unglücksfall aus. "Von allen Seiten ist uns bestätigt worden, dass das Stadion absolut konform mit den geltenden Sicherheitsstandards ist", sagte ein Sprecher der Alemannia. Rund 25 Fans, die den Zwischenfall gesehen hatten, mussten seelsorgerisch betreut werden. "Es gibt keinerlei Anzeichen für ein Fremdverschulden, so dass wir von einem Unglücksfall ausgehen", sagte ein Polizeisprecher.

Zuvor hatte der FC St. Pauli in einem denkwürdigen Spiel Alemannia Aachen die Eröffnungsparty im neuen Tivoli-Stadion gründlich verdorben. Die Hanseaten siegten in der ersten Partie in der 50 Millionen Euro teuren Arena mit 5:0 (4:0) und stürmten an die Tabellenspitze. Für das Team von Trainer Jürgen Seeberger war es das höchste Heimdebakel in der 2. Liga. "Das ist schwer in Worte zu fassen. Wir hatten uns das anders vorgestellt", meinte Andreas Bornemann. Der Sportdirektor bescheinigte seinem Team eine "indiskutable Leistung" und kündigte an: "Wir haben einiges aufzuarbeiten in den nächsten Tagen."

Vor 32 960 Zuschauern sorgten Marius Ebbers (24./28.), Deniz Naki (35.) und Florian Bruns (39./Foulelfmeter) binnen 15 Minuten für den zweiten Saisonsieg der Hamburger. Rouwen Hennings (86.) setzte den für Aachen blamablen Schlusspunkt. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, gerade in der ersten Halbzeit", sagte St.-Pauli-Trainer Holger Stanislawski. "Aber vor unserem 1:0 hatte wir einige knifflige Situationen zu überstehen."

Aachen verpasste eigene Chancen

Szilard Nemeth (13.) und Thorsten Burkhardt (16.) hätten die Euphorie nach einer stimmungsvollen Eröffnungszeremonie beinahe weiter angeheizt. Doch beide Chancen vereitelte Pauli-Torwart Mathias Hain. Wie gelähmt reagierte die Aachener Abwehr danach auf den Sturmlauf des Gegners: In einer Co-Produktion zweier ehemaliger Alemannen zwang Bruns Keeper Thorsten Stuckmann zunächst zu einer Parade. Den nach vorne abgeklatschten Ball staubte Ebbers ohne Probleme zur Führung ab.

Der Stürmer, der drei Jahre lang in Aachen gespielt und diese Zeit immer wieder als die schönste in seiner Profi-Laufbahn bezeichnet hatte, schob auch vier Minuten später den Ball nach feinem Pass von Charles Takyi lässig an Stuckmann vorbei. Spätestens beim dritten Treffer führten die Hamburger die Heimmannschaft vor: Takyi tanzte Florian Müller sowie Stuckmann aus und passte zurück auf Naki, der den Ball ins leere Tor schob. Auch nach dem verwandelten Foulelfmeter von Bruns irrten die Aachener Defensivspieler häufig planlos umher und ermöglichten den Hanseaten weitere Chancen. Ein weiterer haarsträubender Fehler sorgte für das 5:0.

Doch bei der Feier des Sieges wurde auch für die Pauli-Spieler die Stimmung getrübt. Einige wurden ebenfalls Zeuge des Unfalls. "Ich tausche die Tabellenführung jederzeit gegen das Leben dieses Fans ein", sagte Pauli-Trainer Holger Stanislawski im Deutschen Sportfernsehen.

DPA DPA

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