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French Open: Favoritensterben in Roland Garros

Die French Open entwickeln sich zum Grand Slam der Überraschungen: Nach dem Roger Federer am Dienstag sensationell ausschied, erwischte es einen Tag später die US-Amerikanerin Serena Williams. Durch die Favoritenstürze stehen nun andere Spieler im Tennis-Fokus.

Das Favoritensterben im Sandkasten von Paris geht weiter: Einen Tag nach Titelverteidiger Roger Federer schied bei den French Open überraschend auch die topgesetzte Serena Williams aus. Die 28-jährige US-Amerikanerin verlor gegen die Weltranglisten-Siebte Samantha Stosur (Australien) mit 2:6, 7:6 (7:2), 6:8 und konnte den Fluch von Roland Garros nicht besiegen.

Ihren bisher einzigen Triumph am Bois de Bologne hatte Serena Williams bereits 2002 gefeiert. Bei allen anderen Majors konnte die zwölfmalige Grand-Slam-Siegerin bislang mindestens dreimal triumphieren - allein fünfmal bei den Australian Open in Melbourne.

Stosur verbesserte durch den zweiten Halbfinal-Einzug in Paris in Folge ihre Sandplatz-Quote in dieser Saison auf beeindruckende 18:2 Siege - und gilt nun als Topfavoritin auf den Titel. Nächste Gegnerin der 26-Jährigen ist am Donnerstag entweder Jelena Jankovic (Serbien) oder Jaroslawa Schwedowa aus Kasachstan. Im zweiten Halbfinale stehen sich Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 5) und Francesca Schiavone (Italien/Nr. 17) gegenüber.

Am Aufstieg von Stosur, die mit ihrer Surfer-Sonnenbrille und dem Baseballcap an eine Beachvolleyballerin erinnert, hat ausgerechnet ein Zeckenbiss von 2007 erheblichen Anteil. Denn erst nach der folgenden sechsmonatigen Zwangspause wurde aus der Doppel-Spezialistin Stosur (Grand-Slam-Titel bei den French Open 2006 und den US Open 2005) die erfolgreiche "Einzelgängerin" Sam.

Federer-Aus weiter im Fokus

"Während meiner Krankheit hat mir das Tennis sehr gefehlt. Ich hatte aber auch Zeit nachzudenken und wollte fortan lieber im Einzel voll angreifen", berichtete Stosur. Ihr früherer Mixed-Partner Scott Draper sagte über die athletische Powerspielerin: "Für Samantha ist nur der Himmel die Grenze." In dieser Saison hatte Surf-Fan Stosur das Turnier in Charleston gewonnen.

Auf der Anlage im Südwesten der französischen Haupstadt saß auch am Mittwoch der Schock über das Ausscheiden von Titelverteidiger Federer noch tief. Der Schweizer hatte am Vortag durch ein 6:3, 3:6, 5:7, 4:6 gegen Robin Söderling (Schweden) den 24. Einzug in ein Grand-Slam-Halbfinale in Serie verpasst.

Doch auch in der Stunde der Niederlage erwies sich Federer wieder einmal als großer Gentleman des Tennissports. "Jetzt soll der Beste hier gewinnen. Und der Beste ist momentan Rafael Nadal", sagte der 28 Jahre alte Schweizer. Wohl wissend, dass er die Weltranglisten-Führung bei einem Turniersieg Nadals wieder an seinen spanischen Dauerrivalen verlieren würde.

In diesem Fall hätte Federer zunächst auch die Egalisierung der Bestmarke von Altmeister Pete Sampras (USA) verpasst, der insgesamt 286 Wochen an der Spitze stand. "Am meisten trifft es mich aber, dass ich meinen Titel nicht verteidigen kann", erklärte "Fed-Express", der seit seinem Triumph bei den Australian Open in Melbourne Ende Januar auf einen Turniersieg wartet.

SID/dab / SID

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